Industrie fordert bessere Hinterlandanbindung

Umschlag in Niedersachsens Seehäfen um zehn Prozent gestiegen

Hannover - Niedersachsens Hafenwirtschaft fühlt sich beflügelt. Während die Hamburger Konkurrenz beim Güterumschlag schwächelt, wächst er in Niedersachsens Seehäfen zweistellig. Die heimische Industrie fordert eine bessere Hinterlandanbindung der Häfen.

Der Güter- und Warenumschlag in Niedersachsens großen Seehäfen ist 2017 um zehn Prozent auf 53,4 Millionen Tonnen gestiegen. Wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte, gab es in den neun landeseigenen Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Wilhelmshaven und Stade Zuwächse bei Massengütern wie Rohöl und Kohle sowie Stückgütern und Neufahrzeugen. „Niedersachsens Seehäfen verzeichnen insgesamt eine sehr positive Entwicklung", sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). 

Im JadeWeserPort in Wilhelmshaven stieg der Umschlag um 15 Prozent auf 554 449 Standardcontainer. Deutschlands einziger Tiefwasserhafen müsse weiter versuchen, neue Liniendienste zu gewinnen und die Beziehungen zu wichtigen Containerreedereien auszubauen, sagte Althusmann. Auch wenn der Hafen mehr als fünf Jahre nach seiner Eröffnung längst nicht ausgelastet ist, bekommt er durch die Investition des Volkswagen-Konzerns in den Aufbau eines neuen Verpackungszentrums für Autoteile neuen Schub. 

Investitionen von 33 Millionen Euro geplant

Der Container Terminal ist für einen Jahresumschlag von 2,7 Millionen Standardcontainern (TEU) ausgelegt. Die Betreibergesellschaft Niedersachsen Ports plant noch in diesem Jahr Investitionen von 33 Millionen Euro und weitere 27 Millionen Euro für die Instandhaltung. 

„Das Umschlagsplus in den niedersächsischen Seehäfen spiegelt die allgemein positive wirtschaftliche Entwicklung wider", sagte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, Volker Schmidt. Er forderte aber eine bessere Verkehrsanbindung. „Wir hinken schon heute beim Ausbau der notwendigen Verkehrsinfrastruktur hinterher." Projekte wie der weitere Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven hakten an allen Ecken und Enden, ähnliches gelte für die Straßeninfrastruktur etwa beim Bau der Küstenautobahn 20 oder der Autobahn 39. 

Auch NordLB-Analyst Thomas Wybierek sieht die Hinterlandanbindung des JadeWeserPorts weiter als problematisch. Das starke Umsatzplus erklärt er vor allem mit der Marktentwicklung. „Insgesamt hat sich der Container-Markt im Vorjahr besser als erwartet entwickelt, und auch im laufenden Jahr dürfte das wohl so anhalten", sagte er. 

Umschlagrückgang in Hamburg

Der positive Umsatz-Trend in Niedersachsens Häfen steht im Gegensatz zum Umschlag im Hamburger Hafen: 2017 verringerte sich der gesamte Güterumschlag des größten deutschen Hafens im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 136,5 Millionen Tonnen. Auch der Containerumschlag war dort mit 8,8 Millionen leicht rückläufig - er stagniert schon seit Jahren und liegt unter den Mengen von 2011. 

Noch in diesem Jahr sollen die Netzanbindung in den Häfen Brake und Wilhelmshaven ausgebaut werden. Mit Blick auf die zunehmende Nutzung von Flüssigerdgas sprach sich Althusmann auch für den Aufbau einer LNG-Infrastruktur aus. Er forderte eine stärkere Digitalisierung und den Einsatz neuer Kommunikationstechniken bei der Hafenlogistik. - dpa

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