Corona-Lockerungen

Geflegte Hände: Wann öffnen Nagelstudios?

In einigen Bundesländern durften Nagelstudios ab dem 1. März wieder öffnen. In Niedersachsen und Bremen ist der Besuch seit mehr als einer Woche wieder möglich.

  • Seit 8. März ist der Besuch im Nagelstudio auch in Niedersachsen und Bremen wieder möglich.
  • Nagelstudios durften nur in einzelnen Bundesländern schon ab 1. März öffnen.
  • Neben den allgemeinen Hygieneregeln gibt es besondere Vorgaben.

Update vom 9. März: Kosmetik- und Nagelstudios dürfen seit Montag, unabhängig von der Inzidenz, wieder öffnen. Das vermeldete die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Neben den allgemeinen Hygieneregeln müssen medizinische Masken ohne Ventil zum Ausatmen getragen werden. Wie bereits vor dem Lockdown sind zudem die Kundendaten zu dokumentieren.

Werden Arbeiten durchgeführt, bei denen die Kundschaft die Maske nicht durchgehend tragen kann, muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Außerdem besteht eine Testpflicht für Angestellte auf Basis eines Testkonzepts.

Nagelstudios dürfen wieder öffnen

„Ab sofort sind körpernahe Dienstleistungen unter Beachtung der Schutz- und Hygienekonzepte wieder zulässig“, heißt es auf der Homepage der Handwerkskammer Bremen. Das Tragen von FFP2-Masken ist vorgeschrieben. Angestellte der Salons müssen Schilder mit Schutzbrillen tragen, wenn die Kundschaft bei gesichtsnahen Behandlungen die Maske absetzen muss. Selbst- oder Schnelltests sind aktuell nicht vorgeschrieben.

Die Stadt Bremerhaven hat eine strengere Regelung hinsichtlich der Corona-Richtlinien beschlossen. Gemäß der aktuellen Verordnung sind körpernahe Dienstleistungen davon nicht betroffen und dürfen öffnen.

Seit 8. März ist der Besuch im Nagelstudio auch in Niedersachsen und Bremen wieder möglich.

Update vom 7. März: Wer in Niedersachsen ein Nagelstudio besuchen möchte, muss dies mit einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung tun. Ist ein solches Tragen nicht möglich, muss der Kunde einen negativen und tagesaktuellen Covid-19-Schnelltest vorlegen. Diese Regelung gilt in Niedersachsen ab dem 8. März und ist unabhängig vom aktuellen Inzidenzwert gültig.

Update vom 4. März: Bund und Länder haben in der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch einen Weg zu Lockerungen in der Corona-Pandemie beschlossen. Ab dem 8. März sollen körpernahe Dienstleistungen wieder möglich sein, dazu zählt auch der Besuch im Nagelstudio. Teilweise kann vor dem Termin im Nagelstudio allerdings ein tagesaktueller negativer Corona-Test verlangt werden.

Update vom 24. Februar: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat am Freitag sechs Eilanträge gegen die Schließung von Betrieben infolge des neuen Teil-Lockdowns abgelehnt. Der 1. Senat hält nach VGH-Angaben Ungleichbehandlungen von Betrieben bei diffusem Infektionsgeschehen für zulässig, weil etwa Lebensmittelläden der Grundversorgung und damit dem Gemeinwohl dienten. Auch Abweichungen etwa für Schulen seien pädagogisch, wenn auch nicht rein infektionsschutzrechtlich, zu begründen.

Zu den Antragstellern gehörte unter anderem ein Nagelstudio. Sie hatten auf die Ungleichbehandlung zum Einzelhandel verwiesen, der unter Auflagen öffnen darf. Auch die Infektionszahlen in den jeweiligen Bereichen gäben Betriebsschließungen nicht her.

Das Grundrecht auf Berufsfreiheit werde durch die Corona-Verordnung zwar verletzt und die Betriebe erlitten gewaltige Nachteile, räumten die Mannheimer Richter ein. Doch vor dem Hintergrund der geplanten Entschädigungsleistungen des Bundes sei dies verhältnismäßig. Überdies komme dem Erhalt eines leistungsfähigen Gesundheitssystems vor allem im Interesse der Corona-Patienten in der Abwägung mit den Belangen der Antragsteller ein höheres Gewicht zu. Der Lockdown wird damit begründet, soziale Kontakte und damit die Weitergabe des Virus zu reduzieren.

Ursprungsmeldung: In einzelnen Bundesländern, darunter Schleswig-Holstein und Sachsen, dürfen neben Friseursalons auch Nagelstudios ab dem 1. März wieder öffnen. In Niedersachsen, Bremen und Hamburg sieht die Lage anders aus: Kosmetik- und Nagelstudios müssen nach wie vor geschlossen blieben. Ausgenommen sind Einrichtungen für medizinisch notwendige Behandlungen wie Podologie oder medizinische Fußpflege.

Bereits im Februar hatte der Bremer Senat laut HWK Bremen das Schlupfloch für mobile körpernahe Dienstleistungen, also Hausbesuche, in der Bremer Corona-Verordnung verboten. Dazu gehören Maniküren oder Kosmetikbehandlungen.

Wann die Nagelstudios wieder öffnen, fragen sich aktuell viele Kunden.
  • Was unter den Begriff „medizinische Fußpflege“ zu verstehen ist
  • Medizinische Fußpflege dürfen auch Kosmetiker*innen anbieten. Es wird jedoch unterschieden zwischen medizinischer Fußpflege durch Podologen und erlaubnisfreier medizinischer Fußpflege durch Dienstleister außerhalb des Gesundheitswesens.
  • Polologen sind durch von Krankenkassen zertifizierte Anbieter, die auf ärztliche Verordnung ihre Dienstleistung erbringen. Die medizinische Notwendigkeit ihrer Dienstleistung ist also durch den Arzt bestätigt. Üben Kosmetiker eine vermeintlich medizinisch begründbare Fußpflege aus, liegt die Beweislast gegenüber dem kontrollierenden Ordnungsamt bei ihnen selbst.

