Corona-Lockdown

Tierischer Ausflug: Wann öffnen Zoos und Tierparks?

Gerichtliche Entscheidung: Zoos und Tierparks in Niedersachsen dürfen öffnen, auch wenn die Inzidenz über 100 liegt. Auch über Ostern empfangen einige Zoos Besucher.

Update vom 29. März: Der Zoo Osnabrück hat seit rund einer Woche wieder geöffnet. Besucher müssen sich vorher online anmelden. Die Tierhäuser und der Streichelzoo bleiben geschlossen. Um den Besucherandrang zu entzerren, werden die Öffnungszeiten in der ersten Ferienwoche verlängert - dann hat der Zoo dann bis 21.30 Uhr geöffnet. „Wir behalten aber natürlich im Auge, ob es eventuell eine Ausgangssperre gibt“, sagt Pressesprecher Jan Banze. Mit Einbruch der Dämmerung stehen zahlreiche beleuchtete Lichtfiguren entlang der Wege im Mittelpunkt des Besuchs.

Auch der Tierpark in Nordhorn hat weiter auf. Für einen Besuch ist der Kauf eines Onlinetickets erforderlich. Der Zoo Hannover lässt derzeit nur vorher angemeldete Gäste hinein, die eine Jahreskarte besitzen.

Update vom 23. März: Die Deutsche Tierparkgesellschaft (DTG), Deutschlands mitgliederstärkster Zooverband, sieht sich durch das Urteil des 13. Senats des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in ihren Forderungen zur Öffnung von Zoos bestätigt, wie sie in einem Schreiben mitteilt. Das Gericht hat mit drei Eilbeschlüssen vom 19. März 2021 verschiedene Verbotsregelungen der Niedersächsischen Corona-Verordnung in der derzeit geltenden Fassung vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, dass die Zoos und Tierparks in Niedersachsen ab sofort öffnen dürfen und die Verordnung in diesem Punkt außer Kraft gesetzt ist. Auch wenn die Zoos in einem Landkreis mit einer Inzidenz über 100 liegen.

Die Zoos sind gut aufgestellt. Wir haben gute Hygienekonzepte, Platz und viel frische Luft. Das Gericht hat unsere Auffassung vollumfänglich bestätigt.

Dr. Nils Kramer, Vizepräsident der Deutschen Tierparkgesellschaft und Zoodirektor im Tierpark Nordhorn

Die DTG fordert die Erkenntnisse aus diesem Gerichtsurteil nun auch bei den bevorstehenden Verordnungen nach dem Bund-Länder-Gipfel am Montag in allen Bundesländern anzuwenden, in denen der Zoobesuch noch eingeschränkt ist. „Die Zoos sind gut aufgestellt. Wir haben gute Hygienekonzepte, Platz und viel frische Luft. Das Gericht hat unsere Auffassung vollumfänglich bestätigt.“ so der Vizepräsident der DTG, Dr. Nils Kramer, Zoodirektor im Tierpark Nordhorn, dem drittgrößten Zoo in Niedersachsen. 

„Wir halten unsere Forderung nach einer Öffnung aller Zoos und Tierparks in ganz Deutschland aufrecht“, wird auch der Präsident der Deutschen Tierparkgesellschaft, Gert Emmrich, in der Mitteilung zitiert. „Dieses Gerichtsurteil sollte für die anderen Bundesländer wegweisend sein. Wir vertrauen darauf, dass die Erkenntnisse in den anstehenden Verordnungen berücksichtigt werden.“ 

Die Deutsche Tierpark Gesellschaft fordert, dass der aktuelle Umgang mit Zoos und Tierparks in Niedersachsen auch in der neuen Verordnung Berücksichtigung findet.

