792.000 getötete Tiere

Vogelgrippe: Ministerium gibt Zwischenbilanz

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Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Bündnis90/Die Grünen) spricht im Landtag in Hannover.

Hannover - Wegen der noch immer nicht ausgestandenen Vogelgrippe sind in Niedersachsen bislang rund 792.000 Tiere getötet worden. Dies sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Freitag.

Davon waren 626.000 Puten. Die großen Vögel gelten als besonders empfindlich und werden meistens in intensiver Stallhaltung untergebracht. Außerdem wurden den Angaben zufolge 94.000 Legehennen und Masthähnchen getötet sowie 69.000 Enten und 2900 Gänse.

Geflügelverband geht von mehr als 40 Millionen Euro Schaden aus

Die Entschädigungssumme, die den Geflügelhaltern bislang für den aktuellen Seuchenausbruch gezahlt wurde, bezifferte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bei einer Landtagsdebatte auf 15,5 Millionen Euro. Davon trage das Land 7,6 Millionen Euro. Der weitere Anteil stamme aus der Tierseuchenkasse, in die die Geflügelhalter Beiträge einzahlen.

Die Entschädigungssumme bezieht sich sowohl auf den Wert der getöteten Tiere als auch auf die Kosten für die Entsorgung der Kadaver und Schutzmaßnahmen wie die Desinfektion der Ställe. Der gesamte Schaden liegt vermutlich sehr viel höher. Der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes Friedrich-Otto Ripke, geht von mehr als 40 Millionen Euro aus. Denn die Vogelgrippe hat auch bei Landwirten mit Geflügel-Freilandhaltung für Einbußen gesorgt.

Keine landesweite Entwarnung

Werden die Tiere länger als zwölf Wochen im Stall gehalten, dürfen die Eier nicht mehr als Freilandware deklariert werden. Der Preisunterschied zwischen Freilandware und Bodenhaltung liegt bei 4 Cent pro Ei. Die Agrarminister der Länder hatten kürzlich bei ihrer Konferenz an Bund und EU appelliert, die Eierproduzenten zu entschädigen. Meyer sagte, da die Seuchenfälle bei den Wildvögeln weniger geworden seien, habe man vielen Landkreisen empfohlen, die Stallpflicht zu lockern.

Für eine landesweite Entwarnung ist es aber noch zu früh. Besonders im Landkreis Cloppenburg ist noch kein Ende der Epidemie in Sicht. In der Gemeinde Garrel hatte es am Donnerstag in einem Putenmastbetrieb einen Verdachtsfall gegeben. Die 9500 Puten sollen getötet werden - ebenso wie 7200 Puten in einem weiteren benachbarten Betrieb, zu dem Kontakt bestand.

dpa

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