Auch in Hamburg sind Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege weiterhin untersagt. Der Senat hat die neuen Beschlüsse der Regierung am 11. Februar vereinbart. Zuvor hatte der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann, einen „Hamburger Weg“ gefordert, der es auch den handwerklichen Kosmetikbetrieben erlaubt, am 1. März zu öffnen.

Die nächsten Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Auflagen sind für den 3. März vorgesehen. Dann könnte wohlmöglich feststehen, wann die Nagelstudios wieder öffnen.

  • Was die Bundesländer planen 
  • Baden-Württemberg: Das Bundesland erlaubt die medizinische Fußpflege. Dabei muss eine medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske getragen werden. Laut Handwerkskammer (HWK) Stuttgart dürfen diese medizinischen Behandlungen auch ohne ärztliche Verordnung durchgeführt werden.
    Bayern: Die medizinische Fußpflege ist der HWK München zufolge weiterhin erlaubt. Jedoch nur dann, wenn sie von einem Arzt verordnet wurde oder unter ärztlicher Anleitung erfolgt. Fußpflegeleistungen an Personen mit mindestens Pflegegrad 2 seien hingegen zulässig, da diese als pflegerische Leistungen angesehen werden. 
    Berlin: In Berlin ist die medizinische Fußpflege weiterhin erlaubt.
    Brandenburg: Das Bundesland erlaubt Fußpflege, die nicht rein kosmetischen Zwecken dient.
    Bremen: Mobile Dienstleistungen wie Maniküren oder Kosmetikbehandlungen sind verboten. Ausnahmen bilden medizinisch notwendige Behandlungen.
    Hamburg: Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege sind in Hamburg nach wie vor untersagt. Dies gilt nicht für medizinisch notwendige Dienstleistungen der Fußpflege. 
    Hessen: Wie die HWK Frankfurt-Rhein-Main auf ihrer Website schreibt, dürfen Betriebe (z. B. Nagel- und Fußpflege), die hygienisch notwendigen Dienstleistungen erbringen,  unter strenger Einhaltung der Hygienemaßnahmen ab dem 1. März öffnen.
    Mecklenburg-Vorpommern: Auf der Website des Landes Mecklenburg-Vorpommern heißt es, dass sowohl die medizinische Fußpflege (Podologie) wie auch kosmetische Fußpfleger ihre Praxen und Läden öffnen können und – je nach Aufgabenbereich – medizinisch, therapeutisch und pflegerisch notwendige Behandlungen durchführen dürfen. Auch mobile Angebote seien unter Einhaltung der Schutzvorkehrungen möglich. Nicht zulässig seien rein kosmetische Behandlungen.
    Niedersachsen: Kosmetik- und Nagelstudios dürfen auch ab dem 1. März nicht öffnen. Ausgenommen sind Einrichtungen für medizinisch notwendige Behandlungen wie Podologie oder Fußpflege.
    Nordrhein-Westfalen: In NRW erlaubt bleiben weiterhin Dienst- und Handwerksleistungen in der medizinischen Fußpflege – unabhängig vom Vorliegen einer eigenen Heilkundeerlaubnis. 
    Rheinland-Pfalz: Erlaubt sind in Rheinland-Pfalz Dienstleistungen in Fußpflegeeinrichtungen, die medizinischen Gründen dienen.
    Saarland: Neue Regelungen für das Saarland sollen laut des Saarländischen Rundfunks morgen beschlossen werden.
    Sachsen: In Sachsen dürfen Fußpflegebetriebe ab 1. März wieder öffnen. Laut Landesseite ist dafür jedoch ein Hygienekonzept Bedingung, das eine wöchentliche Testung von Betriebsinhabern und Beschäftigten vorsieht sowie das Tragen medizinischer Masken.
    Sachsen-Anhalt: Laut aktualisierter Verordnung sind in Sachsen-Anhalt Dienstleistungen der Fußpflege mit Ausnahme dekorativer Maßnahmen am Fuß zulässig. Dabei müssen die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden. Kunden müssen zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und vorher online oder telefonisch einen Termin vereinbaren.
    Schleswig-Holstein: Ministerpräsident Daniel Günther kündigte an, dass in Schleswig-Holstein nicht nur Friseure, sondern auch Nagelstudios ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Die aktuelle Schutzverordnung, die bis zum 21. Februar gültig ist, ist jedoch inhaltlich unverändert.
    Thüringen: Wie der MDR Thüringen berichtet, soll es in Thüringen keine Sonderregeln beim Corona-Lockdown geben. Bisher hat das Land seinen Verordnungstext noch nicht aktualisiert.

Die Betreiberin eines Nagelstudios in Stadthagen musste bereits zwei Mitarbeiterinnen entlassen, wie das Haller Kreisblatt berichtete. Warum Unterschiede zwischen den Branchen gemacht werden, kann Tanja Lifke nicht verstehen. Ein grauer Ansatz oder raus gewachsener Stufenschnitt sehe zwar nicht schön aus, aber wenn Gelnägel rauswachsen, könne das sehr schmerzhaft sein.

Auf eine Anfrage beim Bundesverband Kosmetik- und Fußpflegebetriebe zu der aktuellen Stimmungslage haben wir bislang kein Statement bekommen.

Von Maria Sandig mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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