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Landkreise in Niedersachsen bereiten sich auf Flüchtlinge vor

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Von: Johannes Nuß

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Ein Schild weist auf die Gemeinschaftsunterkunft vom Deutschen Roten Kreuz hin, daneben montiert Klaus Wocken vom Landkreis Oldenburg.
Klaus Wocken vom Landkreis Oldenburg sortiert die gespendete Kleidung in der Gemeinschaftsunterkunft. Die Kreisverwaltung vom Landkreis Oldenburg stockt angesichts des Ukraine-Krieges ihre Notunterkunftsplätze auf. © Sina Schuldt/dpa

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs befinden sich hunderttausende Menschen auf der Flucht. Auch Niedersachsen bereitet sich nun darauf vor, Flüchtlinge aufzunehmen.

Update vom 2. März 2022, 19:08 Uhr: Geflüchtete aus der Ukraine dürfen Regionalzüge und viele Busse in Niedersachsen kostenlos benutzen. Das teilten mehrere Verkehrsgesellschaften am Mittwoch mit. Ihr Pass oder ein anderes ukrainisches Ausweisdokument diene im Regional- und Nahverkehr als Ticketersatz, hieß es für die privaten Metronom-, Erixx- und Enno-Züge. Auch die Nordwestbahn schloss sich an. Die Regel gilt auch für den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) mit 29 Bus- und Bahnunternehmen in Bremen und im Umland.

Die Deutsche Bahn hat ihre Fernzüge für Menschen aus der Ukraine bereits freigegeben. Sie müssen nur an Bahnhöfen ein kostenloses „helpukraine“-Ticket abholen, das im Nahverkehr ebenfalls anerkannt wird. „Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind zahlreiche Menschen auf der Flucht. Viele von ihnen werden auch nach Deutschland und nach Niedersachsen kommen“, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) in Hannover. „Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Ihnen so gut es geht zu helfen.“

Ukraine-Konflikt: Erste Flüchtlinge kommen bereits in Niedersachsen an

Erstmeldung vom 2. März 2022, 17:12 Uhr: Oldenburg/Hannover/Kiew – Die Bilder zerstörter Wohnviertel, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine zu sehen sind, sind teilweise mehr als verstörend. Berichte über Bombennächte auf dem Donbass, Angriffe auf die Hauptstadt Kiew – all das bestimmt derzeit das Bild in den Nachrichten. Die hässliche Fratze des Krieges treibt aber auch hunderttausende Menschen raus aus ihren Häusern, weg aus ihrer Heimat.

Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine heraus gen Westen – dieser Tage scheint es ein schier unerschöpflicher Fluss an menschlichen Gestalten zu sein, die rüberwollen – nach Polen, Tschechien. Im Grunde eigentlich egal. Hauptsache einfach nur weg aus der Terrorzone, die Russlands Präsident Wladimir Putin nun seit fast einer Woche über dem ganzen Land ausgebreitet hat.

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs werden in naher Zukunft auch in heimischen Gefilden zu spüren sein. Bereits seit Anfang der Woche kommen die ersten Schutzsuchenden aus der Ukraine auch in Deutschland – und damit auch in Niedersachsen – an. Und die Hilfsbereitschaft im Nordwesten ist riesig. Es werden Sachen gespendet, sogar Privatleute melden sich, und wollen Menschen bei sich zu Hause aufnehmen, die den Wirren des Krieges entkommen konnten.

Ukraine-Konflikt: Landkreise in Niedersachsen bereiten sich auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen vor

Der aus dem Landkreis Diepholz stammende Andreas Pörschke fuhr beispielsweise spontan mit einem Bus an die polnisch-ukrainische Grenze und sammelte Flüchtlinge ein. Bei VW gibt es derweil Produktionsausfälle.

Und auch die Landkreise in Niedersachsen bereiten sich auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Behörden und Hilfsorganisationen haben mit den Planungen begonnen, wo Menschen untergebracht werden können. So stellte der Landkreis Oldenburg am Mittwoch eine Notunterkunft für rund 150 Menschen in Hude vor.

Der Landkreis ist Mieter des Gebäudes und hat das Deutsche Rote Kreuz als Betreiber beauftragt. Wer dort untergebracht wird, war zunächst unklar. Das komme auf die Zuweisung durch das Land Niedersachsen an, sagte der Sprecher. „Dabei kann es sich um ukrainische Kriegsflüchtlinge wie auch um syrische Kriegsflüchtlinge handeln.“

Ukraine-Konflikt: Bis jetzt 100 Ukrainer in Landesaufnahmebehörde Niedersachsen eingetroffen

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind nach Angaben des Innenministeriums rund 100 Ukrainer in der Landesaufnahmebehörde in Niedersachsen eingetroffen (Stand Mittwoch, 2. März 2022, 8:00 Uhr). Die Zahl der insgesamt in Niedersachsen angekommenen Flüchtlinge aus dem Land dürfte höher liegen, weil Menschen auch bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Wie viele Menschen insgesamt aus der Ukraine nach Deutschland kommen werden, ist unklar.

Im Landkreis Aurich haben die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine eine Unterkunft erhalten, wie der Kreissprecher mitteilte. Seit Dienstagnachmittag sei in der ehemaligen Küstenfunkstelle Utlandshörn Platz für 40 geflüchtete Personen. Zeitnah soll es Platz für 120 Menschen geben.

Ukraine-Konflikt: Landkreis Verden plant Unterbringung in kleineren und in Sammelunterkünften

„In der kommenden Woche soll an gleicher Stelle außerdem die zentrale Anlaufstelle zur Erstaufnahme eingerichtet werden“, hieß es in der Mitteilung. Aus der Bevölkerung gebe es zahlreiche Hilfsangebote. Viele Menschen wollten die Geflüchteten unterstützen.

Der Landkreis Verden plant die Unterbringung in kleineren Unterkünften sowie in Sammelunterkünften wie einer Turnhalle. „Wir stellen noch keine Betten auf, aber sollte es ernst werden, könnten die Betten in kürzester Zeit stehen“, sagte Landrat Peter Bohlmann (SPD) laut Mitteilung vom Dienstag. Die Kreisverwaltung bat um Mithilfe von Menschen, die Unterbringungsmöglichkeiten oder vermietbare Wohnungen haben. „Der Landkreis sucht nach wie vor dringend Wohnraum für geflüchtete Menschen“, so Bohlmann. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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