Trotzdem: 340 Referendare nicht eingestellt

Unterrichtsversorgung auf historischem Tiefstand

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Schüler bekommen immer seltener die Chance sich zu melden - wegen Unterrichtsausfällen.

Hannover - Schlechte Unterrichtsversorgung, ein zu knappes Schulbudget für Klassenfahrten sowie fehlende Sozialarbeiter hat der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens beklagt.

Die Maßnahmen des Landes zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung griffen an den Gymnasien ins Leere, sagte der Verbandsvorsitzende Hartwig Jeschke am Freitag.

Schulbudgets reichen nicht mehr aus

Nach einer Online-Umfrage unter den Vorsitzenden der Elternräten an mehr als 200 niedersächsischen Gymnasien beträgt die Unterrichtsversorgung aktuell 97,1 Prozent. Dies sei ein historischer Tiefstand, kritisierte der Verband. Trotz der angespannten Situation habe das Ministerium etwa 340 Referendare nicht eingestellt.

Das niedersächsische Kultusministerium wies die Kritik zurück. Die Zahlen des Verbands zur Unterrichtsversorgung seien überhaupt nicht empirisch belegt, sagte Ministeriumssprecher Sebastian Schumacher. Die Unterrichtsversorgung im laufenden Schuljahr beträgt nach Ministeriumsangaben durchschnittlich 98,9 Prozent, an Gymnasien sogar 99,8 Prozent. Zudem wies der Sprecher darauf hin, dass die Schulbudgets von 61 Millionen Euro im Jahr 2009 auf aktuell knapp 110 Millionen Euro ausgeweitet worden seien.

Nach Angaben des Verbandes der Elternräte sehen jedoch 84,6 Prozent der Gymnasien große Probleme bei der Organisation von Klassenfahrten, weil die Schulbudgets nicht mehr ausreichten. 15 Prozent der Schulen hätten sogar Mittel aus dem Ganztagsbetrieb für Schulfahrten umgewandelt. In der Umfrage der Elternräte gaben 54 Prozent an, dass der Bedarf an Schulsozialarbeitern nicht gedeckt sei.

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