Verdacht in 94 Fällen 

367 Verfahren nach Razzia gegen Schwarzarbeit in Niedersachsen

Hannover - Fahnder haben bei einer landesweiten Razzia gegen Schwarzarbeit in Niedersachsen 367 mutmaßliche Verstöße festgestellt. Von Montag bis Donnerstag dieser Woche kontrollierten die beteiligten Fahnder 2180 Menschen, 522 Objekte und 889 Betriebe, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Hannover mitteilte. Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag auf Baustellen und Handwerksbetrieben.

In 94 Fällen bestand der Verdacht, dass die Betriebe nicht den vorgeschriebenen Mindestlohn zahlen. Wegen möglichen Sozialleistungsbetrugs wird in 32 Fällen ermittelt. In 43 Fällen bestand der Verdacht, dass Ausländer ohne gültige Arbeitserlaubnisse beschäftigt wurden. In 29 Fällen wird wegen Scheinselbstständigkeit ermittelt, in 69 Fällen wegen Verstößen gegen das Melderecht und das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. In 26 mutmaßlichen Fälle sei gegen die Gewerbeordnung verstoßen worden, in 74 gegen die Handwerksordnung.

Allein im Bereich Oldenburg wurden 207 Objekte mit 355 Betrieben und 864 Menschen kontrolliert. Dabei wurden 79 mutmaßliche Verstöße festgestellt. "Bei der Überprüfung einer Waschanlage im Landkreis Oldenburg wurde festgestellt, dass dort augenscheinlich ausländische Mitarbeiter übernachten", hieß es am Freitag.

"Gesetzestreue Unternehmen können im Wettbewerb gegen die illegal handelnden Anbieter, die oft erheblich günstigere Angebote abgeben, nicht bestehen und werden in ihrer Existenz bedroht", sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). An der vom Ministerium und dem Zoll koordinierten Aktion waren auch Ausländerbehörden, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Gewerbeaufsichtsämter, Jobcenter und Polizei beteiligt.

dpa

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