Corona-Pandemie

Virologe Drosten wünscht sich Corona-Infektion nach Impfung

Die Infektionen mit dem Corona-Virus steigen derzeit wieder. Nun hat sich Virologe Christian Drosten für eine Infektion nach der Impfung ausgesprochen.

Hamburg – Täglich mehrere Tausend neue Corona-Fälle, eine Sieben-Tage-Inzidenz über 80 und eine Hospitalisierungsrate als neues Maß der Dinge: Die Corona-Pandemie hat in Deutschland wieder an Fahrt gewonnen. Insbesondere die Verbreitung der Delta-Variante bereitet den Experten Sorgen. In der aktuellen Folge des NDR-Podcasts „Coronavirus-Update“ hat Christian Drosten im Gespräch mit Korinna Henning Stellung zu den derzeitigen Entwicklungen bezogen.

Virologe:Christian Drosten
Geboren:12. Juni 1972 (Alter 49 Jahre), Lingen (Ems)
Ausbildung:Goethe-Universität Frankfurt am Main
Preisträger:Deutscher Radiopreis

Unter anderem erklärte der Charité-Virologe, dass ihm eine vollständige Impfung sowie eine kontrollierte Infektion am liebsten wäre, um eine nachhaltige und bessere Immunität zu erreichen. Gleichzeitig appellierte er an die Impfbereitschaft der Bevölkerung.

Drosten: Darum wünscht er sich eine Corona-Infektion nach der Impfung

Es sei nicht das Ziel für alle Zeiten, immer wieder neu impfen zu müssen, sagte er im Podcast. „Wir müssen eigentlich die endemische Situation als eine Erkältungssituation betrachten“, so Drosten und deutet damit an, das auf lange Sicht kein Weg um eine Infektion herumführt. „Mein Ziel als Virologe Drosten, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben.“

Mit dieser Tatsache habe er sich bereits länger abgefunden, sagt Drosten weiter. „Und dann weiß ich, bin ich richtig langhaltig belastbar immun und werde nur noch alle paar Jahre überhaupt mal dieses Virus sehen.“ Im Klartext bedeutet das, dass der Experte Infektionen in der breiten Masse der Bevölkerung erwartet, die mit ihren hoffentlich moderaten Verläufen die Immunisierung insgesamt erhöhen. Die Infektionsimmunität sei auf Dauer robuster und somit die Immunität der Bevölkerung belastbarer als eine gesteigerte Immunisierung durch eine Booster-Impfung.

Corona in Deutschland: 61,4 Prozent vollständig geimpft

Als gesunder Erwachsener könne er das Risiko für sich verantworten, für andere Bevölkerungsgruppen gelte dies allerdings nicht. „Ich kann das für mich selbst auch nur verantworten, weil ich jetzt zweifach geimpft bin“, erklärt der Virologe und warb nochmals für die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Seiner Einschätzung nach müsse eine Impfquote von etwa 90 Prozent angestrebt werden.

Von dieser Quote ist Deutschland noch weit entfernt: Mit Stand 7. September 2021 wurden in der Bundesrepublik etwa 103 Millionen Impfdosen verabreicht. 61,4 Prozent der Bevölkerung ist vollständig immunisiert. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Über mögliche Impfaktionen an Schulen, um die Quote bundesweit zu steigern, wird derweil hitzig diskutiert. Angesicht der zu niedrigen Impfquote schließen Experten neue Kontaktbeschränkungen im Herbst nicht aus.

Charité-Virologe Christian Drosten spricht sich im NDR-Podcast für eine Infektion mit dem Coronavirus nach einer vollständigen Impfung aus. (Archivbild)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warb auf Twitter erneut für die Impfbereitschaft der Bevölkerung. „Bei Inzidenz und auf Intensivstationen sehen wir: Wir erleben eine anwachsende Pandemie der Ungeimpften. Alle, die können, sollten sich ihren Schutz holen!“, schrieb er.

Die Impfkampagnen schreitet in den Bundesländern unterschiedlich schnell voran. In Bremen wurden 76 Prozent der Einwohner mindestens einmal geimpft. 71,4 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Das Schlusslicht unter den Bundesländern bildet Sachsen: Im Freistaat wurden bisher 52,4 Prozent der Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Angaben beruhen auf Daten des RKI. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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