Untergetauchte Roma zur Fahndung ausgeschrieben

Göttingen - Die vor ihrer geplanten Abschiebung in den Kosovo untergetauchten Roma aus Göttingen werden nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums zur Fahndung ausgeschrieben.

Dies betreffe auch die drei jungen Männer, die sich seit Dienstag im Kirchenasyl befinden, sagte Ministeriumssprecher Klaus Engemann am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Sie entziehen sich der gerichtlich bestätigten Ausreise.“

Vorwürfe von Kirchen und Hilfsorganisationen, wonach die Rückführung in den Kosovo für die Roma gefährlich sei, wies Engemann zurück. Für Abgeschobene, die nicht sofort wüssten, wohin sie sollen, stehe eine von Niedersachsen mitfinanzierte Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung. Dort herrsche zwar kein Luxus. Die Bedingungen seien aber akzeptabel.

Am Dienstag sollten insgesamt rund 30 Roma aus Stadt und Landkreis Göttingen mit dem Flugzeug von Düsseldorf aus in den Kosovo abgeschoben werden. Die reservierten Sitze blieben jedoch leer. In rund der Hälfte der Fälle haben Gerichte die Abschiebung in Eilverfahren gestoppt, unter anderem weil die Familienväter Arbeit haben oder aber im Krankenhaus liegen.

Die übrigen vor Gericht nicht erfolgreichen Roma sind nach Angaben der Polizei untergetaucht. Drei junge Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren, darunter zwei Brüder, befinden sich seit Dienstag im Kirchenasyl der evangelischen Göttinger Christophorusgemeinde.

Mit dem Kirchenasyl solle eine „weitere Schandtat des Innenministeriums“ verhindert werden, erklärte der Göttinger Ausländerpfarrer Peter Lahmann einem Zeitungsbericht zufolge. Die Maßnahme solle solange andauern, bis eine rechtlich abgesicherte Bleibemöglichkeit für die jungen Männer gefunden sei, sagte der Pastor am Mittwoch der dpa. Rechtsanwälte seien beauftragt. Er sei „vorsichtig optimistisch“.

 Das Innenministerium werde jeden einzelnen Fall noch einmal „sorgfältig prüfen“, sagte Engemann. Grundsätzlich sollen die Roma aber zur Ausreise bewegt werden.

dpa

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