Verloren im Universum: „Star Trek“-Sammler sucht Unterstützer

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Star-Trek-Sammler Martin Netter im Cockpit des Original-Shuttle des Raumschiff Enterprise.

Bad Münder am Deister - Von Niklas Wieczorek. Er ist pleite. Ihm läuft die Zeit davon. Martin Netter hat noch wenige Jahre, seinen Traum umzusetzen: Er will seine umfangreiche „Star Trek“-Sammlung endlich in einem Museum sehen - oder gleich ein ganzes Fan-Hotel errichten. Allein die Investoren fehlen.

Auf den ersten Blick wirkt er wie ein Fan der Zwerge aus „Herr der Ringe“. Doch Martin Netters Grinsen unter seinem Rauschebart taucht erst auf, wenn er von Raumschiffen spricht. Der 53-Jährige ist Besitzer einer „Star Trek“-Sammlung - seinen Angaben zufolge die weltweit größte. Nur wohin mit all den Schätzen? Netter will seine Stücke langfristig präsentieren. Doch seine Zeit wird immer knapper. „Ich habe noch vier Jahre, einen Weg zu finden“, sagt Netter. Danach fühle er sich zu alt, um sich noch um eine Ausstellung zu kümmern.

In einem beschaulichen Ortsteil von Bad Münder am Deister bei Hannover führt Netter in eine Lagerhalle. Die steht voll mit „Star Trek“-Devotionalien, direkt vom Set der Paramount-Studios in Los Angeles. Er hat dafür viel Geld ausgegeben. Mehr als 25 Jahre betrieb Netter zunächst einen Laden mit Science-Fiction-Artefakten in Berlin. Dann kam beim New Yorker Auktionshaus Christie's ein ganzer Batzen aus dem Paramount-Archiv unter den Hammer - Netter bot mit und erwarb das Prunkstück seiner Sammlung: ein fast komplettes Shuttle. Das war der Startschuss für seine Sammelleidenschaft. „Hätte ich das heute nicht, hätte ich auch die Sammlung nicht. Dann wäre ich glücklich“, sagt der Mann mit dem Rauschebart und bekennt: „Ich bin pleite.“ Stolz auf seine Sammlung ist er trotzdem: „Ich habe die Verantwortung übernommen, dieses Kulturgut zu schützen.“

Häufig trat er in den letzten Jahren in Fernsehsendungen auf. Ziel des 53-Jährigen ist, eine sinnvolle Zukunft für seine Sammlung zu finden. Dafür sucht Netter Helfer. Noch vier Jahre gibt er der Suche nach Investoren. Danach sei er bereit, weitere fünf Jahre ein Konzept aufzustellen. Doch zur Umsetzung sagt er klar: „Ich möchte das nicht mehr machen.“ Ursprünglich plante er ein Hotel, in dem Fans übernachten können. Die Ausstellungsobjekte dafür habe er bereits, die Baukosten könne man auftreiben. Problematisch aber seien die langfristigen Betriebskosten von rund 10 bis 20 Millionen jährlich.

Netters Alternatividee ist ein von Privatleuten finanzierter Aufbau der Sammlung, der für Anlässe gemietet werden könnte. Sein eigener Internethandel werfe dafür nicht genug ab. Auch Wolfgang Wilke, ehemaliger Geschäftsführer des 2004 in Bremen gescheiterten „Space Centers“ sagt, Netters Sammlung müsse im Zusammenhang präsentiert werden, um eine „Leuchtturmfunktion“ zu erreichen.

Mit dem „Space Center“ hatte Wilke versucht, einen Freizeitpark mit Science-Fiction-Thematik zu installieren. Auch ein „Star Trek“-3D-Kino war enthalten. Die gesamte Anlage hatte inklusive eines Einkaufszentrums für Umsatz und Arbeitsplätze in Bremen sorgen sollen - scheiterte aber kläglich. Es konnte kein Hauptmieter für die Läden gefunden werden, und auch die Besucherzahlen sanken schnell: Nach weniger als einem Jahr war das Projekt beendet.

Netters Hoffnung ist daher ein großer Investor, mit dem sich sein Projekt stemmen ließe. Er baut auch auf den neuesten „Star Trek“-Film, der seit dem 9. Mai in Deutschlands Kinos läuft. „Wir haben eine ganz neue Klientel“, hebt Netter die positiven Effekte des Films hervor. Vielleicht ist ja ein Nachwuchs-„Trekkie“ bereit, Netters Verantwortung zu übernehmen. dpa

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