Verschwinden von Birgit Meier

Kriminalfall nach fast 30 Jahren aufgeklärt

Lüneburg - Ein Kriminalfall um eine verschwundene Frau ist nach fast 30 Jahren aufgeklärt worden. Im Sommer 1989 verschwand die damals 41-jährige Birgit Meier unter ungeklärten Umständen aus ihrer Wohnung in Brietlingen-Moorburg im Landkreis Lüneburg.

Nach neuesten Erkenntnissen soll ein damals 40 Jahre alter Friedhofsgärtner, der mit der Verschwundenen bekannt war, die Frau in seine Gewalt gebracht haben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Lüneburg am Dienstag mit. Der Tatverdächtige ist seit mehr als 20 Jahren tot. Er beging 1993 Selbstmord, als er wegen anderer Vorwürfe in Haft war.

Nach Birgit Meier war damals auch in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY-ungelöst" gefahndet worden, allerdings ohne Erfolg. Im vergangenen Jahr wurde der Fall neu aufgerollt, die Ermittlungen fokussierten sich auf den bereits damals verdächtigen Lüneburger Friedhofsgärtner. Neueste forensische Untersuchungsmethoden bei der DNA-Bestimmung brachten den Durchbruch: Auf einer damals im Haus des Tatverdächtigen sichergestellten Handfessel wurde eine Gewebeanhaftung entdeckt. Die hierbei festgestellte DNA stimmt mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit der DNA von Birgit Meier überein.

Der Friedhofsgärtner soll Entführer sein

Polizei und Staatsanwaltschaft halten es für sehr wahrscheinlich, dass der Friedhofsgärtner Birgit Meier entführt hat, und sie hierbei aus nicht näher geklärten Umständen zu Tode gekommen ist. Erst vor zwei Wochen hatte die Polizei ein Moorgebiet bei Lüneburg durchsucht. Die sterblichen Überreste von Birgit Meier wurden aber nicht gefunden. Der Tatverdächtige kommt nach Einschätzung der Kriminalisten aufgrund seines Persönlichkeitsprofils auch für andere schwere Gewalttaten in Frage.

Der Ansatz, weit zurück liegende, aber schwere und ungeklärte Fälle mit den neuesten technischen Möglichkeiten akribisch aufzuarbeiten, habe sich als absolut richtig erwiesen, erklärte Lüneburgs Polizeipräsident Robert Kruse. Mord verjähre nicht, und die Täter dürften sich nie sicher fühlen. Außerdem sollten Angehörige von Tötungsopfern möglichst Gewissheit darüber erlangen, was mit ihren Verwandten passiert ist.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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