Kita-Gesetz:

Verdi-Entwurf fordert mehr Erzieher

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Die Gewerkschaft Verdi hat ihren unbefristeten Streik in kommunalen Kindertagesstätten in Niedersachsen und Bremen fortgesetzt.

Hannover - Verdi will mehr Kita-Personal. 300 Millionen Euro würde das das Land kosten. Hier sieht man sich allerdings bereits auf einem guten Weg.

Hannover - 12,5 Kinder betreut eine niedersächsische Erzieherin durchschnittlich pro Gruppe - nach Vorstellungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sollen es zukünftig nur noch acht sein. Das fordert die Gewerkschaft in einem Entwurf zur Erneuerung des Kita-Gesetzes, den Verdi am Dienstag in Hannover vorgestellt hat. Darin fordert die Gewerkschaft unter anderem mehr Betreuungspersonal in den Kitas und mehr Zeit für die Erzieher, um den Unterricht pädagogisch vorbereiten zu können.

Die vorgeschlagenen Änderungen würden das Land Niedersachsen gut 300 Millionen Euro kosten. „Es geht darum, den Standard der Kindertagesstätten zu sichern, unabhängig von den Trägern“, sagte Detlef Ahting, Landesleiter von Verdi in Niedersachsen und Bremen. Den Schwerpunkt der Gesetzesänderung setzt Verdi vor allem im personellen Bereich. „Der Personalschlüssel muss angepasst werden“, sagte Martin Peter, Verdi-Fachbereichsleiter für Gemeinden. Derzeit werden 25 Kinder von zwei Fachkräften betreut. „Wir wollen das Verhältnis auf drei pädagogische Kräfte für 24 Kinder anheben.“ Außerdem solle auch die betreuende Zweitkraft eine staatlich anerkannte Erzieher-Ausbildung durchlaufen müssen.

Bisher wurde diese Position zumeist von pädagogischen Assistenten besetzt. Das zusätzliche Personal solle vor allem durch eine Aufstockung der bisherigen Teilzeitkräfte entstehen. Die Gewerkschaft fordert zudem eine feste Stellvertretung und mehr Freistellungszeit für jede Kita-Leitung. Für Aufgaben wie Vorbereitungen des Unterrichts, Fortbildungen und Leitungsaufgaben können die Leiter von Tagesstätten derzeit fünf Stunden pro Woche von der Arbeit mit den Kindern freigestellt werden. Verdi fordert in der Gesetznovelle eine Freistellung von rund 20 Stunden pro Woche. Verdi wirft der rot-grünen Landesregierung vor, eine rechtzeitige Erneuerung des Kita-Gesetzes versäumt zu haben. „Niedersachsen hat einen hohen Nachholbedarf“, sagte Verdi-Landesleiter Ahting.

Auch bundesweit macht die Gewerkschaft Druck für bessere Bedingungen in den kommunalen Kitas: Erzieher und Sozialarbeiter in ganz Deutschland sind weiter in einem unbefristeten Streik. Mit dem Streik will die Gewerkschaft eine Neuregelung der Eingruppierung für Sozial- und Erzieherberufe durchsetzen. Das hätte eine Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich zehn Prozent zur Folge. Die Landesregierung sieht sich bereits auf einem guten Weg. Es seien umfangreiche Anstrengungen unternommen worden, um die Qualität von Bildung und Betreuung zu erhöhen. Das Land finanziere seit Jahresbeginn die dritte Betreuungskraft. Zudem habe man gemeinsam mit den Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder unter drei Jahren abgesichert.
dpa

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