Tiny House kann helfen

Kältetoter in Hannover - Unterkünfte haben Plätze für Obdachlose frei

"Tiny House" als Notunterkunft für Obdachlose
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Ein sogenanntes Tiny House steht am Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Dachstiftung Diakonie hat am Landeskirchenamt das Mini-Haus aufgestellt, welches in den kommenden Monaten einem obdachlosen Menschen als Notunterkunft dienen und vor Kälte schützen soll.

Hannover - Für Obdachlose halten die Städte im Norden derzeit angesichts der Eiseskälte Quartiere bereit. Jeder Mensch in Not solle unterkommen, heißt es vielerorts. Dennoch gab es in Hannover bereits einen Kältetoten.

Während die Obdachlosenunterkünfte im Norden sich angesichts eisiger Temperaturen auf eine verstärkte Nachfrage rüsten, ist in Hannover ein Wohnungsloser an Unterkühlung gestorben. Der alkoholisierte 54-Jährige wurde am Sonntagmorgen hilflos in der Innenstadt entdeckt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. 

Mit Erfrierungen und einer Alkoholvergiftung brachten Rettungskräfte den Mann in eine Klinik, wo er am Montag starb. Der Unterkühlte war in unmittelbarer Nähe der zentralen U-Bahnstation Kröpcke entdeckt worden. Diese ist bei Minustemperaturen auch nachts für Obdachlose geöffnet, wie die Verkehrsbetriebe mitteilten. 

Die aktuelle Wetterlage sei gerade für Obdachlose gefährlich, sagte Johanniter-Landesarzt Hans-Peter Reiffen. „Es ist sehr kalt und es war die Tage davor sehr nass. Wenn man keine Chance hat, seine Sachen zu trocknen, kühlt man viel schneller aus." Dennoch seien die Unterkünfte trotz einer steigenden Anzahl von Obdachlosen nicht überfüllt, hieß es von der Zentralen Beratungsstelle Niedersachsen, die von Diakonie und Caritas getragen wird. „Die Angebote selbst sind gut aufgestellt", sagte der Leiter der Regionalvertretung Osnabrück, Christian Jäger. 

In Hannover ist in den Notschlafstellen die Auslastung angesichts der Kälte zwar gestiegen, derzeit gebe es aber noch ausreichend Plätze, sagte Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Sollten alle Plätze belegt sein, könne die Stadt die Kapazität vergrößern. Die Stadt Göttingen, die kein festes Kontingent an Übernachtungsplätzen für Wohnungslose vorhält, hat Schlafplätze für alle Menschen, die spontan in Not geraten. "Wir unterstützen jeden, der bei uns anklopft", sagte Sprecher Dominik Kimyon. 

Auch in Wolfsburg sind nach Angaben der Stadt ausreichend Schlafplätze vorhanden. Die Obdachlosenunterkunft bietet zwischen 160 und 180 Menschen einen Schlafplatz. In Braunschweig sind derzeit 73 Prozent der Betten für Wohnungslose belegt, teilte die Stadt mit. "Es gibt noch freie Plätze und wir nehmen jeden Hilfesuchenden auf", teilte der Verein für Innere Mission in Bremen trotz steigender Obdachlosenzahlen mit. 

Sollten die Plätze knapp werden, könne ein ehemaliges Containerdorf mit derzeit 38 Plätzen für Wohnungslose um das Doppelte erweitert werden. Zudem dürfen obdachlose Menschen kostenlos in den Bremer Straßenbahnen mitfahren, um sich aufzuwärmen. 

Als Hilfe für einen Obdachlosen stellte die Diakonie in Hannover unterdessen ein sogenanntes Tiny House als Notunterkunft auf. "Es ist ein Zeichen - nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Oberlandeskirchenrat und Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, am Mittwoch. Er sei sich bewusst, dass ein einzelnes Haus nicht das Problem der Obdachlosigkeit löse. Tiny Houses sind winzige Häuser, bei denen das Innere auf das Wesentliche reduziert ist, das zum Wohnen benötigt wird. Zunächst soll die Notunterkunft bis zum Ende des Winters auf einem Kirchengrundstück stehen.

dpa

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