Zur Begründung hat das niedersächsische Gericht ausgeführt, dass eine Schließung als Infektionsschutzmaßnahme nicht mehr erforderlich und auch nicht mehr angemessen sei. Das Infektionsrisiko bei Aufenthalten im Freien sei von vorneherein vergleichsweise gering und könne durch mildere Maßnahmen als eine Schließung hinreichend effektiv reduziert werden. Kramer fordert deshalb auch bei den zukünftigen Verordnungen, dass die Betriebsschließungen mit der notwendigen Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit betrachtet werden. „Für einen Aufenthalt an der frischen Luft gibt es mildere Mittel, als die komplette Betriebsschließung. Wir haben gezeigt, dass unsere Hygienekonzepte wirken.“ 

Update vom 22. März: Nach viereinhalb Monaten Pause durfte der Weltvogelpark in Walsrode am Samstag wieder öffnen. In dem Park im Heidekreis sind 4000 Vögel aus etwa 650 Arten zu sehen. Derzeit können 2000 Besucher den Park besuchen. Um einen garantierten Einlass zu gewährleisten, gibt es eine Onlineticketbuchung. Nach den Einschränkungen im Corona-Jahr 2020 hofft der Park nun auf die Saison 2021 - erwartet werden 250.000 bis 300.000 Besucher. Im vergangenen Jahr kamen wegen des Lockdowns rund zwanzig Prozent weniger Gäste.

In Hannover und Osnabrück öffnen am Samstag die Zoos mit Einschränkungen wieder - obwohl die Region und die Stadt mit mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche als Hochinzidenz-Kommunen gelten.

Update vom 19. März: Die Zoos und Tierparks in niedersächsischen Kommunen mit hohen Corona-Infektionszahlen dürfen ab sofort wieder öffnen. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg setzte am Freitag die Schließung von Zoos und Tierparks in den sogenannten Hochinzidenz-Kommunen per Eilbeschluss außer Vollzug. Das Infektionsrisiko bei Aufenthalten im Freien sei vergleichsweise gering und könne durch mildere Maßnahmen reduziert werden, hieß es zur Begründung. Damit könnte zum Beispiel der Zoo Hannover wieder öffnen.

Die Freizeitparks im Land müssen allerdings weiterhin geschlossen bleiben, wie der 13. Senat entschied. Hier sei unklar, ob zum Beispiel in Fahrgeschäften oder Warteschlangen dem Infektionsschutz Rechnung getragen werden könne. Zudem schritt das OVG auch bei den Kontaktbeschräkungen ein und kippte eine Entscheidung zum Einzelmusikunterricht, berichtet nordbuzz.de*. * nordbuzz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Update vom 16. März: Seit einer Woche sind Ausflüge in den Zoo Osnabrück wieder möglich - die Online-Buchung wird gut angenommen. Nach dem Überschreiten der 100er-Inzidenz muss der Zoo Osnabrück in der Corona-Krise von Mittwoch an wieder dicht machen. „Es tut sowohl im Herzen als auch im Geldbeutel weh, die Kinder freuen sich so sehr“, sagte Sprecherin Lisa Simon.

Wegen der hohen Infektionszahlen müssen Einzelhandel, Kultureinrichtungen und der Zoo wieder komplett schließen. Gleichzeitig appellierte die Stadt an das Land, sinnvolles und risikoarmes Öffnen zu ermöglichen. Dazu gehöre auch eine Öffnung des Tierparks. Dort seien die Gäste unter freiem Himmel und könnten Abstand halten, solange die Besucherzahlen begrenzt werden.

Es geht für uns langsam auch ums Überleben.

Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück

„Es geht für uns langsam auch ums Überleben“, sagte Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück. „Im Frühjahr beginnt mit den Osterferien die besucherstarke Zeit. Verluste, die wir im Winter machen, gleichen wir ab April normalerweise wieder aus und schaffen uns auch Rücklagen für das Jahresende.“ Aktuell sei man einmal mehr auf Spenden angewiesen, um zumindest einen Teil der Kosten zu decken.

Nach viermonatiger Schließung hatten die ersten niedersächsischen Zoos und Tierparks erst vergangenen Montag öffnen dürfen. Nach der neuen Corona-Verordnung ist das in Landkreisen und kreisfreien Städten möglich, in denen die Inzidenz von 100 nicht überschritten wird. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Nach dem Überschreiten der 100er-Inzidenz muss der Zoo Osnabrück ab Mittwoch wieder schließen.

Im Zoo Osnabrück wurde das Online-Terminangebot sehr gut angenommen, wie die Sprecherin des Tierparks sagte. Die Tageskapazität von 2000 Besuchern sei annähernd erreicht worden. Auch der Zoo forderte, Outdoor-Einrichtungen anders zu bewerten als beispielsweise Museen und Galerien.

