Inlandsreisen immer beliebter

Urlaub in der Pandemie: Reisende suchen sich sichere Outdoor-Alternativen

Urlaub hat sich in der Coronakrise verändert. Wie nachhaltig die Veränderung sein wird, ist noch unklar. Welche Reise-Alternativen gibt es, um Abstand vom Alltag in der Pandemie zu gewinnen?

Niedersachsen – Das Reiseverhalten der Menschen aus Niedersachsen hat sich in der Coronakrise stark verändert. Vor allem das Inland gewinnt seit der Coronakrise als Reiseziel deutlich an Bedeutung. Immer mehr Reisende nutzen das Auto anstatt das Flugzeug. Das zeigen gleich mehrere Studien. Viele Institutionen erforschen das Reiseverhalten in der Pandemie, die Ergebnisse unterscheiden sich nur in wenigen Punkten.

Die meisten Reisenden nutzen seit Beginn der Coronakrise das Auto, um in den Urlaub zu fahren.

Laut einer ADAC-Tourismus-Studie haben mehr als 56 Prozent der Befragten den Urlaub 2020 im Inland verbracht, 2019 seien es nur 35 Prozent gewesen. Für 65 Prozent der Studienteilnehmenden wiederum komme 2021 ein Urlaub in Deutschland infrage. Mit einem Urlaub außerhalb von Europa würden nur 16 Prozent rechnen, jedoch seien es bei 18 bis 29-Jährigen immerhin 27 Prozent. Etwa jeder fünfte Studienteilnehmer würde andererseits nicht damit rechnen, in diesem Jahr überhaupt verreisen zu können.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Sicherheit statt Kultur

Eine Studie der Allianz Partners zeige zudem, dass drei von zehn der Befragten weniger für ihren Urlaub ausgeben wollten, bei Teilnehmenden zwischen 18 und 29-Jahren seien es sogar knapp mehr als die Hälfte. Außerdem heißt es in der Studie, dass andere Bedürfnisse seit Ausbruch der Corona-Pandemie in den Vordergrund getreten seien. Vor der Krise seien Kriterien wie Kulinarik, Genuss und Kultur wichtiger gewesen, mittlerweile setzten Reisende vor allem auf Sicherheit – auch in Bezug auf das Infektionsrisiko.

„Die Corona-Pandemie stellt die Touristikbranche vor schwerwiegende Herausforderungen“, sagt Allianz Partners Deutschland CEO Jacob Fuest. „Dennoch stimmt uns optimistisch, dass die Lust auf das Reisen weiterhin sehr groß ist. Nur das Reiseverhalten hat sich abrupt verändert. Es bleibt abzuwarten, welcher dieser Trends sich langfristig durchsetzen wird.“

Outdoor-Urlaub in der Corona-Krise am beliebtesten

Laut des Internetportals tourlane.de wird 2021 vor allem ein Outdoor-Reise-Jahr. Demnach würden 69 Prozent der Reisenden auf einen Urlaub im Freien setzen. Für 13 Prozent der Befragten sei eine gute Internetverbindung ein wichtiges Kriterium, um zu reisen. Homeoffice und -schooling dürfte dabei seit Beginn der Coronakrise ebenfalls eine Rolle spielen.

Laut dem Internetportal Tourlane ist Aktivurlaub in Coronazeiten derzeit am beliebtesten.

Die drei beliebtesten Arten zu Reisen seien derzeit Aktivurlaube, Strandurlaube – insbesondere an Ost- und Nordsee – und Städtetrips. Die beliebteste Unterkunft seien Ferienhäuser, vor der Krise waren es Hotels. 37 Prozent der Reisenden würden laut der Tourlane-Erhebung außerdem auf eine gesicherte Gesundheitsstruktur am Urlaubsort achten.

Roof Space setzt auf Auto-Reisen

Für das Reisen mit dem Auto, haben Kilian Haye, Jakob Heider, Immanuel Schneider und Samuel Schroeder in der Coronakrise das Unternehmen Roof Space Dachzelt Manufaktur gegründet. Das Ziel von den vier langjährigen Freunden aus Ottersberg sei, das „perfekte Dachzelt“ für Roadtrips zu entwickeln. Seit vielen Jahren ist Reisen die Leidenschaft der Kumpels, gemeinsame Ziele waren dabei bereits Süd- und Osteuropa, Skandinavien, Marokko, Asien, Nord- und Südamerika. Bei ihren Reisen sei auch die Idee für die Gründung des Unternehmens gekommen, denn bei vergleichbaren Produkten, hätten Haye, Heider, Schneider und Schroeder viele Ideen gehabt, die ihnen für ihr eigenes Dachzelt noch gefehlt hätten.

So sieht das Dachzelt von Roofspace derzeit aus, die vier Freunde haben viel Zeit in ihr Produkt investiert.

Für ihre Erfindung gibt es also gleich mehrere Gründe, der eigene Reisekomfort, aber auch Nachhaltigkeit spiele dabei eine große Rolle: „Im Vergleich zu anderen Anbietern, deren Zelte zumeist in Fernost gefertigt werden, war unser Anspruch die Lieferketten und die Herstellung möglichst regional zu organisieren“, so Miterfinder Immanuel Schneider. Für kurze Lieferwege kommen die Produkte ausschließlich von Zulieferern aus Deutschland. Materialien aus Übersee seien den vier Jungs zu weit und nicht nachhaltig genug. Laut Roof Space werde mit robusten und langlebigen Materialien gearbeitet, denn in erster Linie gehe es darum ein Produkt zu schaffen, das wetterfest ist und trotzdem lange genutzt werden kann. Auf Instagram bewerben die vier Freunde aus Ottersberg ihr Produkt bereits.

Mikroabenteuer im Trend

In der Coronakrise werden passen dazu Mikroabenteuer immer beliebter. Das bedeutet loszufahren, ohne ein konkretes Ziel zu haben. Das seien Aktionen, die sich leicht umsetzen lassen, ohne große Urlaubsplanung, ohne Flugticket. „Einfach raus und machen“, rät Mikroabenteurer Christo Foerster. Möglichst viel in einen begrenzten Zeitraum zu pressen, dieser Versuchung sollten Mikroabenteurer aber unbedingt widerstehen, meint Foerster, der es auch liebt, die eigenen körperlichen Grenzen auszutesten.

Rubriklistenbild: © dpa/Frank Molter

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