click & meet

Verwirrung um Terminshopping: Regeln fördern Einkaufs-Tourismus

Nach monatelangem Corona-Lockdown greifen in Niedersachsen Lockerungen. Zoos und Museen sind nach Anmeldung eingeschränkt zugänglich. Geschäfte wiederum dürfen zum Terminshopping öffnen - doch dabei kommt es zu Missverständnissen.

Nach der Verwirrung um Geschäftsöffnungen in sogenannten Hochinzidenzkommunen (über 100 Fälle je 100.000 Einwohner) hat die niedersächsische Landesregierung die Regeln präzisiert. So seien Anprobetermine für individuell bestellte Kleidungsstücke wie Hochzeitskleider, Anzüge oder Arbeitskleidung auch in Hochinzidenzkommunen erlaubt, teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Das gelte aber nicht für das Anprobieren von Jeans, T-Shirts oder Pullovern in normalen Bekleidungsgeschäften.

BundeslandNiedersachsen
HauptstadtHannover
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MinisterpräsidentStephan Weil (SPD)

„Würde man den Begriff Anprobetermine auch auf diese Bereiche ausdehnen, würde das de facto eine Öffnung von weiten Teilen des Einzelhandels bedeuten“, sagte eine Regierungssprecherin. Das sei allerdings in Kommunen, deren Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, über 100 liege, nicht zu verantworten. Die Landesregierung bat Geschäftsinhaber und Kunden noch um ein wenig Geduld.

Für Verwirrung hatte am Montag allerdings mancherorts gesorgt, dass Lockerungsschritte wie der Termineinkauf nicht in Städten und Kreisen mit einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gelten. Möbelhäuser in der Region Hannover öffneten zum Termineinkauf und beriefen sich auf unklare Regelungen seitens des Landes.

Terminshopping: Überall herrscht Chaos

Nach Angaben der Landesregierung wäre es Inhabern anderer Einzelhandelsgeschäfte „jenseits der Lebensmittelgeschäfte, der Blumenläden und des Buchhandels gegenüber nicht zu erklären, warum in Hochinzidenzkommunen nun ausgerechnet die Bekleidungsgeschäfte vorzeitig für Terminshopping öffnen dürften“. Wegen der als äußerst aggressiv und ansteckender als das ursprüngliche Virus geltenden Virus-Mutanten müsse alles getan werden, eine zu starke Ausbreitung dieser Mutanten und einen dramatischen Anstieg der Neuinfektionen zu verhindern.

Niedersachsens Handelsverband hat die neuen Regelungen zu Ladenöffnungen scharf kritisiert. „Chaos herrscht allerorten“, sagte Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack am Montag. „Das hat sich die Landesregierung selbst eingebrockt.“ Nach den Bund-Länder-Beschlüssen hatte die Staatskanzlei mitgeteilt, dass der noch geschlossene Einzelhandel für sogenannte Terminshopping-Angebote (click&meet) ab Montag (8. März) öffnen könne. Darauf hätten sich die Händler verlassen, ihr Personal eingeplant und Werbung geschaltet. So sah das Wirrwarr im Landkreis Verden aus.

Click & Meet auch Terminshopping genannt, ist nur nach Anmeldung in Niedersachsen möglich.

Allerdings wurde dann in der neuen niedersächsischen Corona-Verordnung für die sogenannten Hochinzidenzkommunen festgelegt, dass sie kein Terminshopping anbieten dürfen. Dazu zählt auch die Region Hannover. „Viele Händler sagen, das ist ein extremer Wortbruch der Landesregierung“, sagte Mark Alexander Krack. Es handele sich um Wettbewerbsverzerrung, kritisierte der Verbandschef. Zudem sei jetzt ein Einkaufstourismus zu befürchten, der eigentlich verhindert werden sollte.

Wenn die Sieben-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, darf der Einzelhandel nur für Kunden öffnen, die vorher einen Termin gebucht haben. In der Regel funktioniert dies über das Internet oder telefonisch. Dieses „Click and Meet“ genannte Konzept sieht vor, dass ein Kunde für dieses Terminshopping in den Laden darf.

Terminshopping: Paar gilt als ein Kunde

Was ist ein Kunde? Diese banale Frage mag beim Fahrrad- oder dem Mantelkauf noch eindeutig zu beantworten sein. Was ist aber beispielsweise mit Schmuck wie Verlobungs- oder Eheringe? Dürfen beide Partner parallel ins Geschäft oder nur nacheinander? Ein Anruf auf der Zentralen Hotline der Landesregierung bringt Klarheit. Beide Partner dürfen ins Geschäft.

Auch wenn „Click and Meet“ ein bisschen Shopping-Feeling vermitteln möchte - Corona kann nicht komplett ausgeblendet werden. Voraussetzungen: Es gilt weiterhin die Maskenpflicht. Der Zeitraum ist begrenzt und der Besuch wird für eine eventuelle Kontaktnachverfolgung dokumentiert. Wie viele Kunden in den Laden dürfen, hängt von der Verkaufsfläche ab. Ein Kunde pro 40 Quadratmeter steht in der Vorschrift.

Der Vorgänger von „Click and Meet“ war „Click and Collect“. Dabei shoppen die Kunden online, der Händler stellt die Ware zusammen und sie wird dann vor Ort abgeholt. Meist musste die Ware vorab in Internet schon bezahlt werden. awt/dpa *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein

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