Steigende Infektionszahlen

Sport in Niedersachsen: Wann machen Fitness-Studios wieder auf?

In Modellregionen Niedersachsens sollen Öffnungen möglich sein. Der Bund plant neue Regeln. Was ändert sich aber für Betreiber von Fitness-Studios?

Update vom 11. April: Fitnessstudios bleiben unter den aktuell steigenden Inzidenz-Zahlen in Niedersachsen geschlossen – selbst, wenn einzelne Regionen niedrigere Werte als 100 aufweisen. Der Bund erarbeitet derzeit einheitliche Regeln für alle Bundesländer, um die Pandemie effektiver eindämmen zu können. Der für Montag geplante Bund-Länder-Gipfel, in dem neue Corona-Regeln besprochen werden sollten, wurde abgesagt.

In Niedersachsen startet in Kürze zwölf Modellregionen, in denen mithilfe umfangreicher Tests das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gehalten werden soll – auch in Nienburg an der Weser. Unter anderem führt die aktuell und bis zum 18. April gültige Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen auch Fitnessstudios als mögliche Betriebe, die dort öffnen könnten.

Update vom 22. März: Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Deutschland auf eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdowns bis weit nach Ostern einstellen. Ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde an diesem Montag (14.00 Uhr) nennt als Datum dafür den 18. April. Betont wird, zusätzliche Öffnungen würden bei exponentiellem Wachstum der Infektionszahlen auch unterhalb einer Inzidenz-Schwelle von 100 ausscheiden. Somit rückt die Hoffnung auf eine Öffnung der Sportstudios weiter in die Zukunft.

Update vom 9. März:  Ist es rechtens, dass Fitnessstudios wegen der Pandemie geschlossen bleiben müssen? Mit dieser Frage müssen sich Richter immer wieder befassen. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat ein Hauptsacheverfahren nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück zu den geschlossenen Fitnessstudios zugelassen. Hier dürfte das Urteil noch dauern, da eine mündliche Verhandlung angesetzt ist.

In der vergangenen Woche gab es in Niedersachsen bereits zwei Urteile zu Studios. Der Betreiber eines Göttinger Fitnessstudios wehrte sich vor dem Verwaltungsgericht erfolgreich gegen die coronabedingte Schließung. Dort hatten maximal zwei Personen im Trainingsraum ohne Anleitung die Geräte benutzen dürfen. Nach jedem Wechsel der Besucher wurde desinfiziert.

Seit vielen Wochen die Regel: Fitness-Studios sind nach wie vor geschlossen.

Dies hatte die Stadt Göttingen dem Kläger untersagt. Diese Schließungsverfügung sei jedoch voraussichtlich rechtswidrig, entschied das Gericht. Zur Begründung hatte der Mann vorgetragen, er betreibe kein Fitnessstudio, sondern ermögliche den laut der niedersächsischen Verordnung zulässigen Individualsport.

Individualsport möglich

Nach Auffassung der Richter ist die Infektionsgefahr in privaten Studios nicht größer als in Anlagen des Freizeit- und Amateursports, wo zwei Menschen aktiv sein dürfen. Die Zulässigkeit von Individualsport wird mit der gesundheitsfördernden Wirkung des Sports begründet.

Update vom 7. März: In Niedersachsen ist der Besuch von Fitnessstudios noch nicht wieder möglich. Erst wenn die Inzidenz im Land oder in einer Region irgendwann nach dem 8. März 14 Tage lang unter einem Wert von 35 liegt, dürfen Studios wieder öffnen, sollte das Land eine entsprechende Regelung beschließen.

Liegt die Inzidenz innerhalb von zwei Wochen, also ebenfalls frühestens am 22. März, unter 100, ist kontaktfreier Sport in einem Innenbereich für alle möglich, die einen negativen und tagesaktuellen Covid-Schnelltest vorlegen können. Wurde frühestens zum 22. März die vierte Öffnungsstufe der Corona-Lockerungen erreicht, kann die Pflicht zu Covid-19-Tests in Fitnessstudios bei 14 Tage lang stabilen Inzidenz-Werten unter 100 entfallen.