Update vom 6. März: Nach mehr als vier Monaten Zwangsschließung in der Corona-Pandemie planen erste Freizeiteinrichtungen in Niedersachsen Teil-Öffnungen. Der Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf teilte am Freitag mit, am kommenden Montag wieder Besucher begrüßen zu wollen. Der Eintritt sei dann aber nur nach vorheriger Reservierung möglich. Für die Zeitfenster gebe es feste Kontingente.

Nach der neuen Verordnung des Landes Niedersachsens können Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten ab dem kommenden Montag (8. März) mit der Hälfte der normalen Besucherkapazität und einer Anmeldepflicht wieder öffnen.

Noch etwas gedulden müssen sich Besucher des Zoos Hannover. Dort will man zunächst die konkreten Vorgaben der neuen Landesverordnung einsehen. „Wir warten jetzt auf die Verordnung des Landes, auf die wir dann entsprechend reagieren werden“, sagte der Geschäftsführer des Zoos Hannover, Andreas M. Casdorff, in einer Mitteilung am Freitag. Noch gebe es einige offene Fragen. (dpa)

Update vom 23. Februar: Die Zoos in Deutschland wollen im März wieder öffnen. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungen der Bundesländer betonte der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), dass im Falle sinkender Infektionszahlen und angesichts des Lockdown-Stress in vielen Familien die Zoos einen sicheren Ausgleich bieten könnten.

„Im letzten Jahr haben wir gezeigt, dass wir unseren Gästen mit unserem umfassenden Hygienekonzept einen unbeschwerten Besuch im Tiergarten bieten können“, teilte VdZ-Vizepräsident und Direktor des Nürnberger Tiergartens, Dag Encke, am Dienstag mit. Zurzeit sind nach VdZ-Angaben nur die Zoos in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und dem Saarland geöffnet.

Update vom 22. Februar: Mit steigenden Temperaturen steigen sonst auch die Besucherzahlen in Tierparks und Zoos. Mit dem Lockdown müssen diese aber weiterhin - vorerst bis 7. März - geschlossen bleiben. Die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG) fordert jedoch ein verlässliches Öffnungsszenario. Das gute Wetter bringt die Menschen mehr an die frische Luft zum Spaziergang. Gert Emmrich. Präsident der DTG, hatte bereits erklärt, dass er einen Zoobesuch als nicht anders zu bewerten sieht, als einen Spaziergang an der frischen Luft. „Besser noch als im Wald, wir haben funktionierende Hygienekonzepte“, sagte er.

Ursprungsmeldung vom 21. Februar: Niedersachsen -  Keine Besucher, nirgends: Die etwa 30 Zoos und Tierparks in Niedersachsen und Bremen überwintern derzeit ohne zahlende Gäste, hoffen aber, zum Ostergeschäft wieder starten zu können. „Ich gehe in meinen Planungen davon aus, dass wir bis März noch geschlossen bleiben“, sagt der Geschäftsführer des Osnabrücker Zoos, Andreas Busemann. Die Kosten laufen für die Zoos weiter: Die Tiere müssen weiterhin betreut werden, auch die Energiekosten sind im Winter hoch, sagte Busemann. Insofern tue seinem Zoo die derzeitige Schließung weh.

Bund und Ländern einigten sich, den geltenden Shutdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Das gilt auch für Zoos und Tierparks in Niedersachsen, aber auch wie es danach weiter geht ist - Stand Ende Februar - unklar. Der wirtschaftliche Hintergrund der Tierparks, Zoos und Wildgehege als Grundlage zum Überleben der Krise ist derzeit sehr unterschiedlich, erklärt Nils Kramer. Er leitet den Tierpark Nordhorn.

Für den ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr, der die Zoos ums wichtige Geschäft an Ostern und Christi Himmelfahrt gebracht hat, habe das Land ein abgestimmtes Hilfsprogramm vorgelegt. „Das hat sehr gut und sehr fair geklappt“, sagt Kramer. Aus diesem ersten Lockdown seien die Zoos mit einem blauen Auge davongekommen. Aber die jetzige Schließung sei länger als im vergangenen Frühjahr, das sei eine große Herausforderung. Sollte die Schließung noch über Ostern hinaus andauern, könnte es für einige Einrichtungen schwer werden.

