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Gerhard Schröder gibt Ehrenbürgerwürde von Hannover zurück

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Von: Johannes Nuß, Yannick Hanke

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Altkanzler Gerhard Schröder will nicht mehr Ehrenbürger der Stadt Hannover sein. Schröder bittet in einem Brief darum, ihm über den Rat die Würde zu entziehen.

Hannover – Im Zuge des Ukraine-Konflikts will der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen und Altkanzler, Gerhard Schröder (SPD), nicht länger Ehrenbürger der Stadt Hannover sein. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt, Belit Onay (Grüne), bittet Schröder darum, dass der Rat der Stadt ihm die Ehrenbürgerwürde entziehen soll. Gleichzeitig kommt er dem aber zuvor und verzichtet selber darauf. Aufgrund seines Verhaltens im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine liegt inzwischen gegen Schröder eine Anzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Ukraine-Konflikt: Gerhard Schröder gibt Ehrenbürgerwürde von Hannover zurück

Im Wortlaut schreibt Gerhard Schröder an Onay: „Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Ihr Schreiben vom 11. März 2022 habe ich erhalten. Danach soll der Rat der Stadt Hannover mir die Ehrenbürgerwürde entziehen. Zu den mir mitgeteilten Inhalten werde ich nicht Stellung nehmen. Ich verzichte unwiderruflich auf die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hannover.“ Bislang hat sich OB Onay noch nicht zu dem Brief von Schröder geäußert. Schröder veröffentlichte den Brief unter anderem über das Business-Netzwerk „LinkedIn“.

In einem Brief bittet Gerhard Schröder um die Entziehung der Ehrenbürgerwürde von Hannover.
Schriftlich hat Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) aufgefordert, ihm die Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt abzuerkennen. © Screenshot

Der Verwaltungsausschuss der niedersächsischen Landeshauptstadt hatte Anfang März ein Verfahren zur Aufhebung der Ehrenbürgerschaft Schröders eingeleitet. Der Altkanzler bekam daraufhin Gelegenheit zur Stellungnahme.

Gerhard Schröder: Altkanzler gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin

Ein Stadtsprecher konnte am Dienstag zunächst den Eingang des Briefes nicht bestätigen. Es werde juristisch geprüft, ob die Verzichtserklärung ausreicht oder ob noch ein formaler Verwaltungsakt zum Entzug der Ehrenbürgerwürde notwendig sei. Ein Beschluss über den Entzug der Ehrenbürgerschaft sollte am 31. März gefasst werden.

Der Altkanzler gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er ist zudem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Infolge des Krieges in der Ukraine geriet Schröder deutlich in die Kritik. Derzeit ist laut der Stadt Hannover neben Schröder nur noch der langjährige ehemalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg Ehrenbürger der Stadt.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bedauert Entscheidung von Altkanzler Gerhard Schröder

Gerhard Schröders Entscheidung, die Ehrenbürgerwürde von Hannover zurückzugeben, wird von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit Bedauern aufgefasst. Der Sozialdemokrat war selbst von November 2006 bis Januar 2013 Oberbürgermeister Hannovers.

„Das tut mir insgesamt leid. Es ist nicht gut für die Stadt Hannover, und es ist nicht gut für Gerhard Schröder“, wird Stephan Weil nun vom NDR zitiert. Zuletzt hatte Weil seinem Amtsvorgänger Schröder immer wieder dazu geraten, sich von seinen Aufgaben in russischen Unternehmen zurückzuziehen. Nur hat Gerhard Schröder selbst Konsequenzen gezogen – wenn auch in anderer Form, als erwartet. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

* Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am Dienstag, 15. März 2022, um 19:06 Uhr aktualisiert.

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