Weg in die E-Mobilität

VW-Elektroauto: Porsche kauft sich aus Projekt „Artemis“ frei

Porsche zieht sich aus einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt für E-Autos des Volkswagen-Konzerns zurück. Das wird für den Sportwagenhersteller teuer.

Hannover – VW-Elektroautos erhalten beim Konzern in Wolfsburg besondere Aufmerksamkeit, ein großer Teil der geplanten Investitionen der nächsten Jahre soll in die E-Mobilität fließen. Dabei spielt für Volkswagen auch das bei Audi initiierte Projekt „Artemis“ eine Rolle. Porsche war Teil des Projekts, doch zieht sich jetzt zurück. Die Vertragsauflösung kostet den Sportwagenhersteller viele Millionen.

Konzern:Volkswagen AG
Segment:Automobilhersteller
Hauptsitz:Wolfsburg

VW-Elektroauto: Das Projekt Artemis und der Porsche-Rückzug

Neue Elektroautos sind gefragt, während der Preis für gebrauchte Modelle sich im freien Fall* befindet. Auch bei VW setzt man auf E-Mobilität: „Artemis“ lautet der klangvolle Name des gemeinsamen Projekts des VW-Konzerns, aus dem Porsche sich jetzt zurückzieht. Für VW-Elektroautos hat das von Audi initiierte Projekt große Bedeutung. In seinem Rahmen wird an neuer Technologie für E-Autos und die E-Auto-Produktion geforscht. Bis jetzt war auch Porsche Teil des Projekts, nun zieht sich der Sportwagenbauer aus der Initiative zurück.

Im Porsche-Taycan erprobt VW aktuell induktive Lademethoden für Elektroautos. Nun zieht Porsche sich aus „Artemis“, einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt für VW-Elektroautos, zurück.

Das ändert für Artemis einiges. Ursprünglich war geplant, dass aus der Initiative bis 2025 drei E-Auto-Modelle entstehen, die bei VW in Hannover hergestellt werden sollten. Umfassen sollte das die Konzernschwestern Bentley sowie Audi – und eben Porsche. Angaben der Automobilwoche zufolge war geplant, jährlich auch 25.000 Elektro-Porsches in Hannover zu fertigen, dieser Plan ist nun Vergangenheit. Der Ausstieg aus dem Projekt kostet Porsche einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Diesen muss der Hersteller an VW in Hannover entrichten.

Gründe für Porsches Rückzug aus dem VW-Elektroauto Projekt Artemis

Porsche zahlt dafür, nicht in Niedersachsen bei VW-Nutzfahrzeuge zu bauen und sich aus Artemis zurückzuziehen. Dafür haben die Stuttgarter ihre Gründe: Angaben des Konzerns zufolge will man die Produktion des neuen E-Modells ins eigene Werk nach Sachsen verlegen. Am Leipziger Standort sollen dadurch neue Stellen entstehen. Der Markt für E-Autos ist umkämpft, auch der geplante Bau eines neuen Vinfast-Werks in Deutschland setzt VW unter Druck. Volkswagen selbst hatte erst kürzlich den Bau eines neuen VW-Werks für den Batteriewagen der Trinity-Reihe verkündet.

Ein weiterer Grund für den Porsche-Rückzug ist offensichtlich, dass im Rahmen von Artemis besonderes Augenmerk auf Automatisierung gelegt werden soll – dafür sieht Porsche bei sich keinen Bedarf, da man klassische Selbstfahrer-Autos anbieten möchte. Der Wegfall einer gemeinsamen Plattform mit Audi bedeutet aus Porsches Sicht, dass nicht mehr auf einer Linie gefertigt werden kann – damit ist die Produktion in Hannover nach Einschätzung der Stuttgarter für Porsche nicht mehr sinnvoll.

Die Ausgleichszahlungen sollen dafür sorgen, dass die entstandene Lücke in der Produktion bei VW-Nutzfahrzeuge in Hannover mit eigenen Modellen gefüllt werden kann. Eingeplant ist dafür auch eine Camper-Version des VW-Elektroautos ID-Buzz, der ein altes Kult-Modell neu aufleben lässt. Zuletzt war befürchtet worden, der Wegfall der Porsche-Fahrzeuge würde dazu führen, dass das VW-Nutzfahrzeuge-Werk in Hannover ab 2024 nicht mehr ausgelastet sei. Bei Bedarf soll das VW-Werk in Hannover ab dem Jahr 2026 zudem, gegebenenfalls, als Überlaufproduktion nach Brüssel, an Audi liefern.

Rund um das VW-Elektroauto machte Volkswagen auch unabhängig von Artemis zuletzt Fortschritte

Der VW-Konzern, der zuletzt stärker als erwartet mit Halbleitermangel zu kämpfen hatte, konnte zuletzt auch unabhängig des Projekts Artemis Fortschritte bei VW-Elektroautos machen. E-Autos aus dem Hause Volkswagen können nun eigenständig mit Ladesäulen kommunizieren. An Ladepunkten zahlen Verbraucher indes oft zu viel.

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Darüber hinaus sollen VW-E-Autos durch bidirektionales Laden ins Hausnetz einspeisen können, zudem könnte perspektivisch auch kabelloses Laden bald ein Thema werden. Der Rückzug von Porsche aus dem Projekt-Artemis ist für die Initiative ärgerlich – an den großen Schritten des VW-Konzerns in Richtung E-Mobilität, ändert er jedoch nichts.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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