Wahlkampfendspurt der AfD 

"Erst mal in den Landtag reinkommen"

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Dana Guth ist Spitzenkandidatin der AfD in Niedersachsen.

Braunschweig - Nach dem guten Ergebnis bei der Bundestagswahl sieht sich die AfD in Niedersachsen im Aufwind. Bei einer Kundgebung vor der Landtagswahl demonstrieren Spitzenkandidatin Guth und Parteichef Meuthen Stärke. Ihre Devise: Die Partei soll den Einzug ins Parlament schaffen.

Als die niedersächsische AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth in ihrer Rede beim Thema Inklusion ankommt, ist das der Einsatz für die drei linken Aktivisten. "Förderschule für die AfD!", rufen sie laut in den Saal. Schnell werden sie von den Sicherheitsleuten hinausgebracht. Es bleibt der einzige Zwischenfall bei dieser Wahlkampfkundgebung der AfD, die sich in der nur zu drei Vierteln besetzten Braunschweiger Stadthalle vier Stunden lang hinzieht. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat wegen Krankheit abgesagt. AfD-Chef Jörg Meuthen kommt erst mit großer Verspätung von einem Parteikonvent im hessischen Willingen.

Und so hat Dana Guth erst einmal die Bühne für sich. Sie stimmt ihre Anhänger auf den Endspurt des Landtagswahlkampfs ein. Die AfD habe eine bislang ungekannte Erfolgsstory hinter sich und gerade mehr als 90 Abgeordnete in den Bundestag entsandt, sagt sie. "Wir werden diese Erfolgsstory fortsetzen und den 14. Landtag in Deutschland erobern." Auch Meuthen zeigt sich optimistisch, dass die AfD den Einzug in den Landtag in Hannover schaffe.

„Wir stehen für Diskussionen zur Verfügung“

Kritik übt Guth an dem CDU-Spitzenkandidaten Bernd Althusmann. Dieser habe angekündigt, er wolle die AfD nach ihrem Einzug in das Landesparlament auf dem Gebiet der Sachthemen stellen. "Warum hat er das nicht vorher gemacht? Wir sind alle da. Wir stehen für Diskussionen zur Verfügung", sagt die Politikerin.

In Niedersachsen wird am 15. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Die vorgezogene Neuwahl war nötig geworden, nachdem die grüne Abgeordnete Elke Twesten im August überraschend zur CDU übergelaufen war. Die rot-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verlor damit ihre Mehrheit. Guth sagt zu Twestens Wechsel: "Allein das müsste doch jedem klar machen, dass es in diesem Parteiensystem kaum Unterschiede gibt."

Bislang nicht im niedersächsischen Landtag vertreten

Die AfD ist in Niedersachsen - anders als in vielen anderen Bundesländern - bislang nicht im Landtag vertreten. Auch der AfD-Vorsitzende Meuthen zeigt sich überzeugt von einem Erfolg bei der bevorstehenden Wahl. "Uns geht es um nichts anderes, als erst mal reinzukommen." Die bundespolitische Konstellation bewertet Meuthen als günstig dafür. "Wenn ich mir dieses Jamaika-Bündnis vorstelle - das gibt goldene Zeiten für die AfD", sagt er mit Blick darauf, dass die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag Gespräche über eine Koalition aus Union, FDP und Grünen angekündigt hatte.

Nach jüngsten Umfragen kann die AfD bei der Landtagswahl mit 7 bis 8 Prozent der Stimmen rechnen. Bei der Bundestagswahl erhielt die AfD in Niedersachsen 9,1 Prozent und lag damit deutlich unter ihrem bundesweiten Ergebnis.

dpa

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