Viele Zoos und Tierparks hoffen auf ein Wiedereröffnen zu Ostern.

Hinter dem Tierpark Nordhorn stehen kommunale Gesellschafter, das gilt auch für den Zoo Hannover und den Zoo Bremerhaven im Bundesland Bremen. Nils Ismer hingegen betreibt in Wagenfeld (Kreis Diepholz) den Tierpark Ströhen, ein Familienunternehmen mit 30 Mitarbeitern. Daneben hat seine Familie noch eine Landwirtschaft und ein Arabergestüt. Sein Betrieb sei breit aufgestellt, das helfe durch die schwere Lage. Ansonsten aber zehre er von den Reserven, die er aufgebaut habe. Auch er hofft auf eine Öffnung zu Ostern. „Wenn es länger dauern würde, hätten wir ein Problem.“ Bereits im Dezember hatte sich Betreiber Irmer unglücklich gezeigt über die anhaltende Schließung seines Tierparks.

DTG fordert verlässliches Öffnungsszenario für Zoos

Die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG) fordert derweil ein verlässliches Öffnungsszenario für Zoos. „Sehr harte Zeiten für die Zoowelt, wir haben keine Einnahmen.“ so der Präsident der DTG, Gert Emmrich. „Unser Betriebsaufwand ist hingegen hoch, oberstes Ziel ist schließlich die Gesunderhaltung von Mensch und Tier.“ Die Besuchereinnahmen stellen für die Tierparks die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle dar. Dass man nun ein halbes Jahr bereits ohne diese Einnahmen auskommen muss, stellt die Zoowelt vor riesige Herausforderungen. Insbesondere der Aufwand für die Tiere ist unverändert hoch. „Wir können unsere Tiere nicht in Homeoffice oder Kurzarbeit schicken!“ so Emmrich weiter.

Laut der Deutschen Tierpark Gesellschaft haben Zoos die nötigen Voraussetzungen, um Hygiene-Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.

„Investitionen wurden gestoppt, Ausgaben gestrichen und geschoben, Personal in Kurzarbeit geschickt, lediglich bei der Qualität der Tierpflege mache man keine Abstriche“, so Emmrich. Dabei bieten die Tierparks nach Ansicht der DTG alle Voraussetzungen, um zeitnah eine Öffnung zu ermöglichen. „Ein Zoobesuch ist nicht anders zu bewerten, als ein Spaziergang an der frischen Luft!“ so der Präsident von über 100 verschiedenen Einrichtungen. „Besser noch als im Wald, wir haben funktionierende Hygienekonzepte. Wir sind für unsere Gäste da.“ Der Sommer habe gezeigt, dass die Hygienekonzepte der einzelnen Einrichtungen wirken.

Zoos spüren Solidarität aus der Bevölkerung

Immerhin aber spüren die Tierparks und Zoos eine große Solidarität der regionalen Bevölkerung. Die Spendenbereitschaft ist vielerorts groß, Patenschaften stehen hoch im Kurs. In Nordhorn habe sich die Zahl der Tierpatenschaften mehr als verdreifacht, die Zahl der Mitglieder im Förderverein sei um 100 gestiegen - „das ist ein irrer Rückhalt“, sagt Kramer. Auch der Zoo am Meer in Bremerhaven habe bei den Patenschaften um 200 Prozent zugenommen, sagt Zoodirektorin Heike Kück. Die Zoos versuchen derzeit, ihr Online-Marketing auszubauen und schon einmal Eintritts- und Jahreskarten zu verkaufen, auch wenn die Gäste noch nicht kommen können.

Aber am Ende sei es wichtig, dass die Zoos Ostern wieder aufmachen könnten, betonen die Zoochefs. Auch dann würden die Kassen erst nur langsam gefüllt, denn bei einer Neueröffnung dürfte die Besucherzahl wegen der Hygiene- und Abstandsregeln reduziert sein. „Wir gehen davon aus, dass wir zu Ostern öffnen können - aber mit angezogener Handbremse“, sagt Kück.

Rubriklistenbild: © Franz Frieling, Tierpark Nordhorn

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