„Lingen-Resolution“ fordert das sofortige Aus für den Atommeiler Emsland und die Brennelementefabrik Lingen

Umweltministerium prüft Kundenliste der Brennelementefabrik Lingen

Resolution fordert aus für AKW Emsland und Brennelementefabrik Lingen. Foto: Christian Hager/Archiv

Lingen - Mehr als 185 Organisationen aus Niedersachsen und anderen Ländern fordern in der sogenannten „Lingen-Resolution“ das sofortige Aus für denAtommeiler Emsland und die Brennelementefabrik Lingen. Zumindest mit Blick auf die Fabrik teilt das Ministerium die Skepsis..

Das niedersächsische Umweltministerium prüft derzeit nach eigenen Angaben, ob der Brennelementefabrik Lingen die Belieferung bestimmter Kunden im Ausland untersagt werden kann. „Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, teilte am Mittwoch ein Ministeriumssprecher in Hannover mit. Generell halte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne)die Anlage nach dem deutschen Atomausstieg 2022 „für verzichtbar“. Derzeit gelte für die Fabrik aber eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Der Weiterbetrieb sei „das Ergebnis einer Inkonsequenz der Beschlüsse des Bundes und der Länder zum Atomausstieg“, betonte der Sprecher.

Das Ministerium reagierte damit auf die Übergabe einer Resolution, die die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes Emsland und der Brennelementefabrik in Lingen forderte. „Die Zeit für einen echten Atomausstieg ist auch im Emsland mehr als reif“, heißt es in der am Mittwoch in Hannover vorgelegten und von 185 Organisationen aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern unterzeichneten „Lingen-Resolution“.

Die Atomkraftgegner stören sich daran, dass in Lingen nach wie vor Atommüll produziert werde. Sowohl von dem noch bis 2022 laufenden Atomkraftwerk als auch von der Brennelementefabrik gehe eine große radioaktive Gefahr für die Bevölkerung aus. Als Belege für ihre Ablehnung nannten die Atomkraftgegner zahlreiche Pannen in beiden Anlagen in den vergangenen Jahren.

Die Unterzeichner verweisen dabei auf das unkontrollierbare Risiko, dass insbesondere von älteren Atomanlagen ausgehe. Wie dramatisch die Folgen eines atomaren Unglücks seien, zeige sich auch fünf Jahre nach der japanischen Atomkatastrophe inFukushima.

Das für die Atomaufsicht zuständige Umweltministerium betonte, dass ein früheres Betriebsende für das Atomkraftwerk kein Thema sei. Es werde entsprechend der Beschlüsse bis 2022 am Netz bleiben. - dpa

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