Umfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages

Ausbildung noch immer Erfolgsmodell

82 Prozent der Auszubildenden in Niedersachsen würden sich erneut für ihren Beruf entscheiden. Ihre Ausbildung bewerteten die Azubis in einer Umfrage mit der Note 2,46. Das teilte der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) am Donnerstag mit.

Das Modell sei weiterhin erfolgreich und aktuell, trotz Nachwuchs- und Fachkräftemangel sowie dem Wunsch nach einem Studium. "Die betriebliche Ausbildung ist auch für die Jugend von heute ein zukunftsorientierter Weg, in das Berufsleben einzusteigen", sagte die NIHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt.

3300 Auszubildende im letzten Lehrjahr hatten an der Umfrage des NIHK teilgenommen. Besonders zufrieden sind die Chemielaboranten (Note 1,6), Bankkaufleute (2,0), Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Bauzeichner (je 2,2). Die Logistik- und Gastronomieberufe landen mit den Noten 2,7 und 2,9 auf den letzten Plätzen. Im Gastgewerbe und in den Dienstleistungsberufen würde nicht einmal jeder Dritte seinen Ausbildungsbetrieb ein zweites Mal wählen.

Jeder Vierte wollte Ausbildung abbrechen

Jeder vierte Befragte hat mindestens einmal darüber nachgedacht, die Ausbildung abzubrechen. Besonders hoch ist diese Quote für die Berufe Hotelfachmann (65 Prozent), Koch (57 Prozent) und Fachkraft im Gastgewerbe (56 Prozent).

"Die Azubis im Gastgewerbe werden häufig allein gelassen", sagte die Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Hannover (NGG), Claudia Tiedge. Das liege meist an der hohen Fluktuation, da im Gastgewerbe vermehrt auf Teilzeitkräfte gesetzt werde. Verärgert seien manche Auszubildende auch über lange Arbeitszeiten, sagte Tiedge. Mit der Berufsschule sind die Befragten in dieser Branche laut NIHK hingegen überdurchschnittlich zufrieden.

Spaß am Beruf und gute Zukunftschancen waren laut Umfrage ausschlaggebend für die Berufswahl. Bei der Suche des Betriebs setzen die Auszubildenden auf gute Rahmenbedingungen. Die Befragten erwarten eine angemessene Vergütung, verlässliche Arbeitszeitregelungen und einen Ausgleich für geleistete Überstunden. Ausschlaggebend sind vor allem die Nähe zum Wohnort (58 Prozent stimmten zu), das Image sowie die Ausbildungsqualität des Unternehmens (45 beziehungsweise 40 Prozent), während eine hohe Vergütung mit neun Prozent nur ein selten genannter Grund für einen bestimmten Betrieb ist. Die Bezahlung empfanden am Ende ihrer Ausbildung aber nur 28 Prozent der Befragten als angemessen.

Berufsorientierung soll ausgeweitet werden

Da Unternehmen immer mehr Probleme hätten, geeignete Bewerber zu finden, empfiehlt der NIHK, die Berufsorientierung an den Schulen auszuweiten. Besonders in der gymnasialen Oberstufe müssen noch mehr Angebote geschaffen werden. Über Kooperationen von Schulen und Unternehmen könnten beispielsweise auch Praktika vermittelt werden, rät der NIHK.

Mehr als die Hälfte der Befragten werden nach ihrer Ausbildung übernommen. 22 Prozent nehmen in den nächsten Wochen ein Studium auf. Je 16 Prozent sind noch auf der Suche oder beginnen eine Weiterbildung. In ein anderes Unternehmen wechseln 14 Prozent.

dpa

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