2G-Plus droht

Warnstufe 2 in Niedersachsen: Diese Corona-Regeln gelten nun

2G-Plus statt 2G: Niedersachsen steuert auf Warnstufe 2 zu. Ab Mittwoch drohen damit strenge Corona-Regeln – auch für Genesene und Geimpfte. Ist der Lockdown möglich?

Hannover/Berlin – Befeuert durch die Delta- und Omikron-Varianten spitzt sich die Corona-Lage in Niedersachsen immer weiter zu. Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen wird das Bundesland bald die höhere Warnstufe 2 ausrufen und die Corona-Regeln verschärfen müssen. So soll bereits ab Mittwoch vom 2G auf das 2G-Plus-Modell flächendeckend gewechselt werden und damit in vielen Bereichen auch eine Testpflicht für Geimpfte und Genesene gelten, wie Ministerpräsident Stephan Weil (SDP) in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ankündigte. Dies sei „mühsam und ärgerlich, aber leider notwendig“, betonte der Regierungschef – und schloss zugleich einen erneuten Lockdown nicht mehr aus.

Corona: Niedersachsen erhöht auf Warnstufe 2 und wechselt ab Mittwoch von 2G auf 2-G-Plus

Im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern im Süden Deutschlands verläuft in Niedersachsen das Infektionsgeschehen derzeit noch deutlich besser. Dennoch steigen auch im Norden die Ansteckungszahlen der Corona-Neuinfektionen rasant, was die Ansage der Hamburger Senatorin Melanie Leonhard (SPD) an Kliniken unterstreicht, damit die notwendigen Intensivbetten* frei bleiben. Bereits am Sonntag hatte der Hospitalisierungswert an vier Tagen in Folge über 6 gelegen. Wird der Wert noch einmal geknackt, dann muss nahezu in ganz Niedersachsen die Warnstufe 2 ausgerufen werden. Denn auch der zweite Indikator, der Inzidenzwert, liegt verlässlich über der 100er-Marke.

Wird wohl die 2G-Plus-Regel in Niedersachsen einführen: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Lediglich fünf Kommunen sind nach einem Bericht des NDR noch nicht an der Werte-Grenze angelangt: die Städte Osnabrück und Wilhelmshaven, die Landkreise Holzminden, Nienburg und der Heidekreis. Es wird jedoch vermutet, dass Niedersachsen die 2G-Plus-Regel trotzdem landesweit ab Mittwoch ausrollt – alleine schon, um einen Regel-Flickenteppich im Land zu vermeiden, wie es hieß. Doch was gilt dann in Niedersachsen? Das zeigt die folgende Kurz-Übersicht von kreiszeitung.de, während sie alle Warnstufen auf einen Blick in Niedersachsens Corona-Verordnung nachlesen können.

2G-Plus: Diese Regeln gelten in Niedersachsen ab Warnstufe 2 – die Übersicht

  • Zutrittsbeschränkungen auch Geimpfte und Genesene: Ab Warnstufe 2 wird laut der aktuellen Corona-Verordnung in Niedersachsen die Beschränkung auf 2G plus eingeführt. Das bedeutet, dass zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis ein aktueller negativer Testnachweis vorgelegt werden muss. Dies gilt für alle Veranstaltungen im Innenbereich (draußen 2G) und generell für Weihnachtsmärkte. Die Vorgabe erstreckt sich zudem auf die Innenbereiche von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Discotheken, Gastronomie, Beherbergung und auf alle körpernahen Dienstleistungen. Somit sind auch Frisöre von der 2G-Regelung betroffen. Draußen gilt in Warnstufe 2 die Beschränkung auf 2G. Messen bleiben bei 3G – notwendig ist jetzt aber ein PCR-Test. Bei Supermärkten gibt es eine eigene Diskussion*.
  • In Warnstufe 2 wird zudem die Maskenpflicht verschärft auf FFP2 in allen Innenbereichen.
  • Kontaktbeschränkung: Generell gilt, dass in Warnstufe 2 nur noch bis zu 15 Personen ohne 2G plus in Innenbereichen beziehungsweise 2G unter freiem Himmel zusammenkommen dürfen.

Ob die Maßnahmen ausreichen, bleibt abzuwarten. Sollten die Corona-Zahlen weiter steigen, dann scheut sich der Ministerpräsident offenbar auch nicht mehr vor noch drastischeren Maßnahmen. Zu einem dann möglichen Lockdown sagte Weil der HAZ: „Das ist ein Punkt, den wir jetzt intensiv diskutieren müssen.“ Doch dabei ginge es wohl eher um die Zeit nach Weihnachten. Denn genau dann würden sich viele Familien treffen. Möglich sei es deswegen, die Corona-Regeln bis Weihnachten zu verschärfen und danach – wenn nötig – eine „verlängerte Weihnachtsruhe“ zu verhängen.

Niedersachsen: Impfpflicht für alle und Lockdown – Ministerpräsident Weil schließt zu Weihnachten nichts aus

Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens ist in Deutschland aber komplizierter geworden. Die künftige Ampel-Koalition von SPD, FDP und Grüne ließ kürzlich das Infektionsschutzgesetz im Bundestag und Bundesrat ändern, sodass der Bund nicht mehr so einfach einen Lockdown ausrufen kann. Die Länder sind nun auf sich alleine gestellt. Möglicherweise wird die Gesetzeslage aber Mitte Dezember noch einmal angepasst.

Aus dem Kanzleramt hagelt es wegen des Wirrwarrs mächtig Kritik. Auch SPD-geführte Länder wie Niedersachsen stehen dabei im Fokus. Die eingeschlagene Corona-Politik der Ampel sei ein „schwerwiegender Fehler“, warnte der scheidende Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, Hendrik Hoppenstedt (CDU), laut der Nachrichtenagentur dpa. Leider habe auch Ministerpräsident Weil im Bundesrat diesem Vorgehen zugestimmt, so der niedersächsische Bundestagsabgeordnete.

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Weil selber setzt seine Hoffnung in der Pandemiebekämpfung jetzt neben einer deutlichen Regelverschärfung auch auf die Fortschritte beim Impfen. Zur Not sollen die Deutschen sanft gezwungen werden. So sprach sich der niedersächsische Regierungschef als erster Ministerpräsident für die Einführung einer Impfpflicht aus. Die inzwischen auch in Deutschland nachgewiesene Omikron-Variante des Coronavirus* bedeute nun einmal eine neue Lage, sagte Weil. Studien zufolge helfe eine Booster-Impfung auch halbwegs gegen diese neue Mutation. „Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar“, so der Niedersachse.

Corona-Regeln auf dem Weihnachtsmarkt und beim Friseur: Was gilt be körpernahen Dienstleistungen

Während sich die Corona-Regeln auf dem Weihnachtsmarkt in den verschiedenen Bundesländern* sehr unterschiedlich verhalten, können die Corona-Regeln im Supermarkt und Discountern wie Edeka, Lidl, Aldi oder Rewe im Dezember ebenfalls stark voneinander variieren.

Ähnlich sieht es auch bei der Verschärfung der Corona-Regeln beim Friseur und weiteren körpernahen Dienstleistungen mit 2G* aus. Am Ende ist es in der vorweihnachtlichen Zeit allerdings entscheidend, wie sich das Pandemie-Geschehen entwickelt. Je nachdem kann es zu weiteren drastischen Verschärfungen wie einem deutschlandweiten Lockdown und Bundesnotbremse* kommen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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