Weg in die E-Mobilität

VW-Elektroauto: Volkswagen hält sich Verbrenner-Hintertür offen

Das VW-Elektroauto: Betrachtet man geplante Investitionen des Konzerns gehört ihm die Zukunft. Doch das E-Auto könnte auch bei VW noch länger Konkurrenz bekommen.

Wolfsburg – Gerade erst hatte Volkswagen mit seinem neuen Investitionsplan für die nächsten Jahre auf sich aufmerksam gemacht. Der Konzern plant Rieseninvestitionen in die E-Mobilität und E-Autos, dabei soll viel Geld in Standorte in Niedersachsen fließen. In einem neuen VW-Werk im Wolfsburger Umland soll das VW-Elektroauto der Zukunft, der VW-Trinity gebaut werden. So sehr die Zeichen in Wolfsburg auch auf E-Mobilität stehen, so wenig will der Konzern den Verbrennungsmotor endgültig aufgeben, das hat er nun nochmal klargemacht. Besonders dem Diesel-Verbrennungsmotor soll noch eine Chance gegeben werden.

KonzernVolkswagen
SegmentAutomobilhersteller
HauptsitzWolfsburg

Bekommt das VW-Elektroauto bei Volkswagen nochmal Konkurrenz? Der Konzern gibt Diesel-Verbrennungsmotor noch eine Chance

Erst kürzlich hatte VW-Boss Herbert Diess erklärt, ein früheres Ende des Verbrennungsmotors sei nicht möglich. In Anbetracht der großen Investitionen von VW in das VW-Elektroauto und die E-Mobilität überraschen die neuen Entwicklungen trotzdem. Der Konzern hält sich für den Diesel-Verbrennungsmotor eine Hintertür offen und arbeitet an Verbrennern, die mit umweltfreundlicheren Dieselkraftstoffen betrieben werden. Der VW-Konzern möchte sein Portfolio an E-Autos vorerst weiter mit diesen Dieseln ergänzen, das Schlüsselwort lautet „paraffinische Kraftstoffe“.

Dabei handelt es sich um umweltfreundlichere Kraftstoffe mit Anteilen von Bio-Komponenten. Die Verwendung dieser Bio-Diesel soll die CO₂-Emissionen deutlich verringern. Volkswagen erhofft sich davon eine Einsparung an CO₂ von 70 bis 95 Prozent im Vergleich zu den bisher üblichen Dieseln. Das Unternehmen erklärte jetzt, dass alle seit Ende Juni dieses Jahres ausgelieferten VW-Autos mit Vierzylinder-Dieselmotoren zugelassen sind für den Betrieb mit paraffinischen Dieselkraftstoffen. Das wäre ein Schritt zur Einsparung von CO₂ bei Dieseln, trotzdem macht VW dem Verbrennungsmotor damit ein Zugeständnis.

VW-Elektroauto: Nicht nur Volkswagen behält sich Hintertür zu E-Auto offen, BMW besonders in der Kritik

Wie ernst meinen es Konzerne mit dem Ende des Verbrennungsmotors? Diese Frage drängt sich kritischen Beobachtern immer wieder auf. Nicht nur Volkswagen verwehrt sich noch vor einer endgültigen Absage an die Technologie. Das VW-Elektroauto wird im großen Stil gefördert, scheint allerdings noch nicht gänzlich alternativlos zu sein. Das gilt auch für andere Hersteller: Besonders BMW beruft sich auf „Technologieoffenheit“, Kritiker sehen darin einen Euphemismus für den Erhalt des Verbrennungsmotors. Auch Autobauer wie Toyota wollen sich noch nicht vom Verbrenner verabschieden und ganz auf E-Autos setzen.

VW-Elektroautos wie der VW ID.4 könnten auch in Zukunft noch Konkurrenz bekommen: Volkswagen gibt dem Diesel-Verbrennungsmotor noch eine Chance.

Währenddessen haben sich andere Hersteller der Deklaration von Glasgow angeschlossen. In dieser hatten Städte, Staaten, Automobilhersteller und andere Konzerne das Ende des Verbrennungsmotors bis 2040 verkündet. VW und BMW beteiligten sich nicht an der Deklaration. Während VW immer wieder für seine schnellen Schritte in die E-Mobilität gelobt wird, wurde gerade BMW wiederholt das Gegenteil bescheinigt: Zuletzt hatte ein Analyst des Thinktanks InfluenceMap den bayrischen Konzern gegenüber der Süddeutschen Zeitung für seine angeblich scharfe Lobbyarbeit gegen den Klimaschutz kritisiert.

Auch wenn die Reichweite von E-Autos bisher oft gering ist, haben sich einige namhafte Autobauer der Deklaration angeschlossen und das Verbrenner-Ende verkündet. Zu ihnen gehören unter anderem Mercedes-Benz, die chinesische BYD, Volvo, Ford, Jaguar Land Rover und General Motors. Sie alle erklärten, die Produktion von Verbrennern bis zum Jahr 2040 zu beenden. Eine Alternative zum Verbrennungsmotor könnten indes bald auch Solarautos werden.*

Volkswagen machte mit seinem VW-Elektroauto jüngst große Fortschritte im Feld der E-Mobilität

Volkswagen hält sich eine Hintertür für den Verbrennungsmotor offen. Zuletzt hatte der Konzern hingegen durch große Schritte im Feld der E-Mobilität auf sich aufmerksam gemacht. Das Unternehmen hatte beispielsweise erklärt, seine VW-Elektroautos könnten bald eigenständig die Kommunikation mit E-Auto-Ladesäulen übernehmen. Auch in der Forschung zu kabellosem Laden erzielte der Hersteller aus Wolfsburg Erfolge, E-Mobilität wird bei Volkswagen keineswegs vernachlässigt.

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Im Gegenteil: Bei VW wird in großem Umfang in E-Autos investiert, auch wenn die Politik in Niedersachsen zuletzt verkündete, dass das Land den Bau des neuen Trinity-Werks nicht subventioniert. Zuletzt hatte es allen zurückhaltenden Aussagen von Herbert Diess zum Trotz deshalb so ausgesehen, als würde das VW-Elektroauto bei Volkswagen zunehmend alternativlos – die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass dem zumindest noch nicht ganz so ist. Auch bei VW könnte die Hintertür zum Verbrennungsmotor noch etwas weiter offen stehen, als es scheint.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Darius Simka/Imago

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