Kaum Nachwuchs im Kreis Nienburg

Viele Störche in Niedersachsen - aber weniger Jungstörche

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Doch nur wenige Jung-Störche sind geschlüpft.

Hannover/Gifhorn/Berne - Störche fühlen sich wohl in Niedersachsen. Die Zahl der Storchenpaare sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen und stabilisiere sich, sagte Storch-Experte Hans-Jürgen Behrmann vom Nabu. Allerdings werde es weniger Jungtiere geben als im Vorjahr, als fast 1500 Störche aufgezogen wurden.

„Mit Rekordzahlen wie 2015 ist nicht zu rechnen“, sagte Behrmann. Das hat nach Ansicht mehrerer Storchen-Kenner verschiedene Gründe. Fest steht aber: „Wir müssen uns um den Bestand keine Sorgen machen“, sagte Reinhard Löhmer, der sich um die Störche in der Region Hannover und im Kreis Nienburg kümmert.

Zu nass, zu kalt, wenig Nahrung: Gründe für den Nachwuchsmangel 2016.

Im vergangenen Jahr hatten in Niedersachsen insgesamt 772 Weißstorchpaare gebrütet, ein Jahr zuvor waren es 746. Deutschlandweit gibt es mehr als 6.000 Storchenpaare. Der Nachwuchs hat es in diesem Jahr in manchen Regionen schwer, zu überleben: Viel Regen, Kälte - und zu wenig Mäuse. „Das ist nicht so optimal wie sonst“, sagte Udo Hilfers von der Storchenpflegestation Wesermarsch.

„Das ist eine Kettenreaktion: schlecht ernährt, Kälte, die Tiere fangen sich was ein und sterben daran.“ In der Wesermarsch sind über 130 Storchenpaare zu Hause. „In den meisten Nestern sieht es noch gut aus.“

Im Kreis Nienburg hat Löhmer besonders viele Ausfälle registriert. Von 37 Paaren hätten fast die Hälfte keine Jungen und die anderen kaum mehr als ein Jungtier. Die Storchen-Eltern seien auch rigoros mit ihrem Nachwuchs, erklärte Löhmer. „Wenn ein Jungvogel im Nest nicht mehr bettelt, wird er über Bord geworfen.“

Gerade bei den frühen Brütern seien Ende April angesichts der Nässe und niedrigen Temperaturen viele Jungtiere eingegangen. In diesem Jahr sind viele Störche mit Verspätung zurückgekehrt und haben gar nicht mehr gebrütet. „Wenn jemand zu spät kommt, kann man nicht erwarten, dass sie noch ein Brutgeschäft hinlegen“, meinte Hilfers.

In Niedersachsen sind in diesem Jahr viele Störche unterwegs.

In der Wesermarsch seien zahlreiche kinderlose Störche unterwegs. In anderen Teilen Niedersachsens seien dagegen viele Jungvögel gerade erst geschlüpft, sagte Behrmann. Wie viele Jungstörche es am Ende schaffen und im Herbst gen Süden ziehen, wird erst im Oktober feststehen.

Bei Fridolin und Friederike - das Storchenpaar nistet auch in diesem Jahr auf dem Schornstein des Nabu-Artenschutzzentrums in Leiferde im Kreis Gifhorn - ist der Nachwuchs bereits flügge. „Die beiden Jungen machen erste Ausflüge mit den Eltern“, sagte Bärbel Rogoschik vom Nabu. Die beiden Störche hatten im März mit der Paarung begonnen. Fridolin ist zum neunten Mal in Leiferde, Friederike ist seit zwei Jahren seine Partnerin.

dpa

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