EU-Impfpass gefordert

Trotz Corona: Sehnsucht nach Mallorca-Urlaub - was aktuell in Europa möglich ist

Seit einem Jahr ist kein richtiger Urlaub mehr planbar. Wenn es nach den großen Reiseveranstaltern geht, dann ist Mallorca im Sommer 2021 wieder eine Option. So ist der Stand der Dinge in Europas Urlaubsregionen.

Sommerzeit ist Reisezeit. Ob und wie Urlaub in den Sommerferien möglich sein wird, ist noch völlig offen. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass ein digitaler Impfpass (ePA) und Corona-Selbsttests eine wichtige Rolle spielen werden. „Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein – sicher und verantwortungsvoll“, sagte Tui-Chef Fritz Joussen am Freitag. „Mit einem EU-einheitlichen Nachweis kann die Politik jetzt eine wichtige Basis für das Reisen im Sommer schaffen“, sagte Joussen weiter. Die Schnelltests seien ein zweiter Baustein, solange nicht alle geimpft sind.

Urlaub 2021:

Alle Akteure wie Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften stecken schon in den Startlöchern. Ab dem 28. März gilt am Flughafen Bremen der Sommerflugplan. Drei Fluggesellschaften fliegen nach Mallorca. Auch ab Hannover kommen Urlauber zum Ballermann. Mehrmals wöchentlich heben die Flugzeuge ab. Ob und unter welchen Bedingungen diese Flüge stattfinden, ist noch völlig offen. Dass unkompliziert Flüge auf die Insel möglich sind, ist auch für die Kreuzfahrt-Branche wichtig. Auf Mallorca starten viele Schiffsreisen.

Einwohner auf Mallorca896.038 (Stand 2019)
Größte GemeindePalma de Mallorca
Gemeinden53
HauptstadtPalma

Hoffnung aus Sommerurlaub macht die aktuelle Entspannung der Lage auf der beliebten Urlaubsinsel. Während Deutschland noch weit weg ist, von einem Inzidenzwert von 35 nähert sich Mallorca diesem Ziel. Mit einem Wert von 38 liegen sie noch vor den Kanaren mit 53. Nach Mallorca darf aktuell man fliegen. Allerdings sind dort noch alle Restaurants, Cafés und Bars geschlossen. Vom kommenden Dienstag an werden Bars und Restaurants wieder geöffnet, aber nur bis 17 Uhr. Es werden nur die Hälfte der üblichen Tische aufgestellt und es dürfen höchstens vier Personen zusammen essen und trinken.

Ministerpräsidentin von Mallorca warnt vor Nachlässigkeit

Mahnende Worte fand die Ministerpräsidentin von Mallorca und den Nachbarinseln, Francina Armengol. Sie warnte eindringlich vor zu viel Nachlässigkeit der Menschen. Sollten die Ansteckungszahlen wieder steigen, werde man ohne Zeitverzug wieder strengere Restriktionen anordnen, sagte sie.

In Spanien wird schon seit längerem über Reisekorridore diskutiert, die mithilfe von Impf-Zertifikaten oder -Reisepässen sicheres Reisen ermöglichen sollen. Auf den Balearen möchte man nun offenbar den ersten Schritt wagen und ab Mai die freie Einreise mit Corona-Impfung ermöglichen. Darüber berichtete das „Mallorca Magazin“ nach einem Treffen der balearischen Ministerpräsidentin Francina Armengol mit Vertretern der Zentralregierung in Madrid. Dort habe sie angeboten, als erste Region Spaniens ein solches Dokument einzuführen. Laut Iago Negueruela, dem Sprecher der balearischen Regierung, soll damit der Tourismus angekurbelt werden.

Urlauber trinken Bier am Strand von El Arenal. Ob es in diesem Sommer auf Mallorca möglich sein wird, ist noch unklar.

Wer keinen Corona-Impfpass besitzt, muss sich keine Sorgen machen: Die Einreise soll auch weiterhin mit einem negativen Corona-Test möglich sein. Zunächst soll der Impfpass aber mit der Europäischen Union abgestimmt und von ihr genehmigt werden. Mit dieser Idee soll an den Erfolg des Pilotprojekts vom Sommer letzten Jahres angeknüpft werden, bei dem deutsche Urlauber als Erste wieder mit autorisierten Flügen nach Mallorca einreisen durften.

Neben Mallorca gibt es noch weitere Urlaubsziele in Europa, wie Italien oder Griechenland. So ist dort der Stand der Dinge.

SPANIEN: Die Lage entspannt sich rapide. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ist seit Ende Januar im Zuge strenger Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit konstant rückläufig. Zuletzt fiel sie auf etwa 84, nachdem erst Ende Januar noch ein Höchstwert von fast 421 gemeldet worden war. In einigen Regionen herrscht ein strenger Lockdown, mehrere „Comunidades Autónomas“ sind abgeriegelt, ohne triftigen Grund darf man weder aus- noch einreisen.

