Impfpflicht für Gäste im Gespräch

Urlaub nach Corona: TUI weitet Angebot stark aus

Nach monatelangem Urlaub zu Hause ist nun das Reisen per Flugzeug oder Schiff wieder möglich. Wer eine Kreuzfahrt im Sommer machen möchte, sollte sich beeilen.

Hannover - Nach monatelangen Einschränkungen wegen der Pandemie weitet der weltgrößte Reiseanbieter Tui sein Angebot wieder aus. „Nach und nach öffnen die Mittelmeerziele wieder für touristische Reisen“, sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak.

„Die Aufhebung der Reisewarnung für die Kanaren ist ein wichtiger Schritt und auch unsere Hotels in Portugal und Italien gehen jetzt an den Start.“ Die Nachfrage steige. „Allein in der vergangenen Woche haben wir ein deutliches Buchungsplus im Vergleich zum Sommer 2019 verzeichnet“, so Andryszak. Derzeit gehörten die Kanarischen Inseln zusammen mit Mallorca zu den am stärksten gebuchten Urlaubsregionen. Corona-Schnelltests seien dort vielerorts möglich.

Bereits über die Osterfeiertage hatte Tuifly die beliebte Ferieninsel Mallorca angeflogen. Damals gab es unterschiedliche Reaktionen darauf.

Reisen nach Corona: Lust auf Urlaub und Kreuzfahrt

Dass die Deutschen Lust auf Urlaub haben, zeigte die Nachfrage über Pfingsten. Von Düsseldorf, Frankfurt und Hannover aus starteten Sonderflüge auf die Kanaren, so Tui-Sprecher Aage Dünhaupt am Montag. Ab Juni seien weitere Flug-Verbindungen ab Saarbrücken und Leipzig Richtung Gran Canaria und Fuerteventura geplant. Nach Portugal sollen die ersten Flieger am 29. Mai starten. Für Gäste, die weiter arbeiten müssen, gebe es in dieser Sommersaison Zimmer mit Büroausstattung - „Homeoffice unter Palmen“ nennt Tui das.

Ein Blick auf die Homepage der Kreuzfahrtsparte Tui-Cruises macht eines deutlich: Schnellsein ist das Gebot der Stunde. Die Kreuzfahrtschiffe sind gut gebucht und nicht mehr alle Kabinenkategorien sind verfügbar. Dies gilt nicht nur für rund um Mallorca oder die Kanarischen Inseln, sondern auch für Touren mit dem Ziel Griechenland und Zypern. Auch für die Zeit der Sommerferien in Niedersachsen (22. Juli bis 1. September) haben die Schiffe noch einige freien Kabinen.

Das Aida-Kreuzfahrtschiff „AIDAsol“ lief am Samstag aus dem Hafen in Kiel aus. Zahlreiche „Se(h)leute“ beobachteten das Schauspiel.

Am Pfingstwochenende war die in einer Krise steckend Kreuzfahrtbranche in ihre Deutschlandsaison gestartet. Von Kiel liefen Schiffe von Aida Cruises sowie des Gemeinschaftsunternehmens Tui und Royal Caribbean aus.

Kreuzfahrer und Besatzungen müssen sich allerdings an strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln halten; so werden die Schiffe nur zu maximal 60 Prozent ausgelastet. Corona-Tests sind Pflicht, an Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Statt am Buffet zu stehen, wird den Gästen das Essen am Tisch serviert.

Urlaub nach Corona: Reeder wollen an Kreuzfahrtboom anknüpfen

Nach dem ersten Corona-Schock und dem sommerlichen Neustart 2020 sowie dem neuerlichen Lockdown im Herbst ist dies der zweite Anlauf, mit dem die Reedereien an den langjährigen Kreuzfahrtboom anknüpfen wollen. Den „Neustart 2.0“ in Kiel verdankt die Kreuzfahrtindustrie den sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein.

Wer eine Kreuzfahrt bucht, muss sich im Klaren sein, dass Reisestart und -verlauf von der aktuellen Entwicklung abhängig sind. Die Lage kann sich innerhalb weniger Tage ändern. Zum Beispiel: Die Aufhebung der Reisewarnung für die Kanaren in der zweiten Mai-Woche machte Spanien-Kreuzfahrten wieder möglich. Nicht ausgeschlossen ist, dass bestimmte Häfen entlang der Reise nicht angesteuert werden können, schreibt der ADAC.

Der Pool ist nach wie vor das Herzstück eines Kreuzfahrtschiffes.

Inzwischen hat der Kreuzfahrtverband Clia, der größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, eine generelle Covid-19-Testpflicht für die Crew und alle Gäste beschlossen. An diese globale Testpflicht sollen sich alle Clia-Mitgliedsreedereien (rund 95 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtkapazitäten) halten. Die Pflicht betrifft Schiffe ab 250 Passagieren. 

Mehrere Kreuzfahrt-Unternehmen werden ab Sommer nur noch gegen das Coronavirus geimpfte Passagiere an Bord lassen. Dazu zählen die britische Saga Cruise und die amerikanischen Unternehmen American Steam Boat, NCL (inklusive Norwegian Cruise Line, Regent Seven Seas Cruises und Oceania Cruises) sowie Victory Cruise Lines.

Auch andere Reedereien erwägen diese Auflagen. Royal Caribbean hat sich für eine Impfpflicht der Crew entschieden, nicht aber für Passagiere. Für AIDA, Tui-Cruises, Hapag Lloyd, Hurtigruten, Costa, MSC und Carnival ist eine Impfpflicht für Passagiere bislang nicht geplant.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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