Tests bei VW-Tochter Porsche

VW-Elektroauto: Sensation – kabelloses Laden ohne E-Auto-Ladesäule

In Sachen Benutzerfreundlichkeit von VW-Elektroautos könnte dem Unternehmen ein großer Schritt geglückt sein. Er betrifft den Ladevorgang.

Wolfsburg – Volkswagen investiert in E-Mobilität und das nicht zu knapp. Das zeigt der Finanzplan des Konzerns für die nächsten Jahre. Er sieht auch für Standorte in Niedersachsen große Ausgaben vor. Die Investitionen könnten sich im Bereich der Ladetechnologie von VW-Elektroautos bald auszahlen – und E-Auto-Ladesäulen für Batteriewagen aus dem Hause Volkswagen schon bald keine Rolle mehr spielen.

Konzern:Volkswagen
Segment:Automobilhersteller
Hauptsitz:Wolfsburg

VW-Elektroautos könnten bald ohne E-Auto-Ladesäule auskommen

VW-Elektroautos, die ohne E-Auto-Ladesäulen auskommen, das ist die Vision von Volkswagen. Auf dem Weg dorthin könnte dem Autobauer nun der erste Durchbruch gelungen sein. Dabei geht es um induktives, kabelloses Laden, wie man es bereits von Mobiltelefonen kennt. VW forscht in den USA bereits seit längerem an neuen Ladetechnologien. Beim Ladevorgang verlieren E-Autos aktuell noch massig Strom.*

Volkswagen hat bei der Ladeleistung über induktives Laden nun einen großen Sprung gemacht: während die Leistung früherer Modelle in Tests bei etwa 6,6 Kilowatt lag, konnte sie nun auf bis zu 120 erhöht werden. Die Ziele bei VW sind groß, perspektivisch soll dieser Wert auf bis zu 300 Kilowatt steigern.

Das neue System wurde bisher am Porsche Taycan getestet. Sollte VW tatsächlich 300 Kilowatt erreichen, ließe sich dieses Modell in rund zehn Minuten auf bis zu 80 Prozent laden. Es ist ein großer Schritt für den Autobauer aus Wolfsburg, bis zu serienmäßigen Verwendung dieser Technologie dürfte allerdings trotzdem noch einige Zeit vergehen. Derweil könnten auch Solarautos bald eine Rolle spielen.*

Elektroauto-Produktion: E-Auto-Ladesäulen machen nicht nur bei VW-Elektroautos Probleme

Diese Technologiesprünge sind ebenso wichtig für den Wolfsburger Autobauer wie die Sensibilisierung der eigenen VW-Mitarbeiter für die Elektroauto-Produktion. Volkswagen sperrt seine eigenen VW-Mitarbeiter in einem Escape Room ein. Dennoch liegt noch ein weiter Weg vor VW, vor allem im Bereich der Reichweite. Insbesondere in Anbetracht der schlechten Infrastruktur von E-Auto-Ladesäulen sind alternative Ladeformen zukunftsträchtig. Eine Umfrage des ADAC hatte ergeben, wie unzufrieden viele Besitzer von E-Autos mit ihren Erfahrungen an Ladesäulen sind.

Zu ihnen gehört auch VW-Boss Herbert Diess. Auf den sozialen Medien hatte er nach einer Tour mit seinem VW-Elektroauto kritische Worte in Richtung des Ladesäulenbetreibers Ionity gerichtet. Herbert Diess zeigte sich unzufrieden – seine Erfahrungen beschrieb er als schlecht. Ionity war 2017 von BMW, Daimler, Ford und Volkswagen mit seinen Marken Porsche und Audi gegründet worden. Zuletzt hatte der Betreiber einen großen Wurf gelandet und den Finanzriesen Blackrock als Investor gewonnen.

Im Porsche-Taycan erprobt VW aktuell induktive Lademethoden für Elektroautos.

Die Ladesäulen Infrastruktur ist schlecht, das weiß auch die Politik. Er setzte deshalb nun ein Förderprogramm auf. Der neue Verkehrsminister der Ampelkoalition Volker Wissing versprach zuletzt beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur an Tempo zuzulegen. Dabei sollte auch ein Thema bedacht werden, was in der Debatte bisher zu oft in Vergessenheit gerät: Ladesäulen für E-Autos müssen barrierefrei sein.

Das VW-Elektroauto hat wie die Konkurrenz noch andere Probleme als E-Auto-Ladesäulen

Doch die Probleme auf dem Weg in die E-Mobilität sind größer als die Infrastruktur für E-Auto-Ladesäulen – und sie betreffen alle Autobauer, nicht nur das VW-Elektroauto. Denn während Volkswagen unter anderem in Niedersachsen Milliarden-Investionen für die Produktion von VW-Elektroautos plant,auch in Niedersachsen Da wäre beispielsweise der perspektivische Mangel an kritischen Rohstoffen für Batterien. Es fehlt an neuen, umweltfreundlichen Batterietechnologien mit weniger Bedarf an kritischen Ressourcen. Ein besonderes Problem stellt zudem die Reichweite von Batteriewagen dar. Die Reichweitenangst in Bezug auf Elektroautos war zuletzt deutlich zurückgegangen, währenddessen war die tatsächliche Ausdauer der E-Autos nicht signifikant gestiegen, auch wenn jetztn eine Deutsche Firma mit einer neuen Batterie den Weltmarkt der E-Autos aufmischen könnte.

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Toyota geht mit diesem Problem pragmatisch um: Der japanische Autobauer erklärte, man wolle lieber auf günstige Elektrowagen setzen, als auf höhere Reichweite – für weniger Geld würden Kunden auch auf Reichweite verzichten. Das ist eine Art, die Dinge anzugehen. Grundsätzliche Probleme werden dadurch nicht gelöst. Es wird deutlich: Auch wenn die Zukunft allem Anschein nach der E-Mobilität gehört, ist der Innovationsbedarf noch groß. Induktives Laden von E-Autos, wie es VW derzeit in Amerika erprobt, wäre ein großer Schritt.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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