Erleichterungen für Geimpfte gibt es nicht - Diskussionen darüber werden immer wieder geführt. Galicien hat sich bisher als einzige Region ausdrücklich für die Einführung eines Impfpasses zur schnelleren Wiederaufnahme des Tourismus ausgesprochen. Die Zentralregierung betont immer wieder, sie wolle möglichst alle grenzübergreifenden Maßnahmen mit den EU-Partnern abstimmen

ITALIEN: Die Corona-Lage in Italien hat sich wieder etwas verschlechtert - besonders wegen der Virusvarianten. Es gibt einige Infektionsschwerpunkte wie etwa Südtirol sowie die Gebiete um Perugia (Umbrien) und Brescia (Lombardei). Dort gelten zum Teil lokale Lockdowns. Mit 135 Fällen pro 100.000 Einwohnern lag die nationale Sieben-Tage-Inzidenz zwischen dem 8. und 14. Februar über der deutschen. Von Einreisenden aus Deutschland verlangen die Behörden einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist. Sonst muss man in Quarantäne.

Wegen Corona: Strenge Regeln für Urlauber aus Österreich

Wer länger in Österreich war - auch auf der Durchreise - für den sind die Regeln noch strenger. Im Land selbst ist es bis Ende März verboten, über Regionalgrenzen hinweg zu fahren. Allgemein wird erwartet, dass viele Corona-Verbote - auch das Reisen im Land - über Ostern bis in den April verlängert werden.

Ob es Lockerungen für Geimpfte und Getestete geben sollte, wird in den Medien immer mal wieder angesprochen. Manche Theater und Musikveranstalter hoffen darauf, so öffnen zu können. Doch noch gibt es keine offiziellen Regeln. Erstmal ist die Regierung in Rom damit beschäftigt, die Impfkampagne selbst zu beschleunigen.

GRIECHENLAND und auf ZYPERN: Dort ist die Lage gemessen an der Zahl der Neuinfektionen verglichen mit den meisten anderen Staaten der EU besser. Die Gefahr aber, dass die sogenannte „Dritte Welle“ das Gesundheitssystem schwer belastet, bleibt. Seit November gelten deswegen vor allem in Regionen mit hohen Corona-Zahlen viele Einschränkungen. Die Gastronomie musste dicht machen, ebenso alle Läden außer Supermärkten und Apotheken. Von 21 Uhr bis 5 Uhr herrscht Ausgangssperre. Reisen innerhalb Griechenlands sind nur bei einem triftigen Grund gestattet, nur wenige Hotels haben auf. Wer einreist, muss einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen.

In Griechenland herrscht eine Ausgangssperre. Urlauber hoffen auf Lockerungen.

Eine Lockerung der Maßnahmen für Geimpfte gibt es bislang nicht, Griechenland und Zypern fordern aber vehement die Einführung eines EU-weit gültigen Impfpasses. Sollte es in der EU keine Lösung geben, wollen sie mit anderen Ländern bilaterale Abkommen über die Einreise von Geimpften treffen. Mit Israel ist das schon geschehen, mit Großbritannien, Russland und den Balkanstaaten wird derzeit verhandelt. Nicht-Geimpfte sollen ebenfalls willkommen sein, müssen aber weiterhin einen negativen Test vorlegen und in Quarantäne gehen.

ÖSTERREICH: Seit Öffnung der Läden und den damit verbundenen millionenfachen Tests ist die Zahl der entdeckten Corona-Fälle spürbar gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei etwa 140 im Vergleich zu rund 104 Anfang Februar. Zugleich ist die Lage in den Kliniken weiterhin stabil. Am 1. März will die Regierung entscheiden, ob auch die Gastronomie und Hotellerie öffnen dürfen - wenn ja, dann nur mit einer Zugangskontrolle, bei der ein aktueller negativer Antigen-Test gezeigt werden müsste.

In Österreich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich kostenlos - unter anderem in Apotheken - testen zu lassen. Kanzler Sebastian Kurz macht sich für einen Impfpass stark, der das Reisen zumindest für diese Gruppe wieder ermöglichen soll. Aktuell sprechen schon die Quarantänevorschriften in Österreich und Deutschland gegen touristisches Reisen zwischen beiden Ländern.

Dänemark lässt Grenze für Urlauber zu

DÄNEMARK: Dänemark hat im Zuge gesunkener Neuinfektionszahlen und trotz der Sorge vor der um sich greifenden britischen Virus-Variante am Mittwoch angekündigt, Großteile des Einzelhandels ab dem 1. März zu öffnen und einige weitere Corona-Maßnahmen zu lockern. Die Grenzen bleiben für Ausländer ohne dänischen Wohnsitz aber bis vorläufig zum 5. April so gut wie dicht. Ins Land kommt man nur mit aktuellem, negativem Corona-Test sowie einem triftigen Einreisegrund - mit dem Dänemark-Urlaub zu Ostern dürfte es für Touristen aus Deutschland also nichts werden.

Dänemark arbeitet darüber hinaus an einem digitalen Corona-Pass, aus dem auch Impfdaten hervorgehen sollen. Damit sollen die Dänen auf Dienst- und anderen Auslandsreisen künftig dokumentieren können, dass sie gegen Covid-19 geimpft worden sind. Sonderrechte für geimpfte Ausländer bei der Einreise sind bislang nicht geplant bzw. debattiert worden. dpa/awt

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Clara Margais

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