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Ukraine-Krieg bedroht unseren Spargel

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Von: Fabian Raddatz

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Spargelsaison vor dem Beginn
Egal ob mit Sauce Hollandaise oder mit ausgelassener Butter: Deutsche lieben ihren Spargel. © Sven Hoppe/dpa

Erst Benzin, dann Sonnenblumenöl – nun auch der Spargel? Der Krieg in der Ukraine macht sich zunehmend in Deutschland bemerkbar – und im Geldbeutel.

Berlin – Erst waren es die Tankstellen, dann die Supermarkt-Regale. Nun macht sich der Krieg in der Ukraine auch an anderen Fronten bemerkbar: auf den deutschen Spargelfeldern. Der Leidtragende ist der Verbraucher – 2022 muss er mit steigenden Preisen und weniger Angebot rechnen.

Denn unter Deutschlands Spargelbauern wächst die Angst, dass nicht genügend Erntehelfer kommen werden – wegen des Krieges in der Ukraine. Fred Eickhorst vertritt als Verbandssprecher 500 Spargel-Betriebe, 355 davon allein in Niedersachsen. Er sagt: „Jeden Tag höre ich die Befürchtungen der Bauern.“

Ukraine-Krieg bedroht unseren Spargel – „von einem Alptraum in den nächsten“

Denn es sind vor allem Menschen aus Polen und Rumänien, die einen Großteil der Erntehelfer in Deutschland ausmachen. Und genau sie könnten jetzt fehlen. Berichten zufolge machen sich viele Menschen in diesem Jahr erst gar nicht auf den Weg – weil sie zur Grenzsicherung ihres Landes eingezogen werden könnten.

Die deutschen Spargelbauern hätten ohnehin immer mit Personalnot zu kämpfen. Dann kam Corona. Und nun auch noch der Krieg in der Ukraine. „Wir schlittern von einem Alptraum in den nächsten“, so Fred Eickhorst. Ob wirklich niemand kommt, bleibt aber abzuwarten. Fred Eickhorst: „Bislang habe ich noch von keinen Absagen gehört.“

Unsicherheiten durch Ukraine-Krieg: Spargel wird 2022 noch teuerer

Nicht nur die Unsicherheit der deutschen Spargelbauern dürfte sich 2022 auf den Spargelpreis auswirken. Bereits 2021 konnte ein Kilo Spargel im Supermarkt bis zu 14 Euro kosten. In diesem Jahr rechnet Eickhorst mit einem Preisanstieg: „Wir gehen derzeit von einem Euro mehr für das Kilo aus.“

Verbrauchern empfiehlt er, auch mal in den Hofläden zu schauen. „Dort lässt sich Spargel auch mal günstiger kaufen.“ Für den offiziellen Start der Spargel-Saison in der ersten April-Woche sieht er keine Probleme: „Ich gehe fest davon aus, dass jeder zum Osterfest Spargel auf dem Teller haben wird.“

Ukraine-Krieg bedroht Spargel in Deutschland: Auch Benzin und Heizöl betroffen

Benzin, Sonnenblumen-Öl und Spargel: Der Krieg in der Ukraine macht sich zunehmend in Deutschland bemerkbar. Russlands Angriffskrieg befeuerte die ohnehin hohen Preise für Heizöl, Benzin und Diesel in Deutschland. Nicht nur in Niedersachsen lag der Benzinpreis auf Rekordhoch. Lkws demonstrierten gegen die hohen Spritpreise und sorgten für Staus auf Niedersachsens Autobahnen. Ein Tankwart stoppte den Benzin-Verkauf und verkündete: „Ich unterstütze keinen Diebstahl.“ Finanzminister Christian Lindner (FDP) kündigte einen Tankrabatt an.

Deutschland ist bei Öl und Erdgas stark von Russland abhängig: Rund ein Drittel der Rohöl-Importe stammten 2020 aus Russland. Die hohen Benzinpreise hängen mit dem Rohöl-Preis zusammen. Dieser war während der Corona-Krise eingebrochen, hatte sich dann stabilisiert und steigt aktuell stark an. Lag der Preis für ein Barrel (ca. 159 Liter) Rohöl der Sorte Brent im Januar noch bei unter 90 Dollar, so muss man heute über 120 Dollar bezahlen. Die EU will sich nun vom russischen Gas lösen.

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs im Supermarkt

Als Nächstes gingen den Supermärkten das Sonnenblumenöl aus. Nun gelten auch Mehl und Hefe zunehmend als Mangelware in Supermärkten, da Russland für zehn und die Ukraine für weitere vier Prozent der globalen Weizenproduktion verantwortlich sind. Aber auch auf die Landwirte in Niedersachsen wirkt sich der Ukraine-Krieg aus. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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