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Niedersachsen hat neue Corona-Regeln: Das gilt zu Maske und Co.

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Von: Harald Hinze

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In Niedersachsen fallen mit einer neuen Verordnung ab sofort zahlreiche Corona-Regeln weg. Einige bleiben aber bestehen – welche das sind.

Hannover – Endlich keine Maske mehr, mag manch einer denken. Denn an vielen Orten muss man künftig keine mehr tragen. Kein Test oder Impfnachweis mehr im Café oder Kino - wie in vielen Bundesländern fallen auch in Niedersachsen zahlreiche Corona-Regeln weg. Einige bleiben aber noch bestehen.

Niedersachsen hat neue Corona-Regeln: Das gilt zu Maske und Co.

Menschen in Niedersachsen können sich auf einen einfacheren Alltag in der Corona-Pandemie einstellen. Hintergrund ist eine seit Sonntag, 03. April 2022, geltende Verordnung, wodurch zahlreiche Maßnahmen wegfallen. Wer etwa ins Restaurant oder Kino gehen möchte, benötigt keinen 3G-Nachweis mehr. Bei privaten Treffen gibt es laut Landesregierung ebenfalls keine Beschränkungen mehr.

Viele Corona-Regeln laufen aus
Viele Corona-Regeln laufen durch das geänderte Bundesinfektionsschutzgesetz aus. © Stefan Sauer

Durch das überarbeitete Bundesinfektionsschutzgesetz können Länder nur noch niedrigschwellige Corona-Maßnahmen anordnen, wie etwa eine Maskenpflicht im Nahverkehr oder in Krankenhäusern. Ebenfalls sind einige Testnachweise weiterhin vorgesehen, etwa für Schulen oder Pflegeheime. An dem Gesetz hatte es deutliche Kritik gegeben, auch aus Niedersachsen.

Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Betriebe entscheiden über Hausrecht

Viele Bundesländer halten nur noch den Corona-Basisschutz aufrecht. Sowohl die Maskenpflicht, etwaige Kontaktbeschränkungen sowie Corona-Tests spielen im öffentlichen Leben kaum mehr eine Rolle. Hat sich der Impfnachweis damit automatisch erübrigt? Nicht ganz, schließlich haben mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bereits zwei Bundesländer Corona-Hotspots ausgerufen* – und halten damit die gängigen Corona-Schutzmaßnahmen am Leben.

Über das Hausrecht können Betriebe weiterhin festlegen, ob eine Maske getragen werden muss oder nur Menschen Zutritt bekommen, die gegen das Coronavirus geimpft oder negativ getestet sind. Sie müssen diese Maßnahmen aber nicht mehr verhängen.

Zahlreiche Corona-Lockerungen in Niedersachsen

Bei Aldi entfällt die Pflicht eine Maske zu tragen, eine Regelung in der Hausordnung gebe es demnach nicht für derartige Maßnahmen. Doch eine Empfehlung bestehe weiterhin: „Sofern nun keine rechtliche Vorgaben mehr existieren, empfehlen wir unseren Mitarbeitern und Kunden, auch weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen“, erklärt Serra Schlesinger, Leiterin Unternehmenskommunikation von Aldi-Nord gegenüber kreiszeitung.de.

Niedersachsen lockert Corona-Regeln: Eigenverantwortung gefragt

Länder können über eine sogenannte Hotspot-Regelung verschärfte Maßnahmen auf den Weg bringen, davon will Niedersachsen allerdings bislang nicht Gebrauch machen. Allerdings sind die Infektionszahlen weiter sehr hoch, die Corona-Pandemie ist keinesfalls vorbei gibt es doch verschiedene Mutationen, die sich in verschiedenen Omikron-Symptomen sowie in Anzeichen, die auf eine Infektion mit der Omikron-Unterform BA.2 äußern.

Eine junge Frau mit und ohne Maske in einem Supermarkt und die Logos von Edeka, Aldi und Rewe
Corona-Regeln im Supermarkt: Ab 2. April herrscht in manchen Supermärkten Maskenpflicht – und in anderen nicht. (kreiszeitung.de-Montage) © Annika List/Michael Gstettenbauer/Gottfried Czepluch/imago/Kay Nietfeld/Ahmad Kamal/Jens Kalaene/dpa

Mit oder ohne Maske im Supermarkt: Jetzt entscheidet jeder selbst

Seit rund zwei Jahren müssen wir im Supermarkt und anderen öffentlichen Innenräumen wie Restaurants, Kinos, Museen und Schulen Maske tragen, um die Corona-Ausbreitung zu bremsen. Ab diesem Sonntag, 03. April 2022, fällt die Maskenpflicht in vielen Bereichen - dort kann dann jeder selbst entscheiden. Dazu sollte man einige Dinge wissen:

Wo muss man künftig überhaupt noch Maske tragen?

