CDU deutlich vorn

Umfrage: Keine Mehrheit mehr für Rot-Grün

Hannover - Nach dem überraschenden Verlust ihrer Mehrheit im Landtag liegen SPD und Grüne in Niedersachsen laut einer Umfrage auch in der Wählergunst nicht mehr vorne.

Doch auch für CDU und FDP würde es nicht zu einer Mehrheit reichen, wenn an diesem Sonntag

Landtagswahl

wäre. Da die AfD erstmals in Niedersachsen im Parlament vertreten sein könnte, wäre mit einer extrem schwierigen Regierungsbildung zu rechnen, wenn es bei den aktuellen Zahlen bliebe.

Deutlich stärkste Partei mit 40 Prozent ist derzeit die CDU, die SPD könnte mit 32 Prozent rechnen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR hervorgeht. In der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl ist der Abstand zwischen den beiden Parteien in Niedersachsen sogar noch größer (42 Prozent für die CDU, 29 Prozent für die SPD).

Die Daten wurden am Dienstag und Mittwoch erhoben - also wenige Tage nach dem Wechsel von Elke Twesten von den Grünen zur CDU und dem damit verbundenen Machtwechsel im Landtag. Dass Twesten ihr Mandat nicht zurückgegeben, sondern zur CDU mitgenommen hat, finden 72 Prozent der Befragten nicht richtig. Selbst bei den CDU-Anhängern stößt dieser Schritt auf Ablehnung (57 Prozent).

Kaum Verständnis für Twesten-Wechsel

Keinerlei Verständnis haben die Anhänger der Grünen: 93 Prozent von ihnen bezeichnen die Mitnahme des Mandats als nicht richtig, bei den SPD-Anhängern fällt die Ablehnung mit 91 Prozent kaum geringer aus. In einer YouGov-Umfrage sagten 44 Prozent der Befragten, sie hielten Twestens Vorgehen für nicht legitim.

Die Rangfolge der Parteien entspricht dem Wahlergebnis von 2013. Damals war die CDU mit 36,0 Prozent stärkste Partei, die SPD erreichte 32,6 Prozent. Doch weil die Grünen mit 13,7 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Niedersachsen erzielten, reichte es für die rot-grüne Ein-Stimmen-Mehrheit. Nach dem Wechsel der Abgeordneten Twesten sprechen sich in der Umfrage aber nur noch 9 Prozent für die Grünen aus.

AfD derzeit bei 6 Prozent

Damit liegen die Grünen aber immer noch auf Rang drei, denn auch die FDP hat an Zustimmung verloren. Derzeit können die Liberalen mit 7 Prozent rechnen, bei der Landtagswahl 2013 kamen sie auf 9,9 Prozent. Hoffnung auf einen Einzug in den Landtag kann sich die AfD machen, die bei 6 Prozent liegt. Sie hat im Vergleich zur Januar-Umfrage aber 2 Prozentpunkte verloren.

Dass Rot-Grün in Niedersachsen an Beliebtheit verlor, zeigt sich auch in der Zufriedenheits-Skala: Zwar ist die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) immer noch mit der von Ministerpräsident Stephan Weil geführten Landesregierung zufrieden. Im Januar waren es aber noch 62 Prozent. Bei der Frage, wer die nächste Landesregierung führen sollte, ergibt sich ein Unentschieden: 42 Prozent der Befragten wollen die SPD vorne sehen, 41 wünschen sich eine CDU-Führung.

Weil-Vorsprung auf Althusmann schmilzt

Die aktuelle politische Stimmung färbt auch auf die Beliebtheit der Spitzenkandidaten ab: Zwar würde sich Weil bei einer Direktwahl gegen CDU-Herausforderer Bernd Althusmann durchsetzen. Doch der Vorsprung des Amtsinhabers schmilzt. Er würde derzeit auf 45 Prozent kommen (minus 6 Punkte im Vergleich zum Januar), Althusmann auf 34 Prozent (plus 8 Punkte).

Die CDU betonte nach Vorlage der Zahlen, sie sei klar stärkste Kraft. „Rot-Grün ist meilenweit weg von einer Mehrheit“, sagte der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele.

Die Landesvorsitzenden der Grünen, Meta Janssen-Kucz und Stefan Körner, erklärten, Umfragen seien Momentaufnahmen. „Da ist noch Luft nach oben. Deshalb ist diese Umfrage und mehr noch die Rückmeldungen der letzten Tage für uns ein Ansporn für einen kämpferischen Wahlkampf.“

Der FDP-Landesvorsitzende Stefan Birkner sagte: „Ich freue mich über den Zuwachs für die Freien Demokraten. Unser Ziel ist, drittstärkste Kraft zu werden.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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