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Unwetter-Alarm in Niedersachsen: Überschwemmungen drohen

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Von: Fabian Raddatz

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Ein Pumpe steht in einem überfluteten Neubaugebiet.
In Niedersachsen mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen wegen Überflutungen ausrücken – so wie hier in einem Neubaugebiet in Schiffdorf. © Feuerwehr

Schwere Unwetter wüteten am Wochenende in Niedersachsen: Bäume wurden entwurzelt und Häuser überflutet. Und der Wetterdienst gibt keine Entwarnung.

Schiffdorf – Land unter in Schiffdorf: Die 14.000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Cuxhaven wurde am Sonntag, 6. Februar 2022, besonders schwer von dem Unwetter getroffen, das am Wochenende in Niedersachsen wütete: Wie die Feuerwehr mitteilte, kam es zu zahlreichen Einsätzen wegen Überschwemmungen.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

So hatten Einwohner zunächst einen Notruf abgesetzt, da sich gefährlich viel Wasser auf einer Weide gesammelt hatte. Die Wassermassen drohten, angrenzende Häuser zu überfluten. Sechs Stunden lang kämpfte die Feuerwehr mit zwei Pumpen gegen die Flut – mit Erfolg.

Überschwemmungen und Unwetter in Niedersachsen: Häuser überflutet

Zudem wurde wegen einer Überschwemmung auf dem Gelände eines Einfamilienhauses gegen 13 Uhr die Ortsfeuerwehr Wehdel alarmiert. Mithilfe eines Güllefasses eines Landwirtes konnte hier Wasser abgepumpt und die Ausbreitung auf das Wohnhaus verhindert werden. Unweit dieses Einsatzes musste die Ortsfeuerwehr Geestenseth anrücken und das Wasser auf einer überfluteten Straße abpumpen.

Am frühen Nachmittag kam es außerdem zu einer Überflutung eines Privathauses. Parallel dazu waren weitere Löschtruppen aufgrund der massiv überfluteten Kreisstraße 61 im Einsatz, die im Anschluss vollgesperrt werden musste. Am frühen Abend waren alle Einsätze abgearbeitet. Zu den entstandenen Schäden konnte die Feuerwehr bislang keine Angaben machen. Verletzte gab es nicht.

Unwetter wütet in Niedersachsen: Glatteis-Unfälle und Behinderungen im Bahnverkehr

Auch in anderen Teilen Niedersachsens wütete das Unwetter: So kam es am Samstag, 5. Februar 2022, zu gefährlichem Glatteis auf der A1. Sechs Unfälle innerhalb einer Stunde zählten die Einsatzkräfte.

Zu zahlreichen Unfällen in Folge von Blitzeis und heftigen Hagelschauern kam es am Sonntag im Großraum Bremen, auf den Autobahnen 1 und 27. Nach Angaben der Autobahnpolizei Langwedel krachte es vor allem am Bremer Kreuz wiederholt. Auf spiegelglatter Straße kam ein Auto von der Fahrbahn ab. Mindestens ein Mensch wurde dabei verletzt.

Die heftigen Sturmböen wirbelten auch den Bahnverkehr in Niedersachsen durch: Auf der Strecke zwischen Hannover und Braunschweig stürzte ein Baum um. Weil Züge umgeleitet werden mussten, kam es zu Verspätungen. In mehreren Orten in Niedersachsen musste die Feuerwehr Keller leerpumpen – etwa in Harsefeld (Landkreis Stade).

Im Landkreis Aurich wurde ein Haus überflutet. Helfer sicherten das Gebäude mit Sandsäcken.

Immer wieder Überschwemmungen durch Unwetter in Niedersachsen

Für den Harz gelten Starkregen-Warnungen. Experten rechneten bis in die Nacht mit heftigen Regenfällen – bis zu 45 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. Zudem müssen Autofahrer höllisch aufpassen: Da es im Bergland in der Nacht zu leichtem Frost kommen kann, drohen glatte Straßen. Sogar bis zu zehn Zentimeter Neuschnee sind oberhalb der 600-Meter-Grenze möglich.

Die Sturmflut hat aufgrund von Tief „Nadia“ hat den Strand an der Nordsee-Insel Langeoog abgerissen.
Eine Sturmflut hat den Strand an der Nordsee-Insel Langeoog weggefressen. © NonstopNews

Derzeit wird Niedersachsen von starken Unwettern heimgesucht. Besonders schlimm wütete Orkan Nadia. Das Sturmtief riss sogar den Strand auf einer beliebten Nordseeinsel weg, Bäume stürzten auf Autos. Es ist nicht das erste Mal, dass es in Niedersachsen in Folge heftiger Stürme zu Überschwemmungen kam.

Wetterdienst gibt keine Entwarnung: Unwetter- und Überschwemmungs-Gefahr auch am Montag

Und der Deutsche Wetterdienst gibt keine Entwarnung: während sich am Montagnachmittag, 7. Februar 2022, die Wetterlage in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vorübergehend beruhigen soll, muss in Niedersachsen weiterhin mit Dauerregen, Graupel- und Schneeschauern gerechnet werden.

Es drohen sogar Sturmfluten und Überschwemmungen: Laut Experten des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) kann es am Montagmorgen an der Nordseeküste zu Hochwasser kommen. Es wird ein Pegelstand von 1,5 Meter über dem Mittleren Hochwasser (MHW) erwartet.

Ein Passant beobachtet, wie die Gischt der aufgepeitschten Nordsee bei Sturm den Fähranleger Dagebüll überflutet.
Ein Passant beobachtet, wie die Gischt der aufgepeitschten Nordsee bei Sturm den Fähranleger Dagebüll überflutet. © Bodo Marks

Im Weser- und Elbegebiet soll die Höhe sogar zwei Meter über dem MHW erreichen. Behörden sprechen ab einer Höhe von 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser von einer Sturmflut. Auch der Wind soll wieder zunehmen, an der Küste wird vor Sturmböen der Stärke neun gewarnt. Das nächste Regengebiet ist in der Nacht zu Dienstag angekündigt.

In Norddeutschland sollen die Temperaturen bis zur Wochenmitte ansteigen. So soll es am Dienstag und am Mittwoch gebietsweise sogar zweistellige Werte geben. Dennoch zeigt die niedersächsische Wetterkarte für die kommende Woche vor allem eines an: Regen.

Sechs Sturmfluten innerhalb einer Woche: Das ist die Unwetter-Vorhersage für Niedersachsen

Derzeit rollte eine Sturmflut nach der nächsten auf die niedersächsischen Küsten zu. Sechs Sturmfluten zählte das BSH seit Ende Januar, ein ganzes Jahres-Pensum innerhalb einer Woche. Eine Sprecherin: „Statistisch gesehen wären wir jetzt für das Jahr durch.“ Für die kommenden Tage sieht sie zunächst Entspannung: „Nördlich der Nordsee befindet sich ein Tiefdruckgebiet, das derzeit aber noch nicht so ausgeprägt ist.“

Das könnte sich zu Donnerstag und Freitag ändern. Doch ob es erneut Hochwasser gibt, die nächste Sturmflut droht – das sei derzeit noch unklar: „Wir beobachten die Lage intensiv“, so die Sprecherin. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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