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Produktionsausfälle bei VW wegen Ukraine-Krieg

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Von: Yannick Hanke

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Ein VW-Mitarbeiter arbeitet an der Produktion eines Autos.
Durch den Ukraine-Krieg drohen Automobilhersteller Volkswagen (VW) Produktionsausfälle. Zuliefer-Betriebe in der Ukraine könnten nicht mehr liefern. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Der von Russlands Präsident Wladimir Putin geführte Ukraine-Krieg wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus. Autohersteller Volkswagen (VW) mit Produktionsausfällen.

Hannover/Wolfsburg – Auch die Wirtschaft ist vom Ukraine-Krieg* betroffen. Die militärische Intervention von Russlands Präsident Wladimir Putin im osteuropäischen Land wirkt sich auf die verschiedensten Bereiche aus. Hierzu zählt auch die Produktion von Autos, die Hersteller Volkswagen (VW) an Standorten in Niedersachsen drosseln muss. VW-Werke in Hannover und Wolfsburg sind hiervon betroffen.

Ukraine-Krieg führt zu Produktionsausfällen von in Werken von Volkswagen (VW) in Niedersachsen

Es sind wichtige Teile von Zuliefer-Betrieben in der Ukraine, die fehlen würden. Deswegen sollen bei VW immer mehr Bänder stillstehen. Erst am Dienstag, 1. März 2022, hatte das Unternehmen in einem gemeinsam mit dem Betriebsrat verfassten Brief an die Belegschaft mitgeteilt, dass die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg eingeschränkt werden muss. Und das schon in der Woche ab Montag, 7. März.

In der Woche darauf könnte die VW-Produktion in Wolfsburg sogar ganz zum Stillstand kommen. Eine unmittelbare Auswirkung des Ukraine-Kriegs, die den traditionsreichen Automobilhersteller vor große Herausforderungen stellt. Denn auch in Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover könne es in der Woche vom 7. März an zu einem Stillstand der Autoproduktion kommen.

Wladimir Putins Angriff auf die Ukraine wirkt sich auch auf konzerinterne Zulieferwerke von VW aus

„Im Werk Emden befinden wir uns noch in Ausplanung“, heißt es wiederum im eingangs erwähnten VW-Brief an die Belegschaft des Automobilherstellers. Von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs seien auch die konzerninternen Zulieferwerke betroffen. Doch gelte es, die konkrete Situation für jeden einzelnen VW-Standort differenziert zu betrachten.

Im Rahmen des Ukraine-Kriegs hatte VW bereits einen Krisenstab eingerichtet. Diese würde weiterhin „bereichs- und markenübergreifend an Lösungen“ arbeiten. Die Teile, die für die Autoproduktion bei VW fehlen, seien vor allem Kabelstränge. Diese wurden bisher von einem in der Ukraine ansässigen Zulieferer produziert.

„Wochen- bis monatelanger Produktionsstillstand“: Experte warnt Automobilbranche vor schweren Zeiten

Für die erste Märzwoche 2022 hatte VW bereits Produktionsunterbrechungen in seinen Fabriken in Zwickau und Dresden angekündigt. Die Folge: tausende Mitarbeiter sollen und müssten in Kurzarbeit geschickt werden. Dabei hat das seit 1937 bestehende Unternehmen bereits seit mehreren Monaten mit massiven Produktionseinbußen zu kämpfen. Dies ist auf einen großen Halbleitermangel zurückzuführen.

Laut dem „Spiegel“ würde sich der Ukraine-Krieg aber nicht nur auf die Produktion der Hauptmarke VW auswirken. Auch Marken wie Audi, Porsche, Seat und Škoda seien hiervon unmittelbar betroffen. „Es wird die ganze Branche treffen“, heißt es gar von einem Branchenbeobachter, den der „Spiegel“ zitiert. Ein „wochen- bis monatelanger Produktionsstillstand“ sei nicht auszuschließen.

Ukraine-Krieg könnte sich auf Inflationsrate auswirken – Landwirten in Niedersachsen fehlen bereits wichtige Futtermittel-Bestandteile

Doch auch abseits der Autoproduktion schlägt sich der Ukraine-Krieg in Deutschland nieder. So fehlen Landwirten in Niedersachsen, die sich auf Tierhaltung spezialisiert haben, wichtige Futtermittel-Bestandteile, die für gewöhnlich aus der Ukraine importiert werden. Doch vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse sei das Handelsgeschehen laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bereits zum Erliegen gekommen.

Zudem könnte sich Wladimir Putins militärischer Angriff auf die Ukraine auch auf die Inflation auswirken. Die Teuerungsrate war erst im Februar 2022 wieder gestiegen, die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs wurden hierbei noch nicht einmal berücksichtigt. Eine hohe Inflationsrate würde sich direkt auf die Kaufkraft von Verbrauchern auswirken, sie könnten sich für ihr Geld weniger leisten, als es zuvor der Fall gewesen ist. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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