Aktuell sind Fitnessstudios noch geschlossen.

Update vom 4. März: Bund und Länder haben in der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch einen Weg zu Lockerungen in der Corona-Pandemie beschlossen. Bis im Fitnessstudio wieder gepumpt werden darf, kann noch eine Weile dauern. Unbeschwerter „kontaktfreier Sport innen“ könnte ab dem 22. März wieder möglich sein. Allerdings nur, wenn der Inzidenzwert stabil unter 50 liegt.

Sollte der Wert zwischen 50 und 100 liegen, ist ein tagesaktueller negativer Corona-Test für Sport im Fitnessstudio notwendig. Liegt der Wert 14 Tage später, also ab dem 5.4., zwischen 50 und 100, ist auch kontaktfreier Sport in geschlossenen Räumen ohne Test möglich.

Ab dem 8. März ist jedoch schon kontaktfreier Sport mit bis zu 10 Personen an der frischen Luft möglich. Dafür muss der Inzidenzwert stabil unter 50 liegen.

Update vom 24. Februar: Während Deutschland ein Ende des allgemeinen Corona-Lockdowns herbeisehnt, haben Forscher der Technischen Universität Berlin Berechnungen zum Ansteckungsrisiko für verschiedene Innenraum-Szenarien veröffentlicht: vom Friseur über den Supermarkt bis hin zu Kino und Fitnessstudio. „Es geht darum, dass wir jetzt in die Lockerungsphasen kommen“, sagt Studienleiter Martin Kriegel.

Berücksichtigte Einflussfaktoren sind vor allem die Dauer des jeweiligen Aufenthalts (im Supermarkt mit einer Stunde veranschlagt), der Aktivitätsgrad (im Fitnessstudio hoch) und die Luftzufuhr im Raum. Die Einhaltung der Hygiene- und Lüftungsregeln wird vorausgesetzt, die Schutzwirkung einer Maske mit 50 Prozent einbezogen. Weitere Bedingung: Eine infizierte Person ist zusammen mit anderen im Raum.

Unter den gesetzten Voraussetzungen ist das Risiko beim Friseur, in wenig ausgelasteten Museen, Theatern und Kinos, aber auch in Supermärkten demnach vergleichsweise gering. Deutlich höher sei es etwa in Fitnessstudios.

Update vom 22. Februar: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hat Klagen gegen die Schließung von Fitness- und Tattoostudios abgelehnt. Jeweils ein Betreiber solcher Einrichtungen hatte beim VGH Klage gegen die Untersagung seines Betriebs eingelegt. Mit Beschlüssen vom Freitag seien die Eilanträge abgelehnt worden, teilte ein Sprecher des Gerichts am Montag mit. Die Entscheidung sei vor dem Hintergrund der bundesweit abgestimmten Schutzmaßnahmen gefallen.

Da die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche bundesweit über dem Wert von 50 lägen, seien „bundesweit abgestimmte umfassende, auf eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens abzielende Schutzmaßnahmen anzustreben“, begründete das Gericht die Entscheidung. Die angeordnete Schließung der Betriebe durch das Land sei Teil einer solchen bundesweiten Abstimmung. Einzelnen Betrieben eine Öffnung zu erlauben, „führe zu einem erheblichen Anstieg der Sozialkontakte und der Infektionsgefahren über die Kreisgrenzen hinweg“. (dpa)

Ursprungsmeldung vom 15. Februar: Einen konkretes Datum für die Öffnung der Sportstudios in Niedersachsen und Bremen gibt es bislang nicht. Das hätte sich nach den Besprechungen von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch ändern können.

Wann öffnen die Fitnessstudios wieder?

Lockerungen für den Sport sind wohl erst nach dem 7. März zu erwarten. Dann soll über weitere Maßnahmen diskutiert werden.

Mit einem einem offenen Brief hatte sich der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Der Verband fordert einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Sportanlagen.

Leere Fitnessstudios gehören momentan zur Normalität.

„Für Fitness-/Gesundheits-Anlagen liegen umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte vor, die sich an den existierenden Normen auf deutscher als auch auf europäischer Ebene ausrichten. Diese ermöglichen ein sicheres Training“, heißt es im Brief.

Dem „geringen Infektionsrisiko in Fitness- und Gesundheits-Anlagen“ müssten die Folgen eines fehlenden Fitnesstrainings für die körperliche und mentale Gesundheit gegenübergestellt werden, fordert der Verband.

Niedersachsen: Fitnessstudios dürfen ab Stufe 3 öffnen

Die Niedersächsische Landesregierung hat Anfang Februar den Entwurf für einen Stufenplan 2.0 beraten und ihn dann zur Übersendung an den Landtag, zur Abstimmung mit den Verbänden sowie zur landesweiten Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern in Niedersachsen freigegeben. 

Entscheidend sind für beide Stufenpläne die 7-Tage-Reproduktionszahl und/oder die 7-Tage-Inzi­denz (Stand 15.02.21: 62,2).

Schwere Zeiten: Die Fitnessstudios bleiben in der Corona-Pandemie weiterhin leer.

Es handelt sich bei dem Stufenplan 2.0 um eine Art erweitertes Ampelsystem über sechs Stufen von einem geringen Infektionsgeschehen unter 10 in Stufe 1 bis zu einem eskalierenden Infektionsgeschehen über 200 beziehungsweise einem R-Faktor von mehr als 1,2.

Fitness und Gesundheitsanlagen können demnach ab Stufe 3 (7-Tage-Inzi­denz unter 50) wieder Ihren Betrieb aufnehmen.

Geöffnet werden darf nur mit erhöhten Hygienerichtlinien. So müssen Duschen und Umkleiden geschlossen sein und es darf nur eine begrenzte Anzahl an Menschen an Kursen teilnehmen. Ein Lüftungskonzept ist auch Bedingung.

Eine Fitnessstudio-Kette eröffnete während des Lockdowns mehrere Outdoor-Sportangebote mit speziellem Hygienekonzept. Auch in Bremen - hier musste das Outdoor-Gym direkt wieder schließen.

Viele Fitnessstudios leiden unter der aktuellen Situation, auch zu Insolvenzen kam es bereits.

  • Fristgerechte Kündigung wird nicht vom Fitnessstudio akzeptiert: Das rät die Verbraucherzentrale
  • Wegen der Corona-Krise haben viele Fitnessstudios die Verträge ihrer Kunden verlängert. Betroffene beschwerten sich bei der Verbraucherzentrale, weil ihre fristgerechte Kündigung nicht akzeptiert wurde – einige sollten sogar für zwei oder drei Monate zusätzlich zahlen. Die Verbraucherzentrale sagt: „Dieses Vorgehen müssen Sie sich nicht bieten lassen.“
  • Ordentliche Kündigungen bleiben, auch in Corona-Zeiten, weiterhin möglich. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale dürfen die Studios die Verträge nicht einseitig um die Zeit der Schließung verlängern.
  • Trotzdem raten die Experten: „Wer kann, sollte in der Krise nicht kleinlich gegenüber Anbietern in Not auftreten und überlegen, ob das Angebot einer kostenlosen Vertragsverlängerung, wenn möglich, angenommen werden kann.“

In einem Fitnessstudio in Wildeshausen wurden keine Mitgliedsbeiträge mehr eingezogen. Die in 2020 bezahlten Summen wurden wahlweise als Wert- und Trainingsguthaben oder in Geschenkgutscheine umgewandelt.

Von Maria Sandig mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Thomas Frey

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