Anpassung der Ausbildung

Viele Friseure haben keine Ahnung von Afro-Haaren – Großbritannien will das ändern

Kundinnen und Kunden mit Afro-Haaren könne meistens nicht in jeden Friseur-Salon gehen, da viele Friseure nicht mit ihren Haaren umgehen können. In Großbritannien soll sich das nun ändern.

Großbritannien – Normalerweise sollte man davon ausgehen, dass Friseure während ihrer Ausbildung lernen, wie man mit den unterschiedlichsten Haarstrukturen umgeht. Ob dick, dünn, glatt oder wellig. Doch dem ist nicht so.

Land Vereinigtes Königreich
HauptstadtLondon
PremierministerBoris Johnson
Bevölkerung66,65 Millionen (2019)

Der Umgang mit Afro-Haaren ist nämlich nicht zwingend Teil der Friseur-Ausbildung. Dabei brauchen Afro-Haare eine besondere Behandlung, weil sie sehr lockig, sehr dicht und dabei oft sehr trocken sind. Das Frisieren von Afro-Haaren erfordert eigene Techniken und Produkte, von denen viele Friseure keinen blassen Schimmer haben, weil sie es eben nie gelernt haben.

Das Frisieren von Afro-Haaren erfordert eigene Techniken und Produkte, von denen viele Friseure keinen blassen Schimmer haben.

Behandlung von Afro-Haaren nur selten Teil der Friseur-Ausbildung

Wie Afro-Haare zu schneiden und zu stylen sind, kommt in der Friseur-Ausbildung oftmals gar nicht oder nur knapp vor.

Mehrere Models und Prominente mit Afro-Haaren hatten sich in den sozialen Medien darüber beklagt, vor Shootings oder Auftritten von ahnungslosen und überforderten Stylisten schlecht oder gar nicht frisiert worden zu sein.

Diskriminierender Umgang von Menschen mit Afro-Haaren

Einige wurden sogar aufgefordert, sich bitte selbst um ihre Frisur zu kümmern. Die Haare aller weißen Kolleginnen und Kollegen wurden währenddessen ganz normal von den Profis gestylt. Das ist diskriminierend, liegt jedoch nicht in der Verantwortung der Friseure, da sie die Inhalte ihrer Ausbildung natürlich nicht bestimmen. Auch die Corona-Krise verschärft die teilweise mangelnde Qualität* von Ausbildungen.

Viele Menschen sind auf spezielle Friseur-Salons angewiesen

Großbritannien will diese Ungerechtigkeit jetzt beheben und die Friseur-Ausbildung anpassen. Schließlich trifft dieses Problem nicht nur Models und Promis mit Afro-Haaren.

Viele schwarze Menschen sind gezwungen, spezielle Salons zu besuchen, die sich auf Afro-Haare spezialisiert haben. Und die gibt es nicht an jeder Ecke. Einer Bewerberin ist ein Fauxpas zum Schmunzeln passiert, der auch mit Afro-Haaren zu tun hat.

Friseur-Salons sollen Belohnungen für Afro-Fortbildungen bekommen

Die neuen Anpassungen, die im Juni eingeführt wurden, sollen endlich „einen Standard schaffen, sodass die Bedürfnisse der diversen Bevölkerung Großbritanniens erfüllt werden können“, heißt es von der Friseurinnung. 

In einem nächsten Schritt sollen Friseur-Salons, für die spezielle Corona-Regeln gelten, dafür belohnt werden, wenn sie ihre Mitarbeiter fortbilden lassen, damit auch langjährige Friseure sicherer im Umgang mit Afro-Haaren werden.

„Die Beauty-Industrie kann und sollte absolut inklusiv sein“

Helena Grzesk, Vorsitzende des „British Beauty Council“, begrüßt diese Neuerungen ausdrücklich. „Die Beauty-Industrie kann und sollte absolut inklusiv sein“, sagt sie. „Bisher allerdings haben Zehntausende Friseure keine Qualifikation, Afro-Haare zu stylen oder zu schneiden. Unser Ziel ist jetzt, die Stimmen der verschiedensten Gruppen, die unsere Kunden sind, zu verstärken und zu würdigen. Sicherzustellen, dass jeder von uns sich gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlt. Für jeden soll der Kontakt mit der Beauty-Industrie etwas Schönes sein.“ * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Davide Angelini via www.imago-images.de

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