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht nur noch wenige staatliche Vorgaben zum Maskentragen im Alltag vor. Bundesweit gilt das in ICE, Intercity und Flugzeugen. Die Länder können Maskenpflichten außerdem allgemein für Einrichtungen anordnen, in denen gefährdete Menschen wohnen oder sich aufhalten: Arztpraxen, Kliniken, Pflegeheime sowie Gemeinschaftseinrichtungen etwa für Asylbewerber. Im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt dann ebenfalls Maskenpflicht.

Raten Wissenschaftler weiter zur Maske?

Ja, ganz eindeutig. Insbesondere wegen der derzeit noch so hohen Inzidenzen wird der weitgehende Wegfall der Masken als verfrüht gewertet. Für den besten Schutz vor Ansteckung raten Fachleute zu FFP2-Masken. „Wenn Sie sich und andere vor Ansteckung schützen wollen, sollten Sie auf jeden Fall eine Maske tragen“, sagt der Physiker Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Wegen der derzeit hohen Infektionsraten sei der zusätzliche Schutz sinnvoll, da es sehr wahrscheinlich sei, dem Virus ausgesetzt zu sein. Am besten sei eine Maske mit guter Filterung und einem guten, dichten Sitz auf dem Gesicht.

Ist das Risiko einer Corona-Infektion überall gleich?

Nein, es ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine Rolle spielen etwa die Personenanzahl im Raum, die Aufenthaltsdauer, die Aktivität (zum Beispiel Singen, wobei viele möglicherweise ansteckende Tröpfchen produziert werden) und die Belüftung. Masken sind Experten zufolge insbesondere dann wichtig, wenn Abstände zu anderen Menschen nicht eingehalten werden können. „In einem großen Markt mit guter Lüftung ist das Infektionsrisiko geringer als in einem engen kleinen Laden mit längerem Aufenthalt“, sagt Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie.

Ist eine Maske an der frischen Luft ratsam?

Auf das Maskentragen im Freien könne man durchaus verzichten, insbesondere wenn man nicht längere Zeit sehr eng beisammen stehe, meint Ralf Bartenschlager, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Virologie. „In geschlossenen Räumen empfehle ich aber nach wie vor die Maske.“ Wenn das Infektionsgeschehen deutlich abgenommen habe, könne man auch auf Masken im Innenbereich verzichten.

Warum macht die Maske weiterhin Sinn?

Die Omikron-Variante gilt zwar als milder verglichen mit früheren Virusvarianten. Harmlos ist sie aber nicht, insbesondere für bestimmte Gruppen. So ist ein im Vergleich mit anderen Ländern relativ großer Teil der deutschen Bevölkerung ab 60 Jahren noch nicht gegen Corona geimpft. Hinzu kommen Menschen, bei denen Impfungen schlecht wirken, und vorerkrankte Menschen. Es lohne sich durchaus auch vor dem Hintergrund der vielen Unbekannten rund um Langzeitfolgen (Long Covid), eine Infektion oder Re-Infektion zu verhindern, sagte der Aerosolforscher Martin Kriegel von der TU Berlin kürzlich beim RBB-Sender radioeins. Masken fingen größere Tröpfchen aber auch Aerosole ab, also auch feinste Teilchen in der Atemluft, erklärt Bodenschatz. Man habe mit einer Maske, die dicht am Gesicht anliegt, einen etwa 100-mal höheren Schutz als ohne, könne sich also 100-mal länger in der gleichen Situation aufhalten.

Was bringt es, jetzt wieder die bequemeren Stoffmasken zu tragen?

Wohl nicht so viel. „Bei dem aktuellen Infektionsgeschehen und der Dominanz der Omikron-Variante macht nur die FFP2-Maske Sinn“, betont Virologe Bartenschlager. „Die Stoffmaske wird nicht viel nützen, der Mund-Nasen-Schutz etwas mehr, aber deutlich weniger als FFP2.“ Salzberger sieht für den Eigenschutz keinen Sinn in Stoffmodellen, aber zum Fremdschutz sei es besser als keine Maske (Mit Material der dpa). *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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