Rettung vorm Verhungern

Wahre Freundschaft: Zwergzebu-Kalb „Prinzessin“ und Wildschwein „Wutz“ leben zusammen

Tierisch beste Freunde wurden aus der Not heraus ein junges Wildschwein und ein verwaistes Zwergzebu-Kalb. Tierschützerinnen fanden die beiden mit Wärmebildkameras bei Stade und retteten das kleine asiatische Rind vor dem Verhungern.

  • Zwergzebu-Kalb überlebt zusammen mit einem Wildschwein im Moor bei Stade.
  • Mutter und Zwergzebu-Kalb flüchten von der Weide.
  • Die Rasse ist schon über 5000 Jahre alt.

Stade - Ein verwaistes Zwergzebu-Kalb hat sich mit einem jungen Wildschwein angefreundet und im Moor in der Nähe von Stade überlebt. Das asiatische Zwergzebu-Kalb war nach dem Abschuss seiner Mutter im Alter von drei Monaten auf sich gestellt, Besitzer und Tierschützer hatten es aufgegeben. Erst, als ein Spaziergänger es entdeckte, ging im Herbst die Suche der Tierhilfe Kitz & Co los. Mit Futter lockten Susanne Lüdtke und Sabrina Menge das ungleiche Paar an und filmten es mit Wärmebildkameras. „Sie sind sehr vertraut miteinander umgegangen, sie haben sich wohl gegenseitig geschützt“, erzählt Susanne Lüdtke. Und weiter: „Es ist wie eine Vorweihnachtsgeschichte.“

HarzMittelgebirge
Höhe1141 Meter
Fläche2226 Quadratkilometer
Höchster BergBrocken

Ihre Vermutung: Auch das kleine Wildschwein war ohne Eltern in der Gegend unterwegs. Als die beiden Tierschützerinnen das Zwergzebu-Kalb fanden, war es 60 Zentimeter groß und 80 Kilogramm schwer. „Wir haben es Prinzessin genannt“, sagt die gelernte Tischlerin, die sich ehrenamtlich für Jungtiere engagiert. Prinzessin und seine Mutter Vicky waren Ende Juni von einer Züchterin im Harz nach Hagenah bei Stade verkauft worden. Der Frischling wurde Wutz getauft.

„Die neuen Besitzer hätten die beiden zwei Wochen einsperren müssen, sie waren aufgeregt von der Fahrt“, berichtet Susanne Lüdtke. So überwanden die Rinder die nicht besonders hohen Zäune auf Anhieb und flüchteten ins Moor, Mutter Vicky wurde kurze Zeit später zum Abschuss freigegeben. Die Kuh wurde gejagt und verendete. „Alle sagten, ohne Milch hätte Prinzessin keine Überlebenschance.“ Die Tierschützerinnen litten mit, weil die asiatischen Tiere kälteempfindlich sind.

Zwergzebus sind eine Hausrindrasse

Acht Wochen dauerte es, bis das friedliche kleine Hausrind Ende November eingefangen wurde. Inzwischen ist es zurück bei seiner Besitzerin im Harz und 20 Zentimeter gewachsen. „Sie ist wesentlich kleiner als normal, hat in der Entwicklung einfach gelitten“, sagt Susanne Lüdtke. Der Frischling ist im Moor geblieben. dpa

Die Aufnahme einer Wildtierkamera zeigt Zwergzebu-Kalb Prinzess und Frischling Wutz. Das verwaistes Zwergzebu-Kalb hat sich mit dem jungen Wildschwein angefreundet und im Moor in der Nähe von Stade überlebt.

Zwergzebus, ist eine Hausrindrasse aus Sri Lanka. Die Zebus oder auch Buckelrinder stammen wie die europäischen Hausrindrassen vom Auerochsen ab. Bereits 3000 Jahre vor Christus gab es Rinder mit den typischen Zebu-Merkmalen. Dies beweisen Knochenfunde. Übrigens: Das Wort „Zebu“ geht auf das tibetanische Wort „ceba“ zurück und bedeutet „Buckel“. Der mehr oder weniger stark ausgeprägten Buckel befindet sich im Widerristbereich. Der Buckel besteht aus Muskelfleisch.

Norddeutschland könnten Zwergzebus das ganze Jahr draußen sein

Die Verbreitung der Zebus reichte vom asiatischen Hochland bis nach Westafrika. Die heute in vielen Teilen der Welt gehaltenen Zwergzebus gehen auf Tiere aus Sri Lanka zurück. Zwergzebus sind sehr kleine, zierliche Rinder mit einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Buckel. Außer Gras fressen die Zwergzebus Unkraut, Disteln und Buschwerk. In Norddeutschland könnten sie das ganze Jahr über draußen sein, obwohl die Zwergzebus aus einem wärmeren Klima stammen. Für kalte Nächte wird von den Züchtern ein Unterstand empfohlen.

Zwergzebu-Kalb Prinzessin (r.) mit seiner Mutter Vicky (undatierte Aufnahme).

Zwergzebus kommen in vielen Farbschlägen von einfarbig schwarz, grau, rotbraun bis weiß vor, aber auch Schecken oder gestromte Tiere sind häufig. Der Kopf ist lang und schmal mit waagerecht stehenden Ohren und nach oben gerichteten Hörnern. Am Hals findet sich eine stark ausgeprägte Wamme. Seit 1999 gibt es in Deutschland sogar einen Bundesverband von Zwergzebu-Züchtern.

Rubriklistenbild: © Susanne Lüdke/dpa

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