Konkurrenzkampf

VW-Elektroauto: Mega-Investitionen geplant – auch in Niedersachsen

Ansage an die Konkurrenz: Volkswagen steckt soviel Geld wie nie in die E-Mobilität. Das geht aus den Investitionsplänen hervor. Was heißt das für Niedersachsen?

Wolfsburg – Volkswagen will in den nächsten Jahren noch mehr auf Elektromobilität setzen. Dem VW-Elektroauto soll die Zukunft des Unternehmens gehören – besonders in Niedersachsen. Der Konzern plant zumindest seine Führungsrolle im Feld der E-Mobilität auszubauen und das möglichst schnell. Dafür muss der Autobauer jedoch viel Geld in die Hand nehmen, alleine für die Standorte in Niedersachsen geht es um 21 Milliarden Euro.

Konzern:Volkswagen AG
Segment:Automobilhersteller
Hauptsitz:Wolfsburg

Volkswagen investiert in den nächsten Jahren vor allem in VW-Elektroautos

VW hat jedenfalls seine Pläne für die nächsten Jahre publik gemacht. Die Veröffentlichung sendet ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz – in Wolfsburg will man Marktführer im Feld der E-Mobilität werden. Dafür hat man sich bei Volkswagen mit dem Jahr 2025 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Den Großteil der Investitionsplanung für die nächsten Jahre machen Elektromobilität und Digitalisierung aus. Insgesamt 89 Milliarden Euro will VW in diese Bereiche stecken – bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 159 Milliarden Euro. Es ist das erste Mal, dass der Großteil der Ausgaben bei Volkswagen auf diese Bereiche entfällt.

Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), begrüßte die Pläne bereits öffentlich – Weil selbst ist Aufsichtsrat bei Volkswagen. Im Jahr 2026 soll nach Angaben von Volkswagen jedes vierte verkaufte Auto ein VW-Elektroauto sein. Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten dürften besonders bestimmte Investitionen von Interesse sein: die in seinem Bundesland.

Volkswagen investiert auch in Niedersachsen vor allem in die Produktion von VW-Elektroautos – beispielsweise im neuen Trinity-Werk

Auch in Niedersachsen möchte VW im großen Umfang in das VW-Elektroauto investieren. Auf externe Hilfe sollte das Unternehmen dabei nicht hoffen: Zuletzt wurde bekannt, dass das Land Niedersachsen den Bau des neuen Werks für den VW-Trinity nicht subventionieren wird. Trotzdem will die Politik Volkswagen auf seinem Weg in die E-Mobilität unterstützen, beispielsweise durch schnelle Genehmigungen.

Zuvor hatte der Autobauer aus Wolfsburg mit dem Werk ein neues Großprojekt angekündigt. Im Wolfsburger Umland soll eine neue Produktionsstätte für das VW-Elektroauto der Zukunft entstehen – auch als Kampfansage an Tesla. In Niedersachsen will Volkswagen an den verschiedenen Standorten insgesamt 21 Milliarden Euro investieren.

Volle Kraft voraus: Volkswagen (VW) investiert in den kommenden Jahren einen Milliardenbetrag in den Bau von Elektroautos.

Dabei geht es unter anderem um die Entwicklung von Batteriesystemen: In Salzgitter plant VW in seiner Gigafabrik Batteriezellen zu produzieren – allein dafür sind zwei Milliarden Euro eingeplant. Der Standort Hannover soll perspektivisch vollständig elektrisch werden. Eines ist klar: In Volkswagens Planungsrunde kamen die Standorte im Bundesland von Stephan Weil gut weg.

Volkswagen sieht seine Zukunft im VW-Elektroauto – Diess kritisiert derweil Diesel-Subventionierung als Hemmnis der E-Mobilität

Die Pläne des Wolfsburger Autobauers zeigen deutlich, dass er seine Zukunft in der Elektromobilität sieht – auch wenn Herbert Diess zuletzt erklärte, ein früherer Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sei „nicht machbar“. Elektroautos haben immer noch einige Probleme: E-Auto Akkus schwächeln bei Kälte* oder E-Autos verlieren massig Strom beim Laden – und das sind nur zwei Beispiele. Der Innovationsbedarf im Feld der Elektromobilität ist groß. VW-Boss Herbert Diess sieht aktuell jedoch vor allem ein anderes Problem im Vordergrund.

Diess kritisierte jüngst, Diesel-Subventionen würden den Gang in die Elektromobilität deutlich verlangsamen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte der VW-Boss, es würde sich „niemand ein Elektroauto kaufen“, solange der Preis von Diesel durch Steuervorteile günstig gehalten würde. Auch Bremens Senatorin Maike Schaefer kritisierte den neuen Verkehrsminister Volker Wissing zuletzt scharf: Wissing polarisierte mit seinem Plan, die steigende Dieselsteuer durch die Kfz-Steuer ausgleichen – für die Grünen ein No-Go.

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Die Planungsrunde von VW hat ein Investitionsvolumen beschlossen, das 16 Milliarden Euro über dem ursprünglich geplanten Betrag liegt. Die Größe des Anteils der Gesamtinvestitionen, der auf VW-Elektroautos entfällt, spricht für sich. Es ist nicht verwunderlich, dass Diess Steuervorteile für Diesel kritisiert – denn sein Konzern setzt in den nächsten Jahren zwar nicht alles, doch sehr viel in Elektroautos. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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