Hagel und Orkanböen erwartet

Unwetterwarnung: Heftige Hagel-Gewitter wüten am Sonntag in Niedersachsen und Bremen

Über Niedersachsen und Bremen liegt weiterhin die erste Hitzeblase des Sommers. Doch die Blase könnte am Sonntagmorgen mit einem Knall platzen. Es gilt eine Unwetterwarnung.

Am frühen Sonntagmorgen werde eine größere Gewitterfront von Westen über Niedersachsen und Bremen ziehen, so der Deutsche Wetterdienst. Punktuell wird heftiger Starkregen mit Mengen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit im Zeitraum von 4 Uhr bis 12 Uhr erwartet. Es seien auch Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter und orkanartige Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110 Kilometern pro Stunde möglich.

Warnung vor Gewitter in Niedersachsen und Bremen am Sonntag

Dabei bestehe in großen Teilen Deutschlands weiter starke bis extreme Wärmebelastung und erhöhte Waldbrandgefahr. Die Temperaturen in Niedersachsen und Bremen bleiben auf hohem Niveau: Auch am Wochenende werden in einigen Regionen erneut mehr als 30 Grad erwartet - allerdings nimmt auch die Gefahr für Gewitter zu.

Am frühen Sonntagmorgen werde eine größere Gewitterfront von Westen über Niedersachsen und Bremen ziehen, so der Deutsche Wetterdienst.

Extreme Wärme, Gewitter und erhöhte Waldbrandgefahr: Deutschland erlebt die erste ordentliche Hitzewelle des Sommers. Zum Start der Sommerferien in Schleswig-Holstein machten sich am Wochenende zahlreiche Urlauber auf den Weg in die Küstenorte und zu den nordfriesischen Inseln. Andere zog es an Seen und Flüsse auf der Suche nach ein bisschen Erfrischung. Die könnte zumindest kurzzeitig auch von oben kommen - in Form von Starkregen und Hagel. Am Sonntag wird es tagsüber aber schon wieder schwülheiß bei Höchstwerten von über 35 Grad.

Unwetter richten Schäden an: Sechs Häuser unbewohnbar

Unwetter hatten in den Niederlanden bereits erhebliche Schäden angerichtet. Westlich von Utrecht wurden am Freitag sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr zu bewohnen sind. Neun Menschen wurden verletzt. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden zudem Tausende Bäume umgeknickt. Möglicherweise habe es sich um einen Tornado gehandelt, sagte ein Behördensprecher. Untersuchungen des Wetterdienstes dazu seien noch nicht abgeschlossen.

Hitze und Unwettergefahr in Niedersachsen und Bremen

Einstweilen bleibt die Brandgefahr in vielen Regionen hoch. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte den Bürgerinnen und Bürgern geraten, beim Umgang mit Feuer extrem vorsichtig zu sein. In Melbeck bei Lüneburg war in der Nacht zum Samstag eine große Lagerhalle mit Heu und Reet komplett abgebrannt. Wie genau sich die Flammen entwickelten, war vorerst noch unklar.

Im Landkreis Aurich musste die Feuerwehr schon am Freitagabend zu mehreren Einsätzen ausrücken - hier waren vor allem Schäden durch Starkregen bei Gewittern und Überschwemmungen der Grund. Die Rede war von teils bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörnern. Außerdem mussten in der Gegend mehrere Keller leer gepumpt werden.

Schnee im Sommer: Eine Abkühlung bei hochsommerlichen Temperaturen suchten einige Ski-Begeisterte nach langer Corona-Pause bei Abfahrten im Bispinger Snow Dome. Die Ski-Halle mit künstlichem Schnee nahm am Freitag den Betrieb wieder auf. «“Die ersten Gäste standen zur Öffnung fertig vorbereitet vor der Tür“, sagte eine Sprecherin. Zur Mittagszeit an einem Freitag sei der Andrang zwar noch verhalten gewesen, schon für den Samstag erwarte sie aber deutlich mehr Gäste.

Hitze im Auto: Das Sommerwetter sorgte auch für Einsätze der Polizei: In Bremerhaven befreite die Polizei einen kleinen Jungen bei Temperaturen um die 30 Grad aus einem verschlossenen Auto. Die Mutter hatte ihren Sohn am Donnerstag nach einem Einkauf in den Kindersitz gesetzt und ihre Tasche samt Autoschlüssel im Wagen gelassen, als sich die Zentralverriegelung des Fahrzeuges schloss. Polizisten schlugen eine Autoscheibe ein, um den Jungen aus dem Wagen zu holen.

Andrang: Auch an einem übervollen Badesee in der Gemeinde Emstek (Kreis Cloppenburg) war am Donnerstagabend die Polizei gefordert. Rund 3000 Personen sollten sich dort aufhalten. Die Polizei wollte das Gelände daraufhin räumen. Als die Beamten eintrafen, machten sich die ersten Ausflügler bereits auf den Heimweg.

Trockenheit: Zwar laden die hochsommerlichen Temperaturen zum Verweilen im Freien ein, Grillen ist wegen einer gestiegenen Brandgefahr aber nicht überall erlaubt. Ein Verbot gilt etwa für die Park- und Grünanlagen in Braunschweig, wie die Stadt mitteilte.

Wasserbersorgung: Trockenheit macht laut dem Deutschen Bauernverband auch in diesem Jahr Landwirten bereits zu schaffen. Bauernpräsident Joachim Rukwied fordert daher eine Priorisierung der Landwirtschaft bei der Wasserversorgung. „Landwirtschaft muss Vorrang vor der Bewässerung des heimischen Rasens haben, wir brauchen die Priorisierung“, sagte Rukwied..

Höchstwerte: Mit einer Spitzentemperatur von 35,5 Grad war der Flughafen Münster/Osnabrück am Donnerstag der heißeste Ort Deutschlands. In Niedersachsen erreichte die Temperatur in Dörpen im Emsland und in Celle einen Tageshöchstwert von jeweils 35,1 Grad.

Wettervorhersage: Bereits in der Nacht zum Samstag sollen erste kräftige Schauer und Gewitter über das westliche und mittlere Niedersachsen ziehen. Am Samstag machen sich dann zeitweise dichte Wolken breit und bringen vereinzelt auch etwas Regen. Im Osten und Südosten des Landes bleibt es dagegen sonnig. Am Sonntag erwartet der DWD dann erneut gebietsweise dichte Wolken, kräftige Schauer und Gewitter. (mit Material der dpa).* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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