Engpass an Elektronikteilen

VW-Elektroauto: Halbleitermangel trifft Konzern härter als gedacht

Der Halbleitermangel trifft die Automobilindustrie hart. Auch bei Volkswagen ist die Produktion offensichtlich stärker betroffen als befürchtet.

Wolfsburg – Die Produktion bei Volkswagen stockt, der Grund dafür ist einmal mehr der gravierende Halbleitermangel. Die Aussichten sind düster und auch das VW-Elektroauto ist betroffen. Der Wolfsburger Konzern offenbart Schwierigkeiten, seine Produktionsziele zu erreichen. Erst kürzlich hatte VW seinen Plan für die nächsten Jahre veröffentlicht.

Konzern:Volkswagen AG
Segment:Automobilhersteller
Hauptsitz:Wolfsburg

Volkswagen und sein VW-Elektroauto sind stärker vom Halbleitermangel betroffen als befürchtet – „das Schlimmste noch vor uns“

Auch VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat in Bezug auf die Chipkrisen von einer weiteren Durststrecke gesprochen. In Volkswagens Betriebsratsblatt „Mitbestimmen“ fand sie deutliche Worte für den Halbleitermangel: Noch das ganze nächste Jahr würde Mangelversorgung herrschen „und auch 2023 wird es nicht plötzlich besser werden“, so Cavallo auch im Hinblick auf die geplante Produktionsoffensive für das VW-Elektroauto. Sie ergänzt „Wir haben das Schlimmste noch vor uns“.

Nun berichtet auch das manager-magazin, dass Volkswagen Schwierigkeiten bekommen könnte, seinen erst vor kurzem präsentierten, ambitionierten Produktionsplan für die nächsten Jahre umzusetzen. Für das Jahr 2022 hatte VW erklärt, man wolle knapp zehn Millionen Autos produzieren, das folgende Jahr sogar noch eine Million mehr. Das scheint auch in Anbetracht von Cavallos Worten kaum noch realistisch. Der Halbleitermangel trifft den Konzern und das VW-Elektroauto schwer.

Das VW-Werk in Emden: Hier sorgt der Halbleitermangel bereits für Arbeitsplatzverluste bei Zeitarbeitern. An anderen Standorten betrifft der Engpass auch die Produktion des VW-Elektroautos massiv.

Erst kürzlich hatte Volkswagen eine mögliche langsame Entspannung in der Chipkrise für das kommende Jahr angedeutet. In seinem Emdener VW-Werk verlieren allerdings schon jetzt Zeitarbeiter ihre Arbeit. Zuletzt hatte der Halbleitermangel in Emden bereits für einen Produktionsstopp gesorgt.

Volkswagen macht große Fortschritte mit dem VW-Elektroauto – am Halbleitermangel kann das jedoch nichts ändern

Volkswagen ist mit seinem VW-Elektroauto einer der Vorreiter im Feld der E-Mobilität, dennoch wurde unlängst öffentlich, dass sich auch der Wolfsburger Konzern noch eine Hintertür zum Diesel-Verbrenner abseits des E-Autos offen hält. VW-Boss Herbert Diess hatte seinerseits vor kurzer Zeit erklärt, ein früherer Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sei nicht machbar. Trotzdem: Das Unternehmen investiert massiv in E-Mobilität.

Für viele der Probleme des Elektroautos wird der Konzern nach und nach Lösungen finden, seine Investitionen zahlen sich aus. Erst vor kurzem hatte Volkswagen angekündigt, seine E-Autos könnten bald eigenständig mit Ladesäulen kommunizieren. Geht es nach drei Schülern aus Achern, ist das Laden bald ebenso an Straßenlaternen möglich.* Auch das kabellose Laden ohne E-Auto-Ladesäulen könnte bei VW Modellen in Zukunft ein Thema werden.

Volkswagen macht große Schritte in Richtung E-Mobilität, dazu gehört unter anderem der Bau eines neuen Werks für das VW-Elektroauto der Trinity-Reihe im Wolfsburger Umland. Bei aller Freude über die Innovationssprünge dürfte man allerdings auch im Hause VW sorgenvoll auf die nächste Zeit blicken: So groß die Sprünge in der Entwicklung auch sind, den Halbleitermangel können sie bisher noch nicht beheben.

VW-Elektroauto: Perspektivisch könnte ihm nicht nur der Mangel an Halbleitern Volkswagen und dem E-Auto zum Verhängnis werden

Aktuell ist es der Halbleitermangel, der das VW-Elektro ebenso bedroht, wie die Modelle anderer Hersteller. Perspektivisch muss allerdings für noch eine weitere Frage eine Antwort gefunden werden. Das Thema betrifft nicht nur den Autobauer aus Niedersachsen, denn es geht allgemein um kritische Rohstoffe: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt in einer Studie vor perspektivischer Knappheit bei mehr als zwanzig wichtigen Rohstoffen.

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Dies betrifft insbesondere Materialien, die für Elektroauto-Batterien wichtig sind, dazu gehören Lithium, Kobalt oder Grafit. Politik, Wissenschaft und Industrie müssen Lösungen finden. Zuletzt hatten Forscher aus Deutschland große Fortschritte in der Batterietechnologie gemacht. Auch hier gibt es Innovationsbedarf – denn die benötigten Rohstoffe sind keineswegs unendlich.

Es wird klar: Die Schritte in Richtung E-Mobilität sind besonders bei Volkswagen groß. Trotzdem gibt es nicht nur für den Konzern aus Wolfsburg noch viele Fragen zu klären wie die Probleme bei den Ladensäulen für E-Autos. Der Halbleitermangel zeigt eindrucksvoll auf, wie schnell ein ganzer Industriezweig ausgebremst werden kann – damit das in Zukunft nicht noch öfter passiert, braucht es langfristige Planung und weitere Innovationen.* kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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