Fünf Jahren wegen Mordes

Schüler nach tödlichen Schüssen auf Vater zu Jugendstrafe verurteilt

Göttingen - Ein Schüler ist wegen tödlicher Schüsse auf seinen Vater vom Landgericht Göttingen zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Das Gericht habe den 17-Jährigen des Mordes schuldig gesprochen, teilte eine Justizsprecherin am Donnerstag mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Jugendlichen vorgeworfen, seinen 58 Jahre alten Vater, der zuletzt in Kassel lebte, am 21. April dieses Jahres in der Feldmark bei Göttingen mit mehreren Schüssen getötet zu haben. Spaziergänger hatten den Toten gefunden. Wenige Stunden später wurde der Sohn festgenommen.

Der Prozess gegen den 17-Jährigen hatte aufgrund seines Alters hinter verschlossen Türen stattgefunden. Weitere Angaben wollte die Gerichtssprecherin deswegen auch nicht machen. Mit seinem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der möglichen Höchststrafe von zehn Jahren.

Geständnis zum Auftakt des Prozesses

Zum Auftakt des Prozesses Anfang September hatte der Schüler nach Angaben des Gerichts gestanden, seinen Vater umgebracht zu haben. Der 17-Jährige habe mehrere Stunden geredet und alle Fragen beantwortet, hieß es. Dabei habe er auch die Vorgeschichte der Tat geschildert. Darüber wurde in der Öffentlichkeit aber nichts bekannt.

Auch Polizei und Staatsanwaltschaft hatten im Vorfeld der Verhandlung wegen der Jugend des Täters kaum Details mitgeteilt. Die Strafverfolger erklärten lediglich, das Tatmotiv liege vermutlich im innerfamiliären Bereich. Zur Tatzeit war der Schüler, ein Deutscher, erst 16 Jahre alt. An dem Prozess nahmen auch fünf Angehörige des Getöteten als Nebenkläger teil, darunter die Halbgeschwister des Jugendlichen.

dpA

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