Verteidigung will milde Strafe nach Anschlag auf Asylunterkunft

Hannover - Für die Hauptbeschuldigten eines Brandanschlages auf eine Asylunterkunft im Weserbergland hat die Verteidigung milde Strafen verlangt. Die zwei seien betrunken gewesen und hätte die Tat gestanden. Außerdem sei niemand körperlich zu Schaden gekommen.

Im Prozess um den Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Salzhemmendorfhat die Verteidigung eine milde Strafe für die beiden geständigen Hauptbeschuldigten gefordert. Für den 31 Jahre alten Werfer des Molotowcocktails plädierte sein Verteidiger am Mittwoch am Landgericht Hannover auf eine Strafe von nicht mehr als fünf Jahren. Der Angeklagte habe die Tat bereut und sich entschuldigt. Am Ende sei niemand körperlich zu Schaden gekommen. Für den 25 Jahre alten Mitangeklagten bat die Verteidigung um eine milde Strafe, ohne die Dauer zu beziffern. Der junge Mann habe sofort den älteren und eine weitere angeklagte Frau als Tatbeteiligte genannt. Beide Männer, so die Verteidigung, seien zudem stark betrunken gewesen. Der Brandsatz flog in der Nacht zum 28. August vergangenen Jahres durch ein geschlossenes Fenster und landete in der Wohnung einer Familie aus Simbabwe. Nur weil ein Junge im Zimmer seiner Mutter schlief, wurde niemand verletzt.

Die zwei Männer hatten die Tat zu Beginn des Verfahrens am Landgericht Hannover gestanden. Ein fremdenfeindliches Motiv hatten sie aber abgestritten und betont, sie hätten vor dem Anschlag reichlich Alkohol getrunken. Die Anklage indes hatte in ihrem Plädoyer zahlreiche Belege für die rechtsextreme Gesinnung der beiden Männer aufgeführt. Wegen versuchten Mordes und Brandstiftung hatte die Staatsanwaltschaft acht Jahre Haft für den Werfer des Brandsatzes und sieben Jahre für den Mittäter verlangt. Eine 24-Jährige, die die zwei zum Tatort fuhr, soll nach den Forderungen der Anklage vier Jahre und zwei Monate hinter Gitter. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil wird am Donnerstag gesprochen. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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