Aktuelle Corona-Verordnung

Was die 3G-Regel für die Menschen in Niedersachsen nun bedeutet

Geimpft, genesen oder getestet: Die 3G-Regel soll nach dem Bund-Länder-Beschluss eingeführt werden. Was das für das tägliche Leben in Niedersachsen bedeutet.

Hannover - Die Landesregierung in Niedersachsen will am Dienstag (24. August 2021) eine neue Corona-Verordnung vorlegen. Am Mittwoch soll sie dann in Kraft treten. Damit setzt das Land größtenteils die aktuellen Beschlüsse zur Corona-Pandemie von Bund und Ländern um. Ein neues zentrales Element ist dabei die sogenannte 3G-Regel. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen ein bestimmtes Infektionsgeschehen festgestellt wird, soll der Zugang zu bestimmten Einrichtungen, Veranstaltungen oder Leistungen auf geimpfte, genesene und getestete Personen (3G) beschränkt werden.

Geimpft, genesen, getestet: 3G-Regel soll in Niedersachsen gelten

In Bremen und Bremerhaven wurde die neue Corona-Regel bereits in der vergangenen Woche eingeführt. Dort führt die neue Verordnung bereits zu Umsatzeinbußen. Die Gäste meiden die Innenräume. „Sogar die Geimpften haben Angst,“ sagt ein Gastronom. Somit greifen die sogenannten „3G-Regeln“, die die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vergangene Woche beschlossen* hatten.

Neue Corona-Verordnung in Niedersachsen: Das erwartet uns.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte, dass Niedersachsen alles, was in dem Beschluss stehe, mittrage. „Ich halte die 3G-Regel grundsätzlich für richtig und sinnvoll“, sagte Weil, „der Schutzstandard wird damit in besonders gefährdeten Bereichen - also dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen - deutlich erhöht.“ In Hamburg wird unterdessen bereits über ein 2G-Optionsmodell* nachgedacht.

Was die 3G-Regel in Niedersachsen bedeuten könnte

Welche Bereiche sind betroffen?

Vorgesehen ist eine solche Zugangsbeschränkung nach einem Verordnungsentwurf aus der vergangenen Woche, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, für diverse Innenräume - zum Beispiel in der Gastronomie, in Hotels, im Fitnessstudio oder beim Friseur. Auch bei Zusammenkünften mit mehr als 25 Menschen soll die 3G-Regel demnach gelten.

Ab wann soll die 3G-Regel gelten?

Laut dem Entwurf soll diese Regel gelten, wenn mindestens die erste von drei neuen Warnstufen ausgerufen wird oder die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegt. Die Warnstufen sollen eingeführt werden, um bei der Steuerung der Corona-Maßnahmen zusätzliche Kennwerte neben der Sieben-Tage-Inzidenz zu berücksichtigen. Sie werden demnach vom Landkreis oder der kreisfreien Stadt ausgerufen. Sie sollen sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz sowie den Parametern „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“ zusammensetzen.

Was bedeuten die neuen Parameter?

Mit „Hospitalisierung“ ist die landesweite Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Fälle je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gemeint (Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz). Der Indikator „Intensivbetten“ bestimmt sich nach dem prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Intensivbettenkapazität.

Wann soll eine Warnstufe ausgerufen werden?

Überschreiten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen zwei der drei Indikatoren die in der Verordnung neu festgelegten Schwellenwerte, sollen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt vom übernächsten Tag an entsprechende Warnstufen gelten. So sieht es der Entwurf vor.

Wer soll die 3G-Regel kontrollieren?

Jeder, der einen beschränkten Bereich betritt, soll einen Impfnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen negativen Test vorlegen müssen. Auch ein Personalausweis zur Überprüfung der Identität sollte immer mitgeführt werden. Die Betreiber oder Veranstalter sind laut Entwurf dazu verpflichtet, die Nachweise überprüfen. Tests müssten demnach - etwa bei längeren Hotelaufenthalten - zweimal wöchentlich wiederholt werden.

Was soll für größere Veranstaltungen und Diskos gelten?

Auch bei Zusammenkünften mit mehr als 1000 Menschen soll laut Verordnungsentwurf die 3G-Regel greifen. Allerdings muss dazu keine Warnstufe ausgerufen oder eine bestimmte Inzidenz überschritten werden. Die Regel soll dann also „inzidenzunabhängig“ gelten. Gleiches soll für die Diskotheken gelten.

Wann stehen die neuen Regeln endgültig fest?

Derzeit befindet sich der Verordnungsentwurf noch in der finalen Abstimmung. Am Dienstagnachmittag will die Landesregierung die neue Corona-Verordnung der Öffentlichkeit präsentieren. Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich dafür angekündigt. Mit Material der dpa.kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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