Größtes Übel Graffit

Vandalismus in Bussen und Bahnen bleibt ein teures Problem

Hannover - Graffitis, zerkratzte Scheiben, geklaute Nothämmer - Verkehrgesellschaften haben mit der Beseitigung von Vandalismus-Schäden reichlich zu tun. Aus vielen Städten werden aber rückläufige Zahlen gemeldet, weil Gegenmaßnahmen funktionieren.

Vandalismus in Bussen und Bahnen bleibt in Niedersachsen ein teures Problem. In vielen Städten führen aber Gegenmaßnahmen wie Videoüberwachungen zu einer rückläufigen Tendenz. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Verkehrsgesellschaften und Bahnunternehmen. Graffitis werden dabei oft als das größte Übel bezeichnet.

"Wir mussten im vergangenen Jahr eine Fläche von mehr als 14.000 Quadratmetern reinigen", sagte André Rahmer von der Westfalenbahn. Dabei gebe es starke regionale Unterschiede. Ein Großteil der Schäden entstehe in den Ballungsräumen, während es etwa im Emsland eher kleine Flächen betreffe. Rahmer befürchtet, dass sich an dieser Bilanz auch in diesem Jahr nichts ändern wird.

Konsequent angezeigt

Das Bahnunternehmen Metronom berichtete ebenfalls von etwa gleich bleibenden Schäden in ihren Zügen. Dabei habe der grobe Vandalismus wie großflächige Zerstörungen oder komplett zerstörte Wagen deutlich abgenommen. Kleinere Schäden verursacht durch Einzelpersonen hätten hingegen leicht zugenommen. Konsequentes Handeln etwa durch Strafanzeigen bei Fußball-Reisen funktioniere. "Dies zeigt Wirkung, so dass wir seit mehr als drei Jahren keine gravierenden Schäden durch Fußballfans mehr haben", sagte ein Metronom-Sprecher. Ab 20 Uhr unterstütze ein zusätzlicher Sicherheitsdienst in jedem Zug.

Die Deutsche Bahn verweist in dem Zusammenhang auf bundesweit 27.000 Vandalismus- und Graffititaten im Jahr 2016. Die verstärkte Präsenz, konsequentere Anzeigen und Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sind laut DB aber wirkungsvolle Mittel. Nach Angaben der Bundespolizei gab es in Niedersachsen und Bremen 2015 und 2016 jeweils rund 2200 Sachbeschädigungen im Nah- und Fernverkehr, einschließlich der Bahnhöfe. Die Zahlen für 2017 lägen zwar noch nicht vor, würden sich aber in diesem Bereich bewegen, so ein Sprecher.

Viele Verkehrsgesellschaften aus den Städten melden weniger Vandalismus. In Hannover haben sich die Vorfälle nach Angaben der Verkehrsbetriebe Üstra von 281 im Jahr 2016 auf 158 im vergangenen Jahr fast halbiert. Die Zahlen seien in den vergangenen Jahren rückläufig, sagte eine Üstra-Sprecherin. Dennoch würde die Beseitigung der Schäden jährlich etwa 500.000 Euro kosten.

In Oldenburg „kein Thema“ 

In Braunschweig sei der Vandalismus zurückgegangen und nicht mehr das ganz große Thema, sagte Christopher Graffam von der Verkehrs GmbH. Nur gelegentlich habe man noch mit Graffitis zu tun und hin und wieder komme es zu Zerstörungen an Haltestellen und Fahrzeugen. Die Tendenz sei aber fallend. Für Graffam ist vor allem das Smartphone ein wesentlicher Grund, warum sich Jugendliche in Bussen und Bahnen ruhiger verhalten.

In Hildesheim gebe es "kaum Vandalismus" und in Oldenburg ist es eigentlich "kein Thema", teilten die dortigen Verkehrsgesellschaften mit. Seit Einführung des kontrollierten Vordereinstiegs und der Installation von Videoschutzanlagen in allen Bussen seien die Kosten auf einem völlig niedrigen Niveau, hieß es aus Oldenburg. Probleme bereiteten immer mal wieder zerstörte Scheiben in Wartehäuschen und der Diebstahl von Nothämmern, so eine Sprecherin.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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