21-Jähriger schildert Angriff

Zeuge belastet Angeklagten

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Trauerfeier am Bahnhof in Kirchweyhe.

Verden / Kirchweyhe - Von Felix Gutschmidt. Ein Schlag ins Gesicht, ein Tritt in den Rücken und später, als das Opfer am Boden lag, ein weiterer gegen den Kopf: So beschreibt Zeuge Lars W. den Angriff auf Daniel S. vom 10. März am Bahnhof Kirchweyhe.

Vor dem Landgericht Verden benennt der 21-Jährige auch den Täter: den wegen Mordes angeklagten Cihan A.

Die Aussage von Lars W. wirkt aus mehreren Gründen glaubwürdig. Erstens, weil er an diesem Abend nüchtern war. Zweitens, weil er nicht mit im Bus saß, mit dem Daniel S., der Angeklagte sowie dutzende weitere junge Menschen von einer Disco-Nacht in Wildeshausen zurück nach Kirchweyhe gefahren waren. Drittens, weil sich seine Aussage vor Gericht in weiten Teilen mit dem Protokoll aus zwei polizeilichen Vernehmungen deckt.

Zusammen mit seinem Freund Marko G. verbrachte er die Tatnacht in der Diskothek Maddox nahe des Kirchweyher Bahnhofs. Sein Kumpel sei am späten Abend per SMS von einem Businsassen aufgefordert worden, zum Bahnhof zu kommen, weil es dort Stress geben könnte, sagt Lars W.

Zu zweit nahmen die beiden Aufstellung nahe der Bushaltestelle. Lars W. sagt, er habe nicht ins Geschehen eingegriffen, sondern nur beobachtet. Weil er früher mit Cihan A. in einer Fußballmannschaft gespielt hatte, könne er den Angeklagten eindeutig identifizieren.

Die Verteidiger des Angeklagten, Martin Stucke und Christian Meyer, versuchen alles, um Zweifel am Zeugen zu wecken. Sie arbeiten die Unterschiede zwischen der Aussage von Lars W. bei der Polizei (wenige Tage nach der Tat) und der vor Gericht heraus: Wie oft soll Cihan A. zugeschlagen haben? Einmal? Zweimal? Hat er mit dem Spann oder der Fußspitze zugetreten? Als sich der Zeuge an einige Details nicht erinnert, fragt Meyer mit lauter Stimme: „Haben Sie das wirklich so gesehen, wie Sie es uns heute weißmachen?“ Dabei schlägt er bei jeder Silbe mit der Hand auf den Tisch. Stucke wirft dem Zeugen vor, Gesehenes mit Wissen vom Hörensagen und Schlussfolgerungen zu verknüpfen – um der Polizei und dem Gericht ein möglichst vollständiges Bild präsentieren zu können. „So ist der Zeuge vielleicht – zu hilfsbereit.“

Auch Marko G. muss viele Fragen insbesondere der Verteidiger beantworten. Dabei hat er die Tat selbst nach eigenen Angaben nicht beobachtet. Er habe zwar gesehen, wie Cihan A. sich Daniel S. genähert und ihn am Arm gepackt habe. Doch danach habe er sich um Jan A., den Freund seiner Schwester, gekümmert, der aggressiv aus dem Bus gestiegen war und Daniel S. zur Hilfe kommen wollte. „Um schlimmeres zu verhindern“, habe er ihn festgehalten, sagt Marko G. Dann habe er ein dumpfes Geräusch gehört, und Daniel S. lag auf dem Boden.

Hunderte kommen am Sonntag nach Kirchweyhe

Mehrere Hundert Personen kamen auch am Sonntag wieder zum Gedenken an den vor einer Woche getöteten Daniel S. nach Kirchweyhe. © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers
Mehrere Hundert Personen kamen auch am Sonntag wieder zum Gedenken an den vor einer Woche getöteten Daniel S. nach Kirchweyhe. © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers
Mehrere Hundert Personen kamen auch am Sonntag wieder zum Gedenken an den vor einer Woche getöteten Daniel S. nach Kirchweyhe. © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers
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Mehrere Hundert Personen kamen auch am Sonntag wieder zum Gedenken an den vor einer Woche getöteten Daniel S. nach Kirchweyhe. © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers

Genau diesen Vorgang können die Verteidiger und auch der Vorsitzende Richter Joachim Grebe nicht nachvollziehen. Martin Stucke formulierte es so: „Warum halten Sie Jan fest, wenn er Daniel helfen wollte? Warum nicht Cihan?“

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