Höfe auf dem Prüfstand

Umweltstiftung will Debatten um Landwirtschaft objektiver machen

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Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat einen Katalog entwickelt, um Höfe auf den Prüfstand in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht stellen zu können.

Osnabrück - Wie nachhaltig ist die Landwirtschaft in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht? Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat einen Katalog entwickelt, um Höfe auf den Prüfstand stellen zu können.

Bereits vor einigen Jahren hatte die DBU gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ein System zur Analyse der Nachhaltigkeit von Ackerbaubetrieben geschaffen. Nun ist eine solche Analyse für rinderhaltende Betriebe fertiggestellt worden. Geplant seien ähnliche Studien auch für die Schweine- und Geflügelbranche, erklärt der Agrarexperte der Stiftung, Werner Wahmhoff.

Herausgekommen ist eine Art Checkliste, mit der Höfe analysiert werden können, wie effizient sie mit Ressourcen umgehen, wie gut ihr Düngermanagement ist, wie gut oder schlecht es den Tieren geht - und nicht zuletzt auch, ob die Menschen in der Landwirtschaft von ihrer Arbeit gut oder schlecht leben können.

Neben den ökologischen und Tierwohl-Aspekten seien die sozialen Aspekte ebenfalls sehr wichtig, betont Bottermann. "Kann ein Landwirt mit seiner Arbeit Geld verdienen und hat er noch Zeit, ein ganz normales Leben zu führen - oder steckt er 18 Stunden im Stall, um die Schweine zu versorgen."

Analysiert wurden konventionelle und ökologisch wirtschaftende Höfe verschiedener Größe in unterschiedlichen Regionen. Gezeigt habe sich, dass weder Bio- noch konventionelle Höfe per se Vor- oder Nachteile in puncto Nachhaltigkeit hätten, erläutert Wahmhoff. "Der entscheidende Faktor, ob es den Tieren gut geht oder nicht, ist die Qualität des Betriebsleiters - damit steht und fällt alles." Das gleiche gelte auch für Umweltfragen oder die sozialen Aspekte der Landwirtschaft.

Die DBU verfolge einen ganzheitlichen Ansatz, sagte Bottermann. Es reiche nicht, nur zu fragen, ob den Schweinen der Schwanz abgeschnitten werde oder wie hoch der Antibiotikaeinsatz sei. "Man muss das gesamte System auf den Prüfstand stellen, einschließlich der Frage, ob sich die Tiere wohlfühlen."

Das Interesse der Länder, die Landwirtschaft auf deren Nachhaltigkeit hin zu überprüfen sei da, sagt Wahmhoff. Zum Beispiel erwäge Nordrhein-Westfalen analog zum DBU-Check eine größere Zahl von Betrieben auf ihre Nachhaltigkeit hin zu untersuchen.

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