Strafverfahren gegen Beteiligte

Massen-Drogenüberdosis im Tagungshotel

Über 150 Rettungskräfte waren im Einsatz, um die im Tagungszentrum herumtorkelnden Menschen in Krankenhäuser zu bringen.Foto: Christian Butt/Archiv
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Über 150 Rettungskräfte waren im Einsatz, um die im Tagungszentrum herumtorkelnden Menschen in Krankenhäuser zu bringen.

Handeloh - Ärzte, Homöopathen und Heilpraktiker haben bei einem Seminar in Handeloh offenbar mit Drogen experimentiert. Für 29 Teilnehmer endet die Veranstaltung nun mit einem Strafverfahren.

Nach einer Massenvergiftung mit 29 Verletzten im niedersächsischen Handeloh hat die Polizei Strafverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet. Sie werden beschuldigt, Halluzinogene eingenommen zu haben, sich selbst verletzt und somit einen Großrettungseinsatz verursacht zu haben. Bei der Droge habe es sich um das in Deutschland seit Ende 2014 verbotene "2C-E" gehandelt, in Szenekreisen auch als "Aquarust" bekannt, sagte ein Sprecher der Polizei. Hinweise darauf, dass die Betroffenen zur Einnahme der Droge gezwungen worden seien, gebe es nicht. Weshalb die Menschen die Droge eingenommen hatten, blieb zunächst unklar.

Über 150 Rettungskräfte waren am Freitag im Einsatz, um die in einem Tagungszentrum herumtorkelnden Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren in Krankenhäuser zu bringen. Zunächst sprach die Polizei von mehr als 30 Verletzten.

Sie litten unter Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Luftnot und Herzrasen, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Sie seien bei Eintreffen der Rettungskräfte kaum ansprechbar gewesen. Lebensbedrohlich verletzt sei jedoch niemand gewesen.

Hintergrund: Psychedelikum 2C-E

2C-E ist ein sogenanntes Psychedelikum. Es zählt wie das Amphetamin zu den Phenylethylaminen. 2C-E verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen und ist zudem ein sehr starkes Halluzinogen - lässt also Dinge sehen, die gar nicht da sind. Zu den Nebenwirkungen zählen Schwitzen und Übelkeit. Meist wird die Substanz geschluckt. Legal therapeutisch verwendet wird 2C-E nicht, weil nicht genügend über das Suchtpotenzial, mögliche Langfristschäden und die Nebenwirkungen der Psycho-Droge bekannt ist.

dpa

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