Mythos widerlegt

Warum legen Katzen Mäuse vor die Tür: Beute ist kein Geschenk für Besitzer

Wenn Katzen Mäuse vor die Tür legen, ist das eine Beute-Mitbringsel für den Besitzer. Diesen Mythos glauben fast alle Katzenhalter. Doch Experten sagen: falsch!

Katzenbesitzer kennen es: Kaum öffnet man morgens die Haustür, stolpert man über ein mal mehr mal minder lebendiges Mäuschen auf der Fußmatte. Doch was steckt hinter dem gruseligen Fund am Morgen? Möchte uns unser Samtpfötchen wirklich ein Geschenk machen oder steckt hinter dem Mitbringsel etwas ganz anderes? Davon sind Experten nämlich überzeugt.

Tier:Hauskatze
Wissenschaftlicher Name:Felis catus
Lebenserwartung:2 – 16 Jahre (In der Wildnis)
Tragzeit:58 – 67 Tage
Gewicht:3,6 – 4,5 kg (Erwachsener)
Höhe:23 - 25 cm
Täglicher Schlafbedarf:12 – 16 Stunden

Warum bringen Katze Mäuse von Streifzügen mit – legen Katzen wirklich Geschenke vor die Tür?

Kaum bekommen Katzen Ausgang, bringen sie ihren Besitzern ein unliebsames Mitbringsel mit: Mäuse, Vögel oder Frösche – manchmal noch lebendig und manchmal eben auch schon völlig zerfleischt. Seit Jahren hält sich der Irrglaube, dass Katzen ihren Besitzern aka „Fütterer-und-Dosenöffner“ auf diese Weise etwas zurückgeben wollen. Schließlich werden die Samtpfötchen ja Tag ein Tag aus mit Katzenmilch, köstlichem Nassfutter und Leckereien verwöhnt. Und im Krankheitsfall liebevoll gepflegt – darum sorgte eine neue Antibiotika-Regel für Tiere erst kürzlich für große Sorge bei Haustier-Haltern. Eine Tierärztin aus Verden sammelte sogar Unterschriften gegen das Antibiotika-Verbot. Wie weit Katzenliebe geht, zeigt auch die „Rotenburger Katzenpatrouille“: Ein Ehepaar, das nachts liebevoll streunende Katzen versorgt.

Warum bringen Katzen ihren Besitzern von nächtlichen Streifzügen lebendige Mäuse mit? (kreiszeitung.de-Montage)

Doch der Mythos, dass Katzen ihren Besitzern Mäuse und andere Beute als Geschenk vor die Tür legen, ist leider falsch! Seit jeher gehört das Fangen von Beute zur Natur der Katze. Und seit jeher ist es ein Instinkt der Minitiger, anderen aus ihrer Gruppe etwas beizubringen, das das Überleben sichert. Darum sind Experten der Meinung, dass Katzen mit ihren Mitbringseln von nächtlichen Streichzügen ihren Besitzern in Wirklichkeit das Jagen beibringen wollen. Schließlich ist es eben diese Fähigkeit, die von den Katzentieren als lebenswichtig eingestuft wird, da sie der Ernährung und der Versorgung des Nachwuchses dient.

Mäuse als Geschenk vor der Tür – das steckt dahinter: Katzen wollen ihre Besitzer trainieren

Und warum sind die Frösche, Mäuse oder Vögel oftmals noch halb am Leben und scheitern meist kläglich am Versuch, sich über den Wohnzimmerteppich ziehend in die Freiheit zu retten?

Deutsche und britische Verhaltensforscher erklären dieses Phänomen wie folgt: Raubkatzen, von denen eben auch unsere süßen Samtpfötchen abstammen, jagen meist dann am häufigsten, wenn es gilt, ihren Nachwuchs zu versorgen. Doch kaum werden die kleinen Kätzchen älter, bringen die Elterntiere ihre Beute lebendig mit. Denn schließlich sollen die Kleinen lernen, ihre Beute selbst zu jagen und zu fangen, um sich eines Tages selbst zu versorgen.

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Wie es scheint, werden wir Menschen von unseren Hauskatzen als ebenso unfähige Jäger eingeschätzt, wie junger Nachwuchs. So verfolgt Mauzi mit ihrem Mitbringsel nur ein Ziel: ihren Besitzern das Jagen beizubringen! Und das gelingt eben, nur wenn man übt, übt und nochmal übt – mit lebendigen Mäusen, Vögeln oder Fröschen.

Katzenbeute ist kein Geschenk für den Besitzer, sondern Aufforderung: „Hier ist die Maus, also lerne!“

Wenn Ihr kleiner Minitiger das nächste Mal seine Beute mitbringt, bedenken Sie also einfach: Das dient ausschließlich der Fortbildung! Getreu dem Motto: „Hier ist die Maus, also lerne!“ Schaffen Sie es tatsächlich, die um ihr Leben wimmernde Maus einzufangen und setzen diese in der freien Wildbahn aus, dürfte Mauzi mit Sicherheit glücklich sein – und die Maus sowieso. Happy cat, happy life!

Weitere Tipps, damit Mauzi sich in ihren vier Wänden wohlfühlt: den Haustiger regelmäßig mit Wurmkuren behandeln lassen, die eigene Wohnung katzensicher machen und ihr Samtpfötchen bei frischem Zeckenschutz nicht umarmen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Shotshop/IMAGO-images & Julian Stratenschulte/picture alliance/dpa

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