Vorjahreszahlen nach sechs Monaten übertroffen

Viele Hantavirus-Fälle in Niedersachsen

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Eine Biologisch Technische Assistentin bereitet eine Probe auf.

Osnabrück/Hannover - Die Zahl der Hantavirus-Erkrankungen in Niedersachsen ist in diesem Jahr im Vorjahresvergleich stark gestiegen. Waren es im vergangenen Jahr noch 17 Fälle, die registriert wurden, sind es 2017 bis Ende vergangener Woche 57 Fälle gewesen, sagte der Sprecher des Landesgesundheitsamtes in Hannover, Holger Scharlach.

Von den registrierten 57 Fällen wurden 41 aus dem Landkreis Osnabrück gemeldet, auch in den vorangehenden Jahren war der Kreis Osnabrück schwerpunktmäßig betroffen. „Es ist davon auszugehen, dass die Fallzahl in diesem Jahr noch ansteigen wird“, sagte der Sprecher. 

Viele Gefahrenquellen

Die Zahl der Fälle schwankt von Jahr zu Jahr. Viele Hantavirusfälle treten in der Regel nach einem so genannten Buchenmastjahr auf, also in Jahren, in denen es besonders viele Bucheckern gibt. „Dann haben die übertragenden Rötelmäuse im Winter eine gute Nahrungsgrundlage und überleben in großer Zahl“, sagte Scharlach. 2016 sei ein solches Buchenmastjahr gewesen. 

Der Erreger wird durch den Kot infizierter Mäuse auf den Menschen übertragen. In besonders schweren Fällen kann es zu Funktionsstörungen der Nieren kommen. Als Hauptansteckungsquellen gelten Gartenarbeit, Staubfegen im Freien, in Garagen oder in Schuppen. Experten raten daher zu Vorsichtsmaßnahmen. Wichtig ist gutes und gründliches Händewaschen nach der Arbeit. Wer Mäusekot oder tote Mäuse entfernt, sollte dabei auch Gummihandschuhe tragen. Tote Mäuse sollten in einer verschlossenen Plastiktüte in den Hausmüll gepackt werden. Als Schutz gegen Staubentwicklung dient eine eng anliegende Mund-Nasen-Maske. 

Staubsaugen kann sich als Problem erweisen

Staubsaugen kann das Problem sogar noch verschärfen, warnt der Landkreis Osnabrück. Die Filter in den Saugern reichen nicht aus, um die Viren abzuhalten. Der virenhaltige Staub kann dadurch erst recht aufgewirbelt und verbreitet werden. 

Die Symptome sind wie bei einem schweren grippalen Infekt mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, teilweise Bauchschmerzen und Durchfällen. Bei solchen Symptomen sollte sofort der Hausarzt besucht werden. 

Die Zahl der Hanta-Erkrankungen schwankt stark. Nach 76 Fällen im Jahr 2012 waren es nur zum Beispiel nur 6 im Jahr 2013.

dpa

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