Verbraucherschutzbericht 2013

Schlechte Hygiene bei Lebensmitteln

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Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer stellte den Verbraucherschutzbericht 2013 vor. 

Hannover - Belastetes Futtermittel, Etikettenschwindel bei Pferdefleisch und überbelegte Legehennen-Ställe - der Verbraucherschutzbericht 2013 weist viele Defizite auf. Agrarminister Meyer kritisiert zudem Hygienemängel bei Lebensmitteln.

Hygienemängel bei Lebensmitteln zählen zu den häufigsten Verstößen gegen den Verbraucherschutz in Niedersachsen. Das geht aus dem Jahresbericht 2013 hervor, den Agrarminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag in Hannover vorgestellt hat. Demnach war mehr als jede siebte der gut 35 000 entnommenen Lebensmittelproben zu beanstanden (4730). Verunreinigungen durch Bakterien, Viren und Schimmel waren häufig der Grund. Insgesamt gab es 2013 76 000 Kontrollen in 49 000 niedersächsischen Betrieben durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves).

„Mein erstes Amtsjahr als Minister war geprägt von drei großen Lebensmittelskandalen“, bilanzierte Meyer. Dazu zählten falsch deklariertes Schweinefleisch, belastetes Futtermittel und Kennzeichnungsverstöße bei überbelegten Legehennen-Ställen. Zusammen mit den Veterinärämtern der Kommunen und dem Laves habe das Ministerium seine Lehren daraus gezogen. Es gebe mehr als 65 zusätzliche Stellen beim Laves und verstärkte Kontrollen im Futtermittelbereich.

Aktuell gelte seine Sorge auch zu hohen Mineralölanteilen in Lebensmittelverpackungen, sagte der Minister. Von 80 Proben seien 79 mit erhöhten Werten gemessen worden. „Das darf nicht sein. Darum fordern wir vom Bund eine Festsetzung von Grenzwerten und eine Liste mit Farbstoffen, die unbedenklich sind.“ Mineralölgemische könnten zu Schäden der Leber und den Lymphknoten führen. Meyer stellte den Bericht zusammen mit Laves-Präsident Eberhard Haunhorst und dem Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Hubert Meyer vor.

Bei den 76 000 Kontrollen seien insgesamt 35 500 Verstöße festgestellt worden. „Diese Zahl ist erschreckend hoch und unbefriedigend“, sagte der NLT-Hauptgeschäftsführer.

Bei den als bedenklich eingestuften Lebensmittelproben seien 24 gesundheitsgefährdend gewesen. „Dabei handelte es sich zum Beispiel um Glassplitter in Tiefkühlkost oder Bakterien im Speiseeis“, sagte Haunhorst.

Minister Meyer will dem Verbraucherschutz weiterhin auf allen Ebenen Priorität einräumen. Er will amtliche Kontrollen bei Land und Kommunen stufenweise ausbauen. Eine Überprüfungsgebühr wie im Futtermittelbereich solle in den kommenden Wochen auch für Betriebe bei Lebensmittelkontrollen eingeführt werden. Auf der Agenda stehe auch weiterhin die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung. „Ziel sind 50 Prozent weniger Antibiotika in fünf Jahren.“

dpa

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