Verlust-Geschäft

Wegen sinkender Preise: Immer mehr Schweine-Bauern geben auf

Ein Ferkelzüchter hält ein kleines Ferkel in einem Stall.
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In Niedersachsen sinkt die Zahl der Schweinezüchter – weil sie zu wenig verdienen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Zum Überleben zu wenig: Weil man derzeit als Schweine-Züchter in Niedersachsen viel zu wenig verdient, geben immer mehr von ihnen auf.

Hannover – 1,37 Euro. Das ist der Preis, den Schweinebauern in Niedersachsen derzeit für ein Kilogramm Fleisch bekommen. Weil viele Züchter davon nicht leben können, geben immer mehr von ihnen auf. Laut NDR ist die Anzahl an Schweinehalterinnen und -haltern in Niedersachsen im vergangenen Jahr um zehn Prozent gesunken.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Und die Prognosen sehen düster aus. Marktexperte Mathias Quaing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands in Damme (Landkreis Vechta) sagte dem NDR, er gehe davon aus, dass die Anzahl an Schweinebauern in Deutschland auch in diesem Jahr um zehn Prozent sinken wird.

Immer weniger Schweinebauern in Niedersachsen: 30 Euro Minus pro Schwein

Derzeit ist der Handel mit Schweinefleisch laut Quaing ein Minusgeschäft, die Mäster machen 30 Euro Verlust – und das pro Schwein. Schuld daran seien unter anderem der Anstieg von Futterkosten um 30 Prozent. Auch sei der europäische Markt derzeit mit Schweinefleisch überschwemmt, es gebe zu viel Angebot.

Und weil die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ausgebrochen ist, können die Schweinebauern ihre Waren nicht nach Asien verkaufen.

Schlachthöfe wälzen Mehrkosten auf die Schweinehalter ab

Zudem würden Schlachthöfe ihre Mehrkosten derzeit auf die Landwirte abwälzen. Wie Quaing dem NDR sagte, sei die Schlacht-Branche von einem Personalumbau betroffen gewesen, weil Werkverträge weggefallen sein. Die höheren Personalkosten für Schlachterinnen und Schlachter geben die Betriebe gleich an die Schweinehalter weiter.

„Wir sind der Meinung, dass das auf den Schweinepreis aufgeschlagen werden muss – dass die Gesellschaft das tragen muss und nicht der Schweinehalter“, so Quaing.

Harte Zeiten für Landwirte: Die Kreiszeitung sprach mit ihnen über ihre seelische Not – Billigpreise, Anfeindungen und neue Gesetze fordern ihren Tribut. Auch Rotenburgs Landvolk-Vize Jörn Ehlers sagte in einem Interview, „die Lage ist absolut ernst.“ Trotz der misslichen Lage halfen hunderte Landwirten aus Niedersachsen den Flutopfern. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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