Zuwachs in Großstädten

Wählen per Post - Mehr Menschen in Niedersachsen nutzen Briefwahl

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Die Briefwahl liegt im Trend.

Hannover - Der Trend geht zum Brief - zumindest, wenn es um die Bundestagswahl am 24. September geht. In vielen Städten des Landes sind die Werte von 2013 erreicht oder überschritten. Die Stimmabgabe in den eigenen vier Wänden kann auch das Ergebnis beeinflussen.

Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl haben sich viele Menschen in Niedersachsen für die Stimmabgabe per Post entschieden. Nach bisherigem Stand ist die Nachfrage in den größeren Städten im Vergleich zur vergangenen Wahl erkennbar gestiegen. 

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa meldet etwa Hildesheim, dass bereits mehr als 12.000 der 77.000 Wahlberechtigten die Unterlagen beantragt hätten. Damit sei der Wert von 2013 schon erreicht. In Osnabrück ist die Zahl der ausgegebenen Wahlscheine im Vergleich zu 2013 bereits überschritten. Nach Angaben der Stadt sind es dort knapp über 19.000 und damit 2000 mehr als bei der vorherigen Bundestagswahl.

Deutlich mehr Anträge in Hannover

In der Landeshauptstadt Hannover wurden mehr als 55.000 Wahlscheine ausgestellt. Im vergleichbaren Zeitraum 2013 waren es mit etwas Bearbeitungsrückstand etwa 39.000. In Braunschweig und Göttingen geht man davon aus, die Werte von 2013 zu überschreiten. Wolfsburg sowie Salzgitter melden ebenfalls ein gesteigertes Interesse. 

Der Trend zur Briefwahl lasse sich unter anderem mit den demografischen Veränderungen erklären, sagt der Braunschweiger Politikwissenschaftler Nils Bandelow. Ältere Wahlberechtigte seien unter Briefwählern überrepräsentiert und ihr Anteil an der gesamten Wahlbevölkerung nehme zu.

Briefwahl bedeute sorgfältige Überlegung

Bei jüngeren Menschen sei die Tendenz zur Briefwahl Ausdruck einer zunehmenden Flexibilisierung von Alltagsabläufen. Eine Stimmabgabe in den eigenen vier Wänden erlaube ein ausgewogeneres Abwägen von Alternativen. Dagegen steige im Wahllokal die Wahrscheinlichkeit von Entscheidungen, die sich auf Intuition stützen. 

„Die vorzeitige Briefwahl kann allerdings auch einen anderen Einfluss auf das Wahlergebnis nehmen“, sagt Bandelow. So könne bei einer vorzeitigen Stimmabgabe nicht mehr auf den Wahlkampf und aktuelle Nachrichten reagiert werden. Die Wahlbriefe werden unter Verschluss gehalten und am Wahltag ab 15 Uhr geöffnet. Die Ergebnisse der Briefwahl sind dann bereits im vorläufigen Ergebnis enthalten.

dpa

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