Volkskrankheit Gicht – das sollten Sie wissen

Wer an Gicht leidet, hat oft auch Übergewicht, Diabetes mellitus und schlechte Blutfettwerte. Stellen Sie am besten Ihre Ernährung dauerhaft um.
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Haben Sie zu viel Harnsäure im Blut und eine Veranlagung zu Gicht, verzichten Sie auf stark purinhaltige Lebensmittel wie Fleisch und Innereien.

Plötzliche starke Schmerzen im Gelenk des großen Zehs deuten auf einen akuten Gichtanfall an. Meist treten diese Beschwerden bei Betroffenen nach üppigem Essen und Alkoholgenuss zum ersten Mal auf. Was dagegen hilft und wie Sie Gicht vorbeugen können, lesen Sie hier.

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, die auftritt, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut befindet. Dazu kommt es, wenn

  • die Nieren zu wenig Harnsäure ausscheiden.
  • sich der Betroffene über Jahre ungesund ernährt. Dabei werden organische Verbindungen, sogenannte Purine, in Harnsäure umgewandelt. Diese sind zum Beispiel in Fleisch und Innereien enthalten.
  • der Körper von Haus aus zu viel Harnsäure bildet.

Die überschüssige Harnsäure im Körper bildet mit der Zeit Kristalle, die sich in den Gelenken oder Nieren ablagern. Hier können sie die Nierenfunktion dauerhaft schädigen. Gicht macht sich aber in der Regel zuerst in den Gelenken bemerkbar und zwar in den Beinen und Zehen.

Ein akuter Gichtanfall tritt meist ohne Vorwarnung bei scheinbar völlig gesunden Menschen auf. Nach einem reichlichen, purinhaltigen Mahl in Verbindung mit Alkohol steigt die Harnsäure im Blut stark an. Der Alkohol verhindert, dass die Nieren ausreichend Harnsäure abbauen. In einem bereits kranken Gelenk – meist im großen Zeh – können dann plötzlich starke Schmerzen auftreten. Das Gelenk ist rot, geschwollen und sehr berührungsempfindlich.

Akuter Gichtanfall – das hilft

Suchen Sie möglichst schnell einen Arzt auf, um eine Therapie gegen Gicht zu beginnen. Wird die Krankheit nicht konsequent behandelt, können die Beschwerden chronisch werden. Wenn Sie sich in medizinischen Foren und Ratgeber-Communities mit Betroffenen austauschen, denken Sie daran, dass jeder Krankheitsverlauf anders ist und Therapiemöglichkeiten nicht verallgemeinerbar sind. Das können Sie bei einem akuten Gichtanfall selbst tun:

  • Lagern Sie das betroffene Gelenk hoch.
  • Machen Sie einen kühlenden Umschlag.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und essen Sie wenig Fleisch, bestimmte Fischsorten wie Forelle, Hering und Sardine oder Hülsenfrüchte. Diese sind besonders purinhaltig.
  • Trinken Sie genug Flüssigkeit  wie Mineralwasser und Tee und bleiben Sie die erste Zeit im Bett.
  • Lassen Sie sich vom Arzt ein Schmerzmittel verschreiben.

Gicht vorbeugen

Etwa fünf Prozent der erwachsenen Männer haben zu viel Harnsäure im Blut. Wenn bereits mehrere Familienmitglieder an Gicht erkrankt sind, sollten Sie Ihre Blutwerte regelmäßig testen lassen. Denn Gicht ist eine Krankheit, für die oft eine Veranlagung vorliegt. Stellt der Arzt einen Überschuss an Harnsäure, eine sogenannte Hyperurikämie, fest, sollten Sie Ihre Ernährung umstellen. Ihr Arzt wird Ihnen zu bestimmten Lebensmitteln raten und Ihnen sagen, worauf Sie besser verzichten sollten. So beugen Sie einem akuten Gichtanfall am besten vor:

  • Verzichten Sie am besten vollständig auf Innereien. Essen Sie Obst, Kartoffeln und Salate. Hüten Sie sich dagegen vor Spinat und Rosenkohl. Sie sind sehr purinreich.
  • Vermeiden Sie Alkohol. Vor allem Bier ist schlecht für Gichtkranke, da es zusätzlich zum Alkohol viele Purine enthält.
  • Mit Hilfe eines Purinrechners zum Beispiel der Deutschen Gichtliga ermitteln Sie, wie viel Harnsäure bestimmte Lebensmittel im Körper produzieren. So können Sie sich ein Menü zusammenstellen, dass die erlaubten Werte nicht überschreitet.
  • Neigen Sie zu Übergewicht, sollten Sie abnehmen. Machen Sie aber keine strenge Diät, sondern ernähren Sie sich gesund und machen Sie